Der Diktator

Der Diktator © 2012 Paramount Pictures

Der sagenhafte Sacha Baron Cohen kehrt zurück auf die Leinwand und wieder einmal kümmert er sich herzlich wenig um die Grenzen des guten Geschmacks: DER DIKTATOR erzählt — politisch völlig unkorrekt — die heldenhafte Geschichte eines Machthabers, der um jeden Preis verhindern will, dass sein schönes Land, welches er voller Hingabe unterdrückt, ins Chaos der Demokratie gestürzt wird. Nachdem Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen) nach Amerika geladen wird, um sein nukleares Atomprogramm zu rechtfertigen, wird er in dem von ihm liebevoll titulierten „Geburtsort von Aids“ kurzerhand gekidnappt und durch einen ihm zum Verwechseln ähnlich sehenden Ziegenhirten ersetzt. Der Diktator findet sich daraufhin schutz- und obdachlos in New York wieder, bis er auf einen „kleinen Mann“ trifft, der, wie sich herausstellt, die Besitzerin eines veganen Öko-Ladens ist und ihm Asyl bietet … doch Admiral General Aladeen duldet kein Asyl … sondern will seine 14-stündige Rede vor den Vereinten Nationen halten!


Der Stoff basiert auf dem Roman „Zabibah and the King“, der zunächst anonym veröffentlicht worden war, dann aber als literarisches Werk des ehemaligen irakischen Despoten Saddam Hussein enttarnt wurde. Eine Paraderolle für den Briten Sacha Baron Cohen, der bereits als kruder kasachischer Journalist „Borat“ im gleichnamigen Kinoerfolg das Publikum mit intelligentem Humor zum Johlen brachte — und wenig später als schwuler österreichischer Fashion-Experte „Brüno“ für Lachanfälle und volle Kinosäle sorgte. DER DIKTATOR vereint Baron Cohen einmal mehr mit dem originellen Autor und Regisseur Larry Charles („Seinfeld“), der bereits bei „Borat“ und „Brüno“ Regie führte. Neben Baron Cohen, der einst im britischen Fernsehen als „Ali G.“ bekannt wurde, sind Anna Faris („Scary Movie“) sowie Oscar®-Preisträger Sir Ben Kingsley („Hugo Cabret“) und John C. Reilly („Der Gott des Gemetzels“) in den Hauptrollen zu sehen.

Sacha Baron Cohen - der Mann hinter der Figur

Sacha Baron Cohen machte sich in der internationalen Comedyszene einen Namen mit seinem satirischen Alter Ego Ali G. Der selbst ernannte Gangsta-Rappa und Möchtegern-Jamaikaner, bekannt für Sonnenbrille, Strickmütze und politisch unkorrekte Ausdrucksweise, tauchte 1998 erstmals in der britischen Comedyserie „The 11 O’Clock Show“ auf und geriet sofort zu einer der populärsten Figuren des Formats, für das Baron Cohen nicht nur als Darsteller und Koautor fungierte, sondern auch als ausführender Produzent verantwortlich zeichnete.

Zwei Jahre später machte Sacha Baron Cohen die Figur in „Da Ali G Show“ zu einem britischen TV-Phänomen, dem 2003 der gleichnamige amerikanische Ableger folgte. Auch diese von HBO in Auftrag gegebene Comedyshow entwickelte sich zu einem großen Erfolg. Bereits die erste Staffel wurde 2003 in den Kategorien „Outstanding Non-Fiction Program“, „Outstanding Writing for Non-Fiction Programming“ und „Outstanding Directing for Non-Fiction Programming“ für den Emmy vorgeschlagen. 2005 folgten weitere Emmy-Nominierungen in den Kategorien „Outstanding Variety, Music or Comedy Series“, „Outstanding Writing for a Variety, Music or Comedy Program“ und „Outstanding Directing for a Variety, Music or Comedy Program“. Darüber hinaus hatte Baron Cohen bereits für die britische Originalserie zwei Awards der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) erhalten — in den Kategorien „Best Comedy“ und „Best Comedy Performance“. Schließlich moderierte Cohen, der es liebt, auch jenseits des Serienformats in seine populären Rollen zu schlüpfen, als Ali G. Die 2001 in Frankfurt veranstalteten MTV Europe Music Awards. 2005 übernahm er in Lissabon erneut die Moderation der MTV Europe Music Awards — nun als Borat, sein anderes Alter Ego. Selbstredend erzielten beide von MTV ausgestrahlten Veranstaltungen Rekordquoten. Auch beim traditionellen Class Day der Harvard University trat Baron Cohen 2004 als Redner auf — erneut mit seiner populären Figur Ali G.

Die Erfolge des britischen Star-Comedians lassen sich auch in der vom Hochglanzmagazin GQ vergebenen Auszeichnung „Man of the Year“ ablesen, die Baron Cohen insgesamt viermal erhielt: Verliehen wurde diese Auszeichnung von der britischen und amerikanischen Ausgabe des Magazins. Nach seinen britischen und amerikanischen Erfolgen eroberte Baron Cohen schließlich auch den Rest der Welt. Mit seinem zweiten Alter Ego, dem kindlich-naiven, respektlosen kasachischen Journalisten Borat Sagdiyev machte er Larry Charles’ Komödie „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ (BORAT, 2006) zu einem weltweiten Triumph.

„Eine der besten Komödien des letzten Jahrzehnts und vielleicht ein ganz neues Filmgenre“, schwärmte das Magazin Rolling Stone von diesem Hit, der in 24 Ländern die Spitze der Charts eroberte und in den USA mit einem Startergebnis von 26 Millionen Dollar einen neuen Rekord für einen Film erzielte, der in 1000 Kinos oder weniger angelaufen war. Insgesamt 250 Millionen Dollar spielte die Komödie schließlich ein, die Baron Cohen in der Kategorie „Best Performance by an Actor in a Motion Picture — Comedy or Musical“ einen Golden Globe® und eine Oscar®-Nominierung in der Kategorie „Best Adapted Screenplay“ einbrachte. Darüber hinaus wurden dem im November 2006 gestarteten Film zahllose weitere Ehrungen und Auszeichnungen zuteil. So reihte ihn das American Film Institute (AFI) unter die „Ten Most Outstanding Motion Pictures of the Year“, die „Zehn herausragenden Filme des Jahres“, ein. Schließlich wurde Sacha Baron Cohen 2007 bei den British Writers Guild Awards die Auszeichnung „Writer of the Year“ verliehen. In der Kategorie „Best Adapted Screenplay“ wurde er für einen Award der Writers Guild of America (WGA) vorgeschlagen. Des Weiteren erhielt der Brite Darstellerpreise von der Los Angeles Film Critics Association (LAFCA), den Utah Film Critics, dem San Francisco Film Critics Circle, der Toronto Film Critics Association sowie von den Online Film Critics.

Nach diesem Welterfolg öffneten sich viele Türen für Sacha Baron Cohen und er erzielte auch ohne seine populären Alter Egos große Erfolge: So begeisterte er an der Seite von Will Ferrell und John C. Reilly in Adam McKays Hitkomödie „Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby“ (RICKY BOBBY — KÖNIG DER RENNFAHRER, 2006). Hier spielte er den exzentrischen französischen Formel-1-Champion Jean Girard. Ein Jahr später geriet er als Signor Adolfo Pirelli, ein schmieriger Coiffeur-Konkurrent von Johnny Depp in Tim Burtons „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street“ (SWEENEY TODD: DER TEUFLISCHE BARBIER AUS DER FLEET STREET, 2007), unter die tödlich scharfe Klinge der von Depp verkörperten Titelfigur. Darüber hinaus lieh Sprachtalent Baron Cohen dem Lemuren-König Julien in zwei Animationshits seine Stimme. Zunächst in „Madagascar“ (MADAGASCAR, 2005), der weltweit über 500 Millionen Dollar einspielte, dann auch in der erneut von Eric Darnell und Tom McGrath inszenierten Fortsetzung „Madagascar 2: Escape to Africa“ (MADAGASCAR 2, 2008), die ein weltweites Einspielergebnis von 594 Millionen Dollar verbuchen konnte.

Auch mit Brüno, dem dritten Alter Ego aus „Da Ali G Show“, konnte Sacha Baron Cohen erfolgreich auf der großen Leinwand reüssieren. Wie schon „Borat“ von Jay Roach produziert und von Larry Charles inszeniert, spielte „Brüno“ (BRÜNO, 2009) mit seinem Titelhelden, einem schwulen österreichischen Modejournalisten, weltweit 138 Millionen Dollar ein. Sacha Baron Cohen übernahm dabei nicht nur die Hauptrolle, sondern arbeitete auch als Produzent und Koautor an der Komödie mit, die ihm den „Peter Sellers Award for Comedy“ einbrachte, der bei den Evening Standard British Film Awards verliehen wird.

Auch mit Johnny Depp arbeitete Baron Cohen ein weiteres Mal zusammen, denn der amerikanische Superstar gehörte zu den Produzenten von Martin Scorseses magisch-nostalgischem Jugendabenteuer „Hugo“ (HUGO CABRET, 2011). Sacha Baron Cohen war hier als gefürchteter, aber letztlich gutherziger Stationsvorsteher zu sehen. Scorseses mit fünf Oscars® ausgezeichneter und in den 1930er-Jahren angesiedelter Film ist eine Mischung aus Märchen und Mysterydrama und erzählt von einem Waisenjungen, der im Labyrinth des Pariser Bahnhofs Montparnasse lebt, sich dort durchzuschlagen versucht und in eine geheimnisvolle Geschichte verwickelt wird, in der sein von Jude Law dargestellter Vater und der von Ben Kingsley verkörperte Filmpionier Georges Méliès Schlüsselrollen spielen.

Dass Sacha Baron Cohen mit seinen Figuren Ali G., Borat und Brüno die Zuschauer zum Lachen brachte und faszinierte, steht außer Frage. Doch sein ganzes darstellerisches Spektrum wird das Multitalent wohl erst in einem biografischen Drama über Queen-Sänger Freddy Mercury zeigen können, das 2013 in die Kinos kommen soll. Baron Cohen wird hier den charismatischen Frontmann der erfolgreichen Band verkörpern, deren Weg der Film bis zum Auftritt beim Live-Aid-Konzert 1985 begleitet. Peter Morgan, der für seine Drehbücher zu Ron Howards Drama „Frost/Nixon“ (FROST/NIXON, 2008) und Stephen Frears’ Drama „The Queen“ (DIE QUEEN, 2006) für den Oscar® vorgeschlagen wurde, wird hier das Drehbuch schreiben und Oscar®-Preisträger Robert De Niro zu den prominenten Produzenten des Films gehören.

Bis dahin verkürzen zwei weitere große Projekte Baron Cohens die Wartezeit. So spielt er an der Seite von Russell Crowe und Hugh Jackman den Bösewicht Thénardier in „Les Misérables“, Tom Hoopers Verfilmung des Musicals von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil, sowie in Quentin Tarantinos Italowestern „Django Unchained“ die kleine, aber wichtige Rolle von Scott Harmony.

Mit seiner Frau, der aus P.J. Hogans Komödie „Confessions of a Shopaholic“ (SHOPAHOLIC — DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN, 2009) und David Dobkins Erfolgskomödie „Wedding Crashers“ (DIE HOCHZEITS-CRASHER, 2005) bekannten Schauspielerin Isla Fisher und den zwei gemeinsamen Töchtern lebt Sacha Baron Cohen abwechselnd in Los Angeles und seiner Heimatstadt London.

Szene Fotos und Trailer


Details zu Der Diktator

Titel:Der Diktator
The Dictator (USA 2012)
Verleih:Paramount
Genre:Komödie
Regie:Larry Charles
Darsteller:Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Ben Kingsley
Spielzeit:88 Minuten
Filmstart:17. Mai 2012
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