Mit BUDDENBROOKS hat der vielfach preisgekrönte Regisseur und ausgewiesene Mann-Kenner Heinrich Breloer (Die Manns – Ein Jahrhundertroman) einen zutiefst bewegenden Film über den Aufstieg und Fall einer deutschen Familie an der Zeitenwende zur Moderne geschaffen. Voller Opulenz und mit universellen Themen von erstaunlicher Aktualität erlebt der Zuschauer mit den Buddenbrooks den Überlebenskampf einer Familie in einer sich verändernden Zeit – und findet sich selbst wieder, im Ringen um gesellschaftliche Anerkennung und Liebe, im Streben nach privatem Glück in einer härter werdenden Geschäftswelt.
Ein herausragendes Darsteller-Ensemble um Armin Mueller- Stahl, Jessica Schwarz, August Diehl, Mark Waschke und Iris Berben erweckt einen der bedeutendsten deutschen Romane für die große Leinwand zum Leben. Ein Stück Weltliteratur, das mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde und Millionen von Lesern begeisterte. BUDDENBROOKS – ein Film über eine Jahrhundertfamilie.
Lübeck – in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Freie und Hansestadt ist umtriebiger Marktplatz und stolze Kulisse für den Handel wohlhabender Bürger. Vom Aufschwung der sich öffnenden Märkte profitiert eine der führenden Kaufmannsfamilien der Stadt: die Buddenbrooks bauen mit glücklicher Hand im Getreidehandel über mehrere Generationen ein Imperium auf. Konsul Jean Budden brook (Armin Mueller-Stahl) und seine Frau, Konsulin Bethsy (Iris Berben), haben alles erreicht, was ihnen ins Familienstammbuch geschrieben war: In ihrem Univer sum ist das Private mit dem Geschäftlichen untrennbar verbun den, sind Familie und Firma eins, gesellschaftliche Anerkennung und Pflichterfüllung alles. Persönliche Bedürfnisse treten hinter den sozialen Status zurück.
In diesem Sinne erziehen die Buddenbrooks auch ihre drei Kinder, Thomas (Mark Waschke), Christian (August Diehl) und Antonie Buddenbrook (Jessica Schwarz). Von den Söhnen wird das Erlernen des Kaufmannsberufs und seine Ausübung zum Wohle der Firma erwartet, für Tochter Tony ist eine standesgemäße Ehe vorgesehen: Die Lebenswege der drei Bud denbrook-Erben sind ge nau vor gezeichnet. Zunächst aber toben die Geschwister unbeschwert wie andere Kinder auch übers Pflaster der Hansestadt, liefern sich abenteuerliche Leiterwagen-Rennen mit den Hagenströms durch die steilen Gassen hinunter zur Trave und flüchten vor dem Schutzmann in enge Hinterhöfe. Hermann Hagen ström trotzt Tony, seiner Kinderliebe, die er ein Leben lang verehren wird, einen Kuss ab – und erntet dafür eine Ohrfeige.
Einige Jahre später sind aus den Buddenbrooks-Kindern junge Erwachsene geworden. Bei einem großen Ball umwirbt Hermann Hagenström (Fedja van Huêt) die schöne Tony. „Das Fräulein Tochter spielt wieder die Prinzessin von Lübeck“, kommentiert sein Vater, Konsul Hinrich Hagenström (Wolfgang Hinze) ihren glänzenden Auftritt vor den neugierigen Augen der Gesellschaft. Hermann hingegen holt, für einen Tanz allein mit seiner Traumprinzessin, sogar das Orchester zurück. Der Konsul sieht den Umgang mit dem Emporkömmling nicht gern, und Tony beendet pflichtschuldig den Spaß.
Kurz darauf macht der Hamburger Kaufmann Grünlich (Justus von Dohnányi), der beim Ball ein Auge auf Tony geworfen hat, im Hause Buddenbrook seine Aufwartung und wirbt um die Tochter. Die Konsulin sieht in ihm einen wohlerzogenen Ehekandidaten, der Konsul einen fähigen Geschäftspartner. Erkundigungen werden eingeholt – es scheint die perfekte Gelegenheit für das Mädchen im heiratsfähigen Alter, sein Glück zu machen.
Aber Tony ist der von den Eltern Erwählte zuwider, sie flüchtet in die Sommerfrische ans Meer nach Travemünde. Dort findet sie in dem Medizinstudenten Morten Schwarzkopf (Alexander Fehling), dem Sohn des Lotsenkommandanten, in dessen Haus sie wohnt, die große Liebe ihres Lebens. Doch das ungetrübte Sommerglück ist nicht von Dauer: Senatorin Möllendorpf (Sunnyi Melles) und ihr Gefolge sehen Tony und Morten am Strand, Gerüchte erreichen bald die Stadt und Grünlich verlangt die Rückkehr seiner Zukünftigen. Bald ist die Mitgift ausgehandelt und Tonys Schicksal besiegelt. Hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe zu Morten und der Loyalität zu ihrem Vater, der auf Familienräson pocht – „wir sind Glieder einer Kette“ – gibt Tony schließlich nach. Sie trägt ihre Verlobung mit Grünlich in die traditionsreiche Familienchronik ein, in der seit Genera tionen alle wichtigen Ereignisse der Familie festgehalten werden. „Ob sie wohl glücklich ist?“ fragt die Konsulin ihren Mann nach der Hochzeit. Der antwortet: „Sie ist zufrieden mit sich selbst. Das ist das solideste Glück, das wir auf Erden erlangen können.“
Tonys Brüder dagegen genießen – noch – ihre Freiheit und die Privilegien von Jugend und Herkunft. Thomas unterhält eine leidenschaftliche Beziehung mit dem schönen Blumenmädchen Anna (Maja Schöne), der jüngere Christian gibt sich den Freuden des Theaterlebens und -liebens hin. Die unbeschwerte Zeit endet, als Thomas zur weiteren Ausbildung zu Geschäftspartnern nach Amsterdam, Christian nach London und später in die Kolonien nach Übersee geschickt wird. In Briefen an die Eltern erzählt Thomas von seiner Bewunderung für die schöne Kaufmannstochter Gerda (Léa Bosco), die er in Holland kennen lernt. Eine begnadete Violinistin, die mit ihrem Vater die schönsten Duette spielt – obendrein wäre sie eine glänzende Partie, die eine große Mitgift in die Firma einbringen würde. Doch Gerda will sich noch nicht entscheiden.
Auch an Lübeck gehen die Zeichen der Zeit nicht vorbei. Arbeiter und Handwerker proben den Aufstand, rufen im ehrwürdigen Rathaus die Revolution aus, zum Entsetzen der überforderten Obrigkeit. Konsul Jean wendet sich auf plattdeutsch an die Aufständischen und verlangt Ruhe und Ordnung. Zwar hören ihm die Leute zu, er genießt Ansehen in der Arbeiterschaft, doch es fliegen auch Steine. Einer davon trifft Jeans Schwiegervater Lebrecht Kröger und verletzt ihn tödlich...