Filminfo: Alexander
 
 

Vor ALEXANDER hat Oliver Stone 14 Filme für die große Leinwand inszeniert. Als Autor, Regisseur und Produzent wurde er insgesamt elfmal für den Oscar® nominiert, erhielt den begehrtesten Filmpreis schließlich für sein Drehbuch zu Alan Parkers Gefängnisdrama 12 UHR NACHTS („Midnight Express“, 1978) sowie für die Inszenierung seiner Vietnam-Dramen GEBOREN AM 4. JULI und PLATOON. Darüber hinaus wurde er als Regisseur von PLATOON, GEBOREN AM 4. JULI und JFK - JOHN F. KENNEDY – TATORT DALLAS dreimal und als Autor von 12 UHR NACHTS einmal mit dem Golden Globe ausgezeichnet, erhielt schließlich auch Nominierungen der Auslandpresse für die Inszenierung von NATURAL BORN KILLERS und als Koautor von NIXON.

ALEXANDER wurde von der IMF Internationale Medien und Film GmbH & Co. 3. Produktions KG und Moritz Borman, dem Vorstandsvorsitzenden der IM Internationalmedia AG und CEO der Intermedia Films, von Thomas Schühly, Jon Kilik und Iain Smith produziert. Ausführende Produzenten sind Paul Rassam und Matthias Deyle. Intermedia Films ist eine Tochter der IM Internationalmedia AG und hat die weltweiten Distributionsrechte des Films, der in Deutschland von Constantin Film in die Kinos gebracht wird.

Der Film wurde ich Marokko, Großbritannien, Thailand und am Hindukush gedreht.

KURZINHALT

Unter der Regie von Oscar®-Preisträger Oliver Stone meißelt der Film ein opulentes Gemälde über ALEXANDER DEN GROßEN (356 - 323 vor Christi) auf die große Kinoleinwand. Seine Jugend, seine Träume von Ruhm und Abenteuer, bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher des größten Reichs der Weltgeschichte ziehen die Zuschauer in Bann. Das in Marrakesch, London und Thailand gedrehte historische Epos ALEXANDER erzählt von der impulsiven, turbulenten Beziehung zu seinen Eltern, die entschlossen waren, ihren Sohn mit allen Mitteln der Macht auf den Thron zu bringen. Eine Chronik der stürmischen, brüderlichen Bündnisse mit seinen engsten Gefährten und seiner gewaltigen Armee, über die gemeinsamen Kämpfe auf den von der Sonne verbrannten Schlachtfeldern des Persischen Reichs bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln Indiens, wird zum Leben erweckt. Der Film zeigt in unvergesslichen Bildern und mit einem Ensemble erstklassiger Schauspieler um Colin Farrell, Anthony Hopkins und Angelina Jolie, Alexanders Reise auf dem Weg zur imposantesten Figur der Weltgeschichte.

INHALT

Als Alexander heranwächst, führt sein Vater König Philipp II (VAL KILMER) die lange als Barbaren verspotteten Makedonen zum Sieg über die griechischen Stadtstaaten. Noch bevor Philipp Herr über Griechenland wird, legt sich der Schatten dieses leidenschaftlichen und ungezügelten Mannes über seinen Sohn. Alexander kämpft um die Anerkennung seines Vaters, versucht ihm, aber auch den Erwartungen seiner Mutter Olympias (ANGELINA JOLIE) gerecht zu werden, die ihren Mann verachtet und ihren Sohn zu einem mächtigen, aber kultivierten König machen will. Er soll ein Held, ein Mythos wie Achilles werden, soll Kraft und Klugheit vereinen.

So wird Alexander und mit ihm sein bester Freund Hephaistion vom Philosophen Aristoteles (CHRISTOPHER PLUMMER) unterrichtet und wächst zu einem feinsinniger junger Mann heran, der für den Vater aber eine Enttäuschung ist. Bis Alexander in Philipps Gegenwart einen wilden, unbezwingbaren Hengst zähmt, der den Namen Bucephalos erhält und später mit ihm bis nach Indien ziehen wird. Es ist Alexanders erster Moment von wahrer Größe. Es ist der Moment, in dem Philipps Augen glänzen und es den Anschein hat, als hätte er einen Sohn gewonnen und Olympias ihn verloren.

Acht Jahre später hat sich Philipp mit Eurydike eine zweite, jüngere Frau genommen, die von ihm ein Kind erwartet. Olympias, die sich vor ihrer Ehe in den Schlangenkult des Dionysios geflüchtet hat, sieht ihre Pläne für sich und Alexander (COLIN FARRELL) durch einen weiteren Erben gefährdet. Als Philipp seine Hochzeit und seine Bestätigung zum griechischen Bundesfeldherr beim geplanten Kriegszug gegen die Perser feiert, kommt es zum Eklat. Vom Onkel der Braut beleidigt, verteidigt Alexander den Ruf seiner Mutter, liefert sich mit seinem Vater ein wütendes Streitgespräch und bietet ihm trotzig die Stirn.

