|
Zwei befreundete Paare - jung, dynamisch, gut situiert - treffen an einem Abend zufällig aufeinander. Was mit scheinbar harmloser Plauderei beginnt, gerät zusehends außer Kontrolle. Lang gehütete Geheimnisse und gegenseitige Vorbehalte treten offen zu Tage. In der immer schärfer werdenden Konfrontation versagen die gewohnten Kommunikations-Muster und die Gruppe überschreitet wesentliche Regeln gesellschaftlicher Konventionen. Erst am Morgen wird klar: Nichts ist mehr wie vorher, diese Nacht hat alles verändert...
Darsteller: Anika Mauer, Lisa Martinek, Tim Lang
Regisseur(e): Alexander Schüler
Wer einen solchen Abend übersteht muss das Leben nicht mehr fürchten!
Bänker Walther kommt unverhofft nach Hause, eigentlich sollte er auf Dienstreise sein. Seine Frau Anna wirkt daraufhin etwas ungehalten, denn sie hatte eigentlich für den Abend ihre Mutter eingeladen. So beginnt Rendezvous. Im weiteren Verlauf des Films, der übrigens nur in der Wohnung unseres Yuppi-Ehepaares spielt, kristallisiert sich unser Bänker relativ schnell als karrieregeiles Arschloch heraus, dem außer Geld eigentlich nichts wichtig ist. Wer würde es also Anna verübeln, wenn sie sich mal eine Portion Gefühle und Streicheleinheiten woanders holt? Niemand, schätze ich. Und so entpuppt sich der Besuch der Mutter relativ schnell als Besuch des Lovers, der auf einen netten Abend, mit Sekt bewaffnet vorbeischaut. Beim Lover handelt es sich um Jost, den gemeinsamen Freund des Paares, so dass unser Bänker zwar etwas überrascht ist, aber die Situation zunächst gerettet werden kann. Dann eskaliert die Situation über den Abend hinweg immer mehr, die Fronten sind klar. Irgendwann stellt sich noch heraus, dass auch unser Bänker ein Verhältnis hat, zufälligerweise mit der Frau von Jost – die dann auch noch ganz zufällig zu dieser geselligen Runde stößt. In der zweiten Halbzeit wird auch des Bänkers Verhältnis nicht geheim gehalten. Es folgen Beleidigungen, Prügel, Zusammenbrüche, gegenseitige Beschuldigungen, ein Fick in der Sauna und zum Abschluss noch die Diskussion über Selbstmord, der sogar noch ein Opfer findet….
Rendezvous hat einen guten Start – so kann ich mir das für einige tausend Deutscher Ehepaare vorstellen, die sich nach einigen Jahren richtig gegenseitig ankotzen. Der Bänker ist richtig hassenswert. Echt klasse. Allerdings wirkt zumindest die zweite hälfte des Films etwas an der Haaren herbeigezogen. Zu viele Zufälle. Grundsätzlich unterhaltsam und wahrscheinlich ideal für Frauenabende vorm Fernseher ( ohne Lover). ( RB) |