Filminfo: Wächter des Tages
 
 

In einer schillernden Mischung aus modernsten Special Effects, faszinierenden Actionsequenzen und nervenzerreißendem Horror erzählt das im Moskau von heute spielende Fantasyspektakel vom ständigen Kampf zwischen Gut und Böse, dessen Gleichgewicht von den Kräften des Lichts und der Finsternis aufrecht erhalten wird, das Ergebnis eines Jahrhunderte alten Waffenstillstands zwischen den rivalisierenden Seiten. Der uralte Krieg zwischen den Kräften des Lichts und der Finsternis steht an einem tragischen Wendepunkt. Beide Seiten haben jeweils einen mächtigen Anführer gefunden und bereiten sich auf eine große Endschlacht vor. Wieder ist es Anton Gorodetsky (KONSTANTIN KHABENSKY), der zwischen den beiden Rivalen steht. Einerseits hat sich Antons Sohn Egor (DIMA MARTYNOV) den Kämpfern der Dunkelheit angeschlossen, andererseits ist Svetlana, Antons große Liebe, die neue Hoffnung der Kämpfer des Lichts. Aber das ist nur der Anfang von Antons Problemen: Nachdem er des Mordes angeklagt wurde, befindet er sich auf der Flucht. Und die Lage scheint immer bedrohlicher zu werden. Seine letzte Hoffnung ist die antike Kreide des Schicksals. Doch das Artefakt ist bereits seit Hunderten von Jahren verschwunden....

Die Geschichte des bahnbrechenden Fantasy-Epos WÄCHTER DES TAGES (DNEVNOI DOZOR) von Regisseur und Drehbuchautor Timur Bekmambetov beruht auf dem Erfolgsroman von Sergei Lukyanenko und Vladimir Vasiliev. Als mit WÄCHTER DER NACHT (NOCHNOI DOZOR) der erste Teil der Saga im Juli 2004 in seiner Heimat Russland in den Kinos startete, brach der Film sämtliche Einspielrekorde der russischen Filmgeschichte. Mit einem Einspielergebnis von über 16 Millionen Dollar übertraf der für gerade einmal vier Millionen Dollar produzierte Film an den russischen Kinokassen sogar Blockbuster wie THE LORD OF THE RINGS III: THE RETURN OF THE KING („Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“, 2003) und SPIDER-MAN 2 („Spider-Man 2“, 2004). Die Fortsetzung der Saga, WÄCHTER DES TAGES (DNEVNOI DOZOR), konnte diesen Erfolg mit einem Einspielergebnis von über 30 Millionen Dollar sogar noch toppen.

In der explosiven Dämonenjagd WÄCHTER DES TAGES (DNEVNOI DOZOR)überzeugen Russlands Superstar Konstantin Khabensky, Maria Poroshina, Vladimir Menshov, Galina Tyunina, Victor Verzhbitskiy, Zhanna Friske, Dima Martynov, Valeriy Zolotukhin und Aleksey Chadov. Unter der Regie von Festivalliebling und Starregisseur Timur Bekmambetov, produziert von Konstantin Ernst, Geschäftsführer des größten und erfolgreichsten russischen Fernsehsenders Channel One Russia, und Anatoly Maximov und basierend auf einem Drehbuch von Bekmambetov, Sergei Lukyanenko und Alexander Talal entstand mit WÄCHTER DES TAGES (DNEVNOI DOZOR) eine atemberaubende Fortsetzung des Fantasyepos. Des weiteren hinter der Kamera tätig: Sergei Trofimov (Kamera), Valery Victorov und Mukhtar Mirzakeyev (künstlerische Leitung), Dmitri Kiselev (Schnitt) sowie Varia Avdiushko (Kostümdesign). Der Soundtrack stammt von Yuri Poteyenko.

Sergei Lukyanenkos und Vladimir Vasilievs Roman Day Watch, dessen Vorgänger Night Watch und die Fortsetzung Dusk Watch stellen einen Wendepunkt in der russischen Literatur dar. Die Geschichte über übernatürliche Kämpfe zwischen Gut und Böse auf den Straßen des heutigen Moskaus sprach ein komplett neues Zielpublikum an – eine junge russische Leserschaft, Fantasyfans und Internetuser – das die Romane im Nu mit über 500.000 verkauften Exemplaren zu Kultklassikern erhob. Seit dem russischen Kinostart von WÄCHTER DES TAGES (DNEVNOI DOZOR) und WÄCHTER DER NACHT (NOCHNOI DOZOR) erlebt die Fantasy-Trilogie einen neuen Aufschwung und wurde weitere 2,5 Millionen Mal verkauft.

Sergei Lukyanenko, ausgebildeter Psychiater und überaus produktiver Autor, wollte schon immer ein Epos über antike Magie in unserer heutigen Zeit schreiben. „Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, märchenhafte Science Fiction zu schreiben, doch mich interessieren weder Gnome noch Elfen“, erklärt Sergei Lukyanenko, dessen Werk unter anderem die Trilogie Line Of Reveries und Knights Of The Forty Islands umfasst. „Wie soll man Magie beschreiben, wenn man sie im täglichen Leben nicht wahrnimmt? Also erfand ich das Szenario der Dämmerung, die als Schlachtfeld für die mitten unter uns lebenden Magier dient, die sich gegenseitig bekämpfen, ohne dass normale Menschen etwas davon mitbekommen. Anschließend ersann ich die Night Watch als Einheit zur Kontrolle der Magier. Später kreierte ich noch die Day Watch als deren Antagonisten und den ewigen Kampf zwischen den beiden Seiten.“

Schnell fesselte die Geschichte um die übernatürlichen Wesen der Night Watch und Day Watch, die sich mit ihren verheerenden magischen Fähigkeiten mitten unter uns, in alltäglichen Städten mit verwahrlosten Wohnungen und viel besuchten U-Bahn-Stationen, befinden, Leser in ganz Russland. Unter den begeisterten Anhängern befand sich auch der Produzent Konstantin Ernst, Geschäftsführer von Channel One Russia, Russlands größtem und erfolgreichstem Fernsehsender. Ernst, der eigentlich kein großer Fan von Fantasyliteratur ist, war so gefesselt von Night Watch, dass er das Buch einfach nicht mehr beiseite legen konnte. Begeistert von den filmischen Umsetzungsmöglichkeiten machten sich Ernst und sein Kollege, der Produzent Anatoly Maximov sofort ans Werk. Nachdem Lukyanenko selbst zusammen mit Timur Bekmambetov die Geschichte für die Leinwand adaptiert hatte, begannen bereits neun Monate später die Dreharbeiten.

Es war den Produzenten klar, dass sie für die Regie einen innovativen Profi benötigten, um Lukyanenkos Fanatsyepos um Hexen, Zauberer und Vampire auf den Straßen Moskaus adäquat für die Kinoleinwand umsetzen zu können. So machten sie sich auf die Suche nach jemandem, der eine klare Vorstellung von der Story und ihrem Stil hat– und es versteht, die aufregende Welt der modernsten Special Effects mit einem persönlichen Verständnis für die russische Lebensweise zu kombinieren. In dem aus Kasachstan stammenden Timur Bekmambetov fand das Produzenten-Duo seinen Traumkandidaten. Bekmambetov ist ein umjubelter Star der Szene, der sich mit zahlreichen Musikvideos undüber 600 Werbespots, darunter Marken wie Coca-Cola, Pepsi, Apple, Microsoft, Ford und Procter & Gamble einen Namen gemacht hat. 1994 gab er mit THE PESHAVAR WALTZ, einem Arthaus-Film über den Krieg in Afghanistan sein Spielfilm-Regiedebüt. Sein zweiter Film, GLADIATRIX (2000), wurde auf Englisch gedreht und unter anderem von Hollywoodlegende Roger Corman produziert.

„Timur hat eine wahnsinnige Vorstellungskraft und verleiht den Figuren eine charakterliche Tiefe. Genau diese Kombination zeichnet den unverwechselbaren Stil des Films aus“, so Produzent Anatoly Maximov. Konstantin Ernst traf Bekmambetov zum ersten Mal, als dieser noch als Moderator, Produzent und Regisseur des monatlichen Kulturmagazins “Matador” im russischen Fernsehen zu sehen war. Die beiden teilten sich oft einen Schnittplatz und unterhielten sichüber die Idee, gemeinsam Filme zu machen. „Eines meiner größten Ziele war es immer, die russische Filmindustrie wieder zu beleben und darüber sprachen wir oft“, so Ernst. „Ich erzählte ihm, dass ich dem russischen Film ein komplett neues Image verpassen und die Filmindustrie auf ein neues Level heben wolle, um sie so wieder Teil der internationalen Filmarena, nicht nur für Arthaus-Publikum und Festivals, sondern auch für spannende Blockbuster werden zu lassen. Mit WÄCHTER DES TAGES und WÄCHTER DER NACHT bekamen wir die Gelegenheit dazu.“

Mit seiner Liebe zu großen amerikanischen Action-Regisseuren brachte Bekmambetov, dessen Arbeit besonders von Hollywoodlegenden wie James Cameron, Ridley Scott, Roger Corman, den Wachowski-Brüdern und Quentin Tarantino geprägt ist, einen ganz speziellen Stil mit in das Projekt. Trotzdem stand er der Idee, einen Fantasy- Horrorfilm nach dem Geschmack des russischen Publikums zu drehen, zuerst skeptisch gegenüber.

„Im Gegensatz zu den USA ist in Russland zu jener Zeit noch nie ein Fantasyfilm gedreht worden. Aber als ich das Buch las, wurde mir klar, dass Sergei einen Weg gefunden hatte, all diese fantastische Magie und das Übernatürliche in unser alltägliches Leben zu verlagern. Ich finde, die Geschichte ist wirklich etwas Besonderes, da sie diese Fantasiewelt nicht nur mit der Realität, sondern speziell mit der russischen Realität verbindet. Und so ist es auch der erste russische Film mit diesem einzigartigen Standpunkt. Die Geschichte spielt in der realen Welt, im russischen Alltag, und besitzt trotzdem fantastische Elemente. Meine Idee war es also, alles auf der Leinwand so real wie möglich wirken zu lassen, während ich gleichzeitig auch einen angemessenen Kontext für all das Magische und Übernatürliche im Moskau von heute schaffen musste. Das war eine wunderbare Herausforderung“, so der Regisseur.

Je mehr er las, desto mehr zog Bekmambetov die Idee von Vampiren auf denüberfüllten und chaotischen Moskauer Straßen in ihren Bann. „Die Bücher wurden für mich zu wahrer Poesie. Sie waren cool und lustig zugleich. Sie brachten mich zum Nachdenken darüber, wie man solche Dinge wie Vampire, den Roten Platz und das russische Staatsballett kombinieren könnte. Das war eine sehr interessante Mischung und es berührte mich persönlich, denn einerseits bin ich der Filmemacher, der Vampire, Roger Corman und THE MATRIX („Matrix“, 1999) vergöttert, andererseits habe ich aber auch meine russische Realität mit all ihren Problemen, schlechten Autos, dreckigen Häusern, reichen Öl- Oligarchen und vielen sehr, sehr armen Menschen, stets vor Augen. Diese Geschichte brachte beide Seiten in mir zusammen. Russische Realität und amerikanische Filme,“ so Bekmambetov.

Bekmambetov begann den Film als eine Möglichkeit zu sehen, in der all seine persönlichen Einflüsse ineinander greifen konnten und somit eine einzigartige Form der Unterhaltung entstehen kann. So schmückte er den Film nicht nur mit zahlreichen wilden Verfolgungsjagden, haarsträubenden Stunts, mächtigen Explosionen und übernatürlichen Wesen, sondern mischte darunter auch jenen schlauen Humor, jene tiefgründige Philosophie und jene menschliche Erkenntnis, die seit jeher die russische Literatur auszeichnen. Besonders die allegorische Bedeutung der zerbrechlichen Balance zwischen Gut und Böse in der heutigen Welt faszinierte Bekmambetov an der Geschichte. Für ihn repräsentieren die Mitglieder der Night Watch und ihre Gegenspieler der Day Watch zwei unterschiedliche, miteinander konkurrierende Lebensphilosophien. „Die beiden stehen für zwei unterschiedliche Arten zu leben: totale Freiheit versus Verantwortung. Die Day Watch sind die Mächte der Dunkelheit und stehen für eine Art des unabhängigen, freien Lebens ohne Zwänge, während die Night Watch Verantwortungsbewusstsein und Gewissenhaftigkeit repräsentieren. Dieser Dualismus existiert bereits seit Tausenden von Jahren. Die Idee, dass man für sein Handeln und dessen Folgen Verantwortung zu tragen hat, ist bereits sehr alt“, so der Regisseur.

Um den Roman als Drehbuch zu adaptieren, arbeitete Bekmambetov eng mit Lukyanenko zusammen. Lukyanenko war sehr interessiert daran, mit seinem Werk zu spielen und der Story sogar neue Elemente hinzuzufügen, um sie für den Kinogänger noch eindrucksvoller zu gestalten. „Wir fügten die Nebenhandlung von Anton (Konstantin Khabensky) und dessen lang verlorenem Sohn Egor (Dima Martynov) hinzu, um die Geschichte noch dramatischer, emotionaler und russischer zu machen. Auf dem Höhepunkt der Actionstory findet man die Geschichte eines Vaters, der seinen Sohn verloren hat, von Schuldgefühlen geplagt wird und sein ganzes Leben damit verbringt, dieses Problem, das sein Gewissen plagt, zu lösen – eine sehr russische Geschichte,“ so Bekmambetov. Während der Vorbereitungsphase zu den Dreharbeiten dieses epischen Filmabenteuers (trotz eines weniger epischen Budgets) erinnerte sich Bekmambetov immer an seinen Freund und Mentor Roger Corman, der ihm einen lebenswichtigen Tipp für das Filmgeschäft gab: „Er sagte: Für einen Regisseur ist es das Wichtigste, sich einen Weg auszudenken, um das Budget viel größer erscheinen zu lassen als es in Wirklichkeit ist,“ so Bekmambetov. „Das ist alles eine Sache der Kreativität.“

Für Bekmambetov liegt der Schlüssel zu seiner visuellen Vorstellung des Films in einem omnipräsenten und intensiven Realismus, den er über die alles durchdringenden und einfallsreichen Special Effects legt. So wollte der Regisseur, dass die Vampire, Hexen und Magiere des Films auf der einen Seite sehr bedrohlich wirken, auf der anderen Seite aber dennoch als echte Menschen und Nachbarn erscheinen. „Das russische Publikum hat keinerlei Erfahrung mit dieser Art von Film, da wir bisher weder Fantasyfilme noch Comics hatten. Das ist komplettes Neuland. Also blieb mir nichts anderes übrig, als alles so realistisch wie möglich wirken zu lassen, damit die Zuschauer genug daran glaubten, um all das Fantastische zu akzeptieren“, erklärt er. „Für mich bedeutet das, dass auch ich an eine Welt glauben musste, in der Vampire existieren, selbst wenn ich weiß, dass dem nicht so ist.“

Für Anatoly Maximov verlieh Bekmembatovs Vorgehensweise dem Film eineunterschwellige Relevanz, die die Geschichte noch spannender macht. „Die Welt, die er kreiert hat, ist sehr realistisch und wiedererkennbar. Die Charaktere, die zwischenmenschlichen Situationen und die psychologischen Elemente kommen uns allen bekannt vor. Der Film wird zur Geschichte eines Mannes, dessen moralischen Zusammenbruch und des Kampfes zwischen Licht und Dunkelheit um dessen Seele. Das ist wirklich großes Kino“, so Maximov.

 
     
 
 
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