Kurze Zeit später wird Philipp von Pausanias, dem Anführer seiner Leibgarde, ermordet. Mögliche Hintermänner, die vielleicht aus persisch-griechischen Kreisen oder aus dem Umfeld von Olympias kommen, bleiben im Dunkeln. Alexanders Stern beginnt zu leuchten. Jetzt ist er König von Makedonien, Herr über Griechenland und entschlossen, die Pläne seines Vaters umzusetzen: Rache zu nehmen an den Persern und Kleinasien von ihnen zu befreien. Mit etwa 40.000 Mann zieht er hinaus in die Welt.

Nach der Befreiung Kleinasiens und dem Einzug in Ägypten, wo er in der Oase Siwah als göttlicher Sohn des Zeus-Ammon empfangen wird, stellt sich Alexander in der Ebene von Gaugamela dem gewaltigen, übermächtig erscheinenden Heer des persischen Großkönigs Dareios III. Aufgrund seiner klugen Kriegsstrategie besiegt Alexander die Perser. Dareios flieht, doch weil Parmenion, der schon seinem Vater ergebene General, Unterstützung braucht, muss Alexander ihn entkommen lassen. Mit 25 Jahren hat er sein Ziel erreicht, ist aus dem Schatten des Vaters für immer herausgetreten, ist jetzt König von Asien.

Mit Hephaistion (JARED LETO) an seiner Seite, der sein engster Vertrauter ist, zieht Alexander mit seinem Heer in Babylon ein. Fasziniert von der blühenden Metropole und der Kultur Mesopotamiens, erweist Alexander der Familie des Großkönigs seinen Respekt und träumt von der Verschmelzung des Orients mit dem Abendland. Damit entfernt er sich von den Lehren des Aristoteles, für den die exotischen, der Verschwendung und Maßlosigkeit verfallenen Kulturen minderwertig waren. Obwohl Alexanders Heerführer die Faszination ihres Königs nicht uneingeschränkt teilen, halten sie ihm aber weiter die Treue.

Im Sommer des folgenden Jahres finden sie den flüchtenden Dareios tot vor - ermordet von den eigenen Männern. Um seine Macht im alten persischen Großreich zu zementierten, verfolgt Alexander die Mörder, zieht in die entferntesten Provinzen, unterwirft seine Feinde, gründet Städte und setzt eigene Männer als Provinzstatthalter ein. Als Parmenion, der sich nach dem jahrelangen Exodus nach der Heimat sehnt, den König kritisiert, dass er sich immer mehr vom Weg seines Vaters entfernt, ist das für Alexander nur ein befreiendes Kompliment und seine Antwort, „Alter Mann, das ist eine Neue Welt“, ein Aufbruch in die Zukunft.

Von seiner Vision einer geeinten Welt getrieben und von deren exotischen Zauber fasziniert, heiratet Alexander Roxane (ROSARIO DAWSON), die schöne Tochter eines politisch unbedeutenden sogdischen Burgfürsten, die ihm einen Sohn gebären soll. Seinen Männer verspricht er Geld und Unterstützung bei der Ausbildung ihrer Kinder, wenn sie es ihm gleichtun und eine Asiatin zur Frau nehmen. In ihren Briefen an Alexander zeigt sich Olympias ebenso wie seine engen Gefährten schockiert und fordert ihren Sohn zur Rückkehr nach Makedonien auf. Sie warnt ihn vor Heuchlern, die dort, aber auch in seiner Nähe einen Umsturz vorbereiten. Vergiftet von Misstrauen, wittert Alexander in seinem Lager eine Verschwörung und lässt erst den vermeintlichen Anführer, seinen Jugendfreund Philotas, und schließlich auch dessen Vater, den loyalen Parmenion, töten.

Nach sechs Jahren Feldzug in Vorderasien wendet sich Alexander dem letzten großen Ziel zu: er will die Grenzen der bewohnten Welt, wie sie Aristoteles definierte, erreichen! Ungeachtet des wachsenden Unmuts in seinem Heer will er Indien unterwerfen und damit so weit kommen wie kein Abendländer vor ihm. Doch die Eroberung des unbekannten, fremdartigen Reichs fordert im Dschungelkampf bei monatelangem Dauerregen große Verluste. Der wachsende Widerstand unter seinen Männern findet schließlich in Kleitos, der ihm einst das Leben rettete, ein Ventil. Angewidert von Alexanders Umarmung des Orients und verärgert, dass ihn sein Freund und König mit der Ernennung zum Satrapen ans Ende der Welt verbannt hat, lässt er sich betrunken auf einen Streit ein, beschimpft ihn als Despoten und Barbarensohn, bis Alexander im Jähzorn der Auseinandersetzung und dem Leben von Kleitos ein Ende setzt.

Nach tagelanger Trauer über seine Entgleisung und den Tod des Freundes versucht er noch einmal, seine Männer zu motivieren, über Indien das Ende der Welt zu erreichen. Doch die Erschöpfung der Truppe fordert ihren Tribut. Fast kommt es zur Meuterei, aber Alexander behauptet sich und gnadenlos und lässt die Rebellen töten. In der letzten großen Schlacht, der blutigsten seines Lebens, stellt er sich im indischen Dschungel den Truppen und den Kriegselefanten von König Poros. Als er nach vielen siegreichen Jahren nach Babylon zurückkehrt und schon neue Pläne schmiedet, stirbt der Mensch, der ihm seit seiner Kindheit immer am nächsten stand...

ÜBER DEN FILM

Für viele Menschen hatte er viele Gesichter. Er war ein verwegener König, voller Ehrgeiz, Mut und jugendlicher Arroganz, der seine zahlenmäßig weit unterlegenen Truppen gegen die riesigen Armeen Persiens führte. Er war ein Sohn, der sich verzweifelt nach Anerkennung durch seinen strengen, von zahllosen Schlachten gezeichneten Vater sehnte und durch das Vermächtnis seiner Mutter belastet und im Innersten zerrissen wurde. Er war ein unerbittlicher Eroberer, der nie eine Schlacht verlor und seine Soldaten an den Rand der bis dahin bekannten Welt trieb. Er war ein Visionär, dessen Träume, Taten und Schicksal in der Ewigkeit nachhallen, der damit die Welt, so wie sie uns heute vertraut ist, mitformte. Das alles war er ... und vieles mehr. Er war Alexander der Große.

Oliver Stones Epos ALEXANDER basiert auf der wahren Geschichte einer der strahlendsten und einflussreichsten Leitfiguren der Geschichte. Auf dem Leben eines Mannes, der mit 25 Jahren bereits 90 Prozent der damals bekannten Welt erobert hatte. In nur acht Jahren legte Alexander (COLIN FARRELL) mit seinen nahezu unbesiegbaren Armeen eine Strecke von 35.000 Kilometern zurück. Als er mit 32 Jahren starb, hatte er durch seine Eroberungen ein Imperium geformt, das einzigartig blieb in der Weltgeschichte.

Der Film spielt in Alexanders vorchristlicher Welt, deren Sitten und Moralbegriffe sich von der Gegenwart sehr unterscheiden. Er erforscht eine Zeit unübertroffener Schönheit aber auch unvorstellbarer Brutalität, eine Zeit von hochfliegenden Idealen und erschütterndem Verrat. Mutig und ehrlich zeigt der Film Alexanders Leben und die Beziehungen zu seiner Mutter Olympias (ANGELINA JOLIE), zu seinem Vater Philipp (VAL KILMER), zu seinem Heeresführer Hephaistion (JARED LETO), der ein Leben lang sein bester Freund blieb, zu Roxane (ROSARIO DAWSON), seiner ehrgeizigen und schönen Frau und schließlich auch zu Ptolemaios (ANTHONY HOPKINS), seinem zuverlässigen General und Vertrauten.

Alexanders außergewöhnliche Reise beginnt in Makedonien. Hier startet er seinen Feldzug, führt zunächst sein Heer an, um Westasien der persischen Kontrolle zu entreißen, um danach schließlich seine zahlenmäßig enorm unterlegenen Truppen zu einem für unmöglich gehaltenen Sieg über die mächtige persische Armee zu führen. Alexander dehnt sein Reich bis in die unbekannten Gebiete des heutigen Zentralasiens aus, bevor er sich über den Hindukusch wagt, weiter als jeder andere Abendländer vor ihm, und seine Eroberungszüge fortsetzt bis in die exotische Welt Indiens hinein. Unfassbar und möglicherweise einzigartig in der Geschichte ist dabei, dass Alexander in der Schlacht nie bezwungen wurde. Unnachgiebig zieht er mit seine Armee durch die Wüsten, Gebirge und Dschungel fremder und geheimnisvoller Länder, besiegt jeden, der sich ihm entgegenzustellen wagt, und übersteht auch Beinahe-Meutereien seiner eigenen Männer.

Der Film zeichnet Alexanders Weg nach, wie er zur lebenden Legende wurde. Von seiner Jugend, in der ihn Träume vom Mythos, Ruhm und Abenteuer antrieben, über die starken Bindungen zu seinen engsten Vertrauten, bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher über ein riesiges Imperium. ALEXANDER erzählt die unglaubliche Geschichte eines Lebens, das die damals bekannte Welt vereinte.

FASZINATION ALEXANDER

Alexander der Große eroberte die Welt nicht allein aufgrund seines militärischen Genies, sondern, und das ist vielleicht wesentlich wichtiger, durch die Kraft seiner Ideen. Was Alexander in seinen fast 33 Jahren Jahren auf Erden erreichte, hallte durch die Jahrhunderte nach, unterrichtet uns noch immer über das Leben in den Ländern, die er vor mehr als 2000 Jahren eroberte. Obwohl er der ultimative Krieger war, hatte Alexander doch auch die Seele eines Forschers. Auf seinem 35.000 Kilometer langen Marsch in die Ferne ging es ihm nicht um die Zerstörung, sondern um die Neuerfindung jeder einzelnen Kultur. Er wollte sie nach seiner Vision für eine neue Welt formen und vielleicht das Schicksal der ganzen Menschