Warum es begann und wo alles seinen Anfang nahm - das ist unbekannt.
Aber was - auf welche Weise auch immer - über Nacht geschehen ist, bedeutet: Die Erde ist plötzlich ein lebendiger Alptraum mit surrealen Dimensionen. Die Bevölkerung wird von einer unerklärlichen, unvorstellbaren und absolut tödlichen Plage heimgesucht. Die Toten steigen aus ihren Gräbern. Vom Hunger getriebene Leichen machen erbarmungslos Jagd auf die wenigen Überlebenden dieses apokalyptischen Horrors, gehetzt von der kannibalischen Gier nach Menschenfleisch...
Nach einer panischen Flucht aus ihrem Haus, irgendwo in einer Vorstadt im US-Bundesstaat Wisconsin, trifft Ana Clark (Sarah Polley) auf eine kleine Gruppe Überlebende, die aus dem wortkargen Polizisten Kenneth (Ving Thames), dem zurückhaltenden Michael (Jake Weber), dem abgebrühten Andre (Mekhi Phifer) und dessen schwangeren Frau besteht. Diesem zusammengewürfelten Haufen gelingt es schließlich, sich in einem verlassenen Luxuseinkaufszentrum zu verschanzen.
Ab 15.04. im Kino. Seelischen Beistand gibts am Stand von Kinofans.com. Falls Ihr vorher lieber die Stadt verlassen wollt - beeilt EUCH , und schaut ab und zu rückwärts über die Schulter.....
Während die Welt vor den Toren dieser Festung des 20sten Jahrhunderts längst zur lebendigen Hölle mutiert ist, kämpft die kleine Gruppe mit aller Kraft gegen die ständig größer werdende Zombie-Armee, die drauf und dran ist, das Einkaufszentrum zu stürmen. Abgeschottet von den Überresten einer zivilisierten Außenwelt müssen sich Ana und ihre Mitstreiter nicht nur gegen Horden von Untoten zur Wehr setzen, sondern auch ihre eigenen Vorurteile und Verdächtigungen, die sie gegeneinander hegen, über Bord werfen. Denn nur so haben sie eine kleine Chance dem Zombie-Terror zu entkommen. Und was am Wichtigsten ist - als "Mensch" zu überleben.
Wenn in der Hölle kein Platz für sie ist, kommen die Toten auf die Erde...
ÜBER DIE PRODUKTION
25 Jahre, nachdem George A. Romeros apokalyptischer Horrorklassiker "Dawn of the Dead" Millionen von Kinozuschauer auf der ganzen Welt in Angst und Schrecken versetzte, hat der Werbefilmer Zack Snyder den Schocker jetzt noch einmal verfilmt. "Dawn of the Dead" ist aber viel mehr als nur ein bloßes Remake: Es ist eine originelle und visionäre Weiterführung des Zombie-Kultfilms. Zack Snyder gibt damit außerdem sein Leinwanddebüt.
Die meiste Zeit waren die Filmemacher von "Dawn of the Dead" von einer ähnlichen Besessenheit ergriffen wie die Horden der Untoten im Film. Freilich mit dem kleinen, aber feinen Unterschied: Sie waren nicht mit aller Gier auf Menschenfleisch fixiert - sondern darauf, ein Zombie-Movie zu machen. Produzent Eric Newman, selbst langjähriger Horrorfilm-Fan und erklärter Liebhaber des "Nicht-ganz-tot"-Subgenres, erinnert sich: "Diese Art von Filmen habe ich schon von jeher gemocht, und mein einsamer Favorit war natürlich immer Romeros "Dawn of the Dead". Sicher, es gab auch andere Zombie-Filme, aber für mich war "Dawn of the Dead" einfach einmalig und allen anderen Horror-Movies haushoch überlegen. Leider hat dieses Genre von meiner Generation nie die Anerkennung erhalten, die ihm eigentlich zugestanden hätte." Wohl auch deshalb war es für Newman ein Anliegen, das Zombie-Movie ins 21ste Jahrhundert zu retten. Und zwar mittels eines qualitativ hochwertigen Drehbuchs, einer Top-Besetzung und mit einem super-modernen Produktionsstandard, den nur ein Hollywood-Studio zu bieten hat.
Dass das Untoten-Genre einfach nicht tot zu kriegen ist, weiß Newmann nur zu gut: "Die Zombie-Mythen sind ja - wie zum Beispiel auch die Vampir-Sagen - schon Jahrtausende alt. Für mich sind Zombies außerdem auch die perfekte Verkörperung des Bösen, denn sie sind furchtlos, aggressiv und allgegenwärtig. Und sie haben immer nur eines im Sinn: dich zu jagen, dich umzubringen - und dich zu essen! Mit Zombies kannst du nicht groß das Diskutieren anfangen, da musst du handeln. Am besten schnell und entschlossen, denn sonst ist es um deine Individualität - dein "Menschsein" - geschehen. Zombies sind hirnlose Massen, die sich dich einfach - im wahresten Sinne des Wortes - einverleiben wollen!"
Es dauerte nicht lange, da hatte sich an Newmans Zombie-Fieber der renommierte Produzent Marc Abraham angesteckt. Abraham war es auch, der sich mit Richard Rubinstein in Verbindung setzte, dem Mann, der 1979 das George A. Romero-Original "Dawn of the Dead" produzierte und bis heute die Rechte daran hält. Damals wurde das Original in den USA von einem kleinen Independent-Verleih in die Kinos gebracht und spielte etwas über 20 Millionen Dollar ein. Und den meisten Kritikern gefiel, was sie sahen. Roger Ebert, der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Filmpapst der Chicago Sun-Times, gab dem Film sogar die volle Vier-Punkte-Wertung.
Natürlich ging seitdem fast kein Jahr vorbei, in dem nicht Filmemacher aus aller Welt versuchten, sich die Rechte für ein Remake bei Rubinstein zu sichern. Doch der dachte nicht im Traum daran, darauf einzugehen - bis er Newman begegnete. Und auch da verhielt er sich anfangs eher zögerlich. "Ich bin der festen Überzeugung, dass der Erfolg von Georges Film damals vor allem darin begründet lag, dass "Dawn of the Dead" komplett außerhalb des mächtigen Studio-Systems realisiert und vertrieben wurde", meint Rubinstein heute. "Deshalb war ich anfangs durchaus etwas skeptisch, dass jetzt ein großes Hollywood-Studio den Film machen sollte. Ich befürchtete, dass man während der Produktion langsam aber sicher Newmans ursprüngliche Remake-Vision sterilisieren und zu einem sogenannten "anspruchsvollen" Film glattbügeln würde. Um ehrlich zu sein, hat mich schließlich Marc Abrahams guter Ruf überzeugt, dann doch grünes Licht zu geben. Denn wie mir scheint, hatte bei allen seinen Filmprojekten die kreative Integrität immer die höchste Priorität."
"Ich würde mich sehr freuen, wenn unser Film viele alte Fans glücklich machen - und viele neue Fans gewinnen würde. Das ist nämlich der einzige Grund, warum wir den Film überhaupt gemacht haben", meint Eric Newman.
Um diesen hohen Anspruch auch einlösen zu können, war allen Beteiligten klar, dass "Dawn of the Dead" viel mehr als nur ein Remake sein musste. Es sollte eine Art "Neu-Erfindung" des Klassikers sein, eine originelle, visionäre Weiterführung. Denn ein plattes Remake wäre so überflüssig gewesen wie ein Kropf. "Es gibt tatsächlich eine Handvoll Filmklassiker, bei denen eine Neuverfilmung wirklich gut gelungen ist. Ich denke vor allen an Kaufmans "Die Körperfresser kommen", Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" und Cronenbergs "Die Fliege"", meint Newman. "Das sind alles große Filme, die den Originalen eher noch etwas hinzufügen, als diese zu schmälern. Und genau das war auch unser Credo bei dem Versuch, das Zombie-Genre für ein neues Publikum attraktiv zu machen."
Abraham meint dazu: "Romeros 1979 erschienener Film "Dawn of the Dead" wurde sehr schnell zum Kultfilm und ist bei den Fans zu recht hochgeschätzt. Er ist fraglos ein Meilenstein des Horror-Film-Genres. Wir haben uns nichts weniger vorgenommen, als diese Magie einem neuen und jüngeren Publikum wieder nahebringen zu wollen, das den Original-Film vielleicht nie gesehen hat. Dabei lassen wir uns natürlich sehr gerne von der modernsten Technik unterstützen."
Schnell waren sich Rubinstein, Newman und Abraham einig, dass ihr Film von der neuesten Produktions-Technologie, den elaborierten Spezialeffekten und Make-up-Künsten nur profitieren würde: "Wir waren uns aber auch alle bewusst, dass einige der zentralen Themen von damals - wie zum Beispiel der Aspekt "Gruppendynamik gegen Einzelinteresse" oder das zügellose Konsumverhalten - auch in unserer heutigen Welt noch von großer Relevanz sind. Die essentielle Frage für die potentiellen Drehbuchautoren war also: Wie schaffe ich es, diese Original-Elemente beizubehalten und sie gleichzeitig für ein heutiges Publikum interessant aufzubereiten?"
Der richtige Mann für dieses Kunststück schien James Gunn - ein weiterer ausgewiesener Zombie-Fan - zu sein, der mit seinem Underground-Kulthit "Tromeo & Juliet" in den einschlägigen Kreisen bereits für erheblich Furore gesorgt hatte. James Gunn hatte schon sehr früh sein Interesse daran bekundet, das Drehbuch schreiben zu wollen. Als Rubinstein schließlich sein Okay gab, war Gunn außer sich vor Freude: "Ich bin ein großer Fan von Romeros "Dawn of the Dead" und habe ihn mir bestimmt schon ein Dutzendmal angesehen. Er ist, wie ich finde, der erste Horrorfilm, der sich einerseits auf soziale Missstände bezieht und andererseits doch auch ein hammerharter Schocker ist. Außerdem hatte ich die Nase voll davon, immer nur Komödien zu schreiben, was ich in den letzten Jahren fast ausschließlich getan habe. Endlich wollte ich die Leute nicht mehr zum Lachen bringen - sondern zum Schreien, Weinen und Wimmern." Das Script von Gunn überzeugte nicht nur die Produzenten, sondern auch das Universal Pictures Studio, das "Dawn of the Dead" nun so schnell wie möglich machen wollte. Jetzt galt es also den geeigneten Regisseur zu finden.
Und wie es der Zufall so wollte, suchte der zur Zeit wohl angesagteste Werbefilmer Zack Snyder gerade nach dem richtigen Stoff für seinen ersten Kinofilm. Als ihm das Drebuch zu "Die Nacht der Zombies" auf den Schreibtisch flatterte, wusste er, dass er seinem Traum ein großes Stück näher war. Snyder, selbst ein Kenner des Originals und großer Horror- & Comic-Fan, konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als sein Kinofilmdebüt mit jeder Menge Zombies zu bevölkern: "Ich wollte für meinen Erstling etwas haben, das mich Einstellung für Einstellung total begeistern würde. Bei "Dawn of the Dead" wusste ich, dass das der Fall war."
Und Snyder weiter: "Das Wichtigste für mich war, dass der Film total ernsthaft rüberkommen sollte. Ich wollte ihn kalt und meeserscharf. Natürlich gibt es ein bisschen schwarzen Humor und einige verschleierte Referenzen an das Original. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber in erster Linie sollte der Film - bei all dem witzigen Zeug und kranken Humor - Angst machen."
Der Respekt des Regisseurs vor dem Original ging sogar soweit, dass er einigen, die schon damals mit von der Partie waren - die Schauspieler Ken Foree und Scott Reiniger, sowie den Maskenbildner Tom Savini - zu Cameo-Auftritten überredete. "Zacks Begeisterung für das Projekt war - verzeihen Sie das Wortspiel - geradezu ansteckend," meint Newman anerkennend.
Produzent Abraham war vor allem von Snyders detailierter Vorbereitung auf das Projekt beeindruckt: "Zack hatte eine ganz spezielle Vision vom Look des Films, und so zeichnete er kurzerhand das komplette Storyboard selbst. Wir wären nie in der Lage gewesen, diese hervorragende Besetzung zusammenzubekommen, wenn wir nicht aufgrund dieser minutiösen Vorbereitungen so detailliert - und mit dem richtigen Dreh - über unser Projekt hätten sprechen können."
Snyder war mit den Produzenten einer Meinung, dass es völlig sinnlos wäre, einfach ein plattes Remake zu machen. "Ein Remake ist doch langweilig. Man nimmt sich einfach das Drehbuch vor und filmt es - ohne etwas zu verändern - noch einmal ab. Das ist nicht meine Welt. Ich wollte keine Wiederholung, ich wollte eine frische, unverbrauchte Interpretation. Unser Film ist eine Re-Visionierung. Wir haben ihn definitiv mit ein paar Steroiden aufgepumpt. Es macht auch wenig Sinn, unseren Film mit dem Romero-Original zu vergleichen. Das sind zwei ganz verschiedene Filme. Unser Film hat definitiv eine eigenständige Persönlichkeit und einen ganz eigenen Ausdruck"
Das Wichtigste war jetzt, talentierte Schauspieler zu finden. "Meine Erfahrung als Produzent von "Creepshow" und "Friedhof der Kuscheltiere" hat mir gezeigt, dass es bei einem sogenannten "Popcorn-Movie" fast noch wichtiger ist ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler zu haben, als bei einem Drama", meint Rubinstein. "Das ist der Grund, warum wir bei der Drehbuchentwicklung und der Besetzung der Schauspieler keine Kosten und Mühen gescheut haben."
Dass sich ausgerechent Sarah Polley, die sich bisher vor allem in Independent-Movies einen Namen gemacht hatte, für die Rolle der Krankenschwester Ana Clark - die im Film als eine Art moralischer Kompass das Herzstück der Gruppe ist - interessierte, verblüffte sogar ihren Agenten. "Das hatte wohl niemand von mir erwartet", lacht Polley, "aber mir hat die Rolle und der Film sofort zugesagt. Außerdem liebe ich das Original. Als Zack und Eric mir dann die tollen Ideen für ihre Version unterbreitet haben, war ich sofort Feuer und Flamme. Mir war schnell klar, dass man das ganze surreale Szenario total ernst nehmen musste, um den beabsichtigten dramatischen Effekt zu erreichen. Das war natürlich eine große Herausforderung. Im Horror-Genre ist es ja in der letzten Zeit zur Masche geworden, das Ganze meist sehr ironisch und selbstreferentiell darzustellen. Das genau wollten wir ja nicht machen. Und ich finde, es gehört schon sehr viel Mut dazu cool zu bleiben, wenn man mit ein, zwei Gags sehr leichtes Spiel haben könnte."
Snyder war sich voll und ganz bewusst, dass Polley eigentlich ganz andere Filme bevorzugte und war sehr froh, sie schließlich an Bord zu haben. "Sarah macht den Film total glaubwürdig. Jeder weiß, was sie für eine ernsthafte Schauspielerin ist, die sich immer voll und ganz mir ihrer Rolle identifiziert. Wenn das Publikum sie auf der Leinwand sieht, dann kann es gar nicht anders als ihr zu glauben." Es gab aber noch einen weiteren - ganz geheimen - Grund, warum Polley unbedingt bei diesem Film dabeisein wollte: "Hiermit gestehe ich - Zombies üben seit jeher eine große Faszination auf mich aus! Das hat sicher etwas mit der Frage zu tun, was wohl passieren würde, wenn der Tod nicht - wie alle behaupten - final und endgültig ist. Wenn wir also sozusagen nur halbtot wären, und unsere Körper noch lebten. Und da gibt es noch ein Geheimnis, das ich jetzt offenbaren will: Viele Spiele, die ich als kleines Mädchen gespielt habe, hatten etwas mit Zombies zu tun. Ganz ehrlich! Und natürlich liebe ich Romeros Filme."
Da "Dawn of the Dead" für Sarah Polley der erste Action-Film sein sollte, bei dem sie mitspielte, hatte sie aus Mangel an Erfahrung den physischen Aspekt wohl etwas unterschätzt. "Während der Dreharbeiten wurde mir schlagartig bewusst, dass ich in allen meinen anderen Filmen noch nie gerannt war. Nicht einmal. Und bei diesem Film, so schien es mir, tat ich nichts anderes als rennen", lacht sie. "Und ich bin sicher nicht ganz unglücklich darüber, dass Ana - neben dem ganzen Rennen, Schreien und Sich-fürchten - auch Charakter zeigen darf, für sich und andere Verantwortung übernimmt - und schließlich ihre Frau steht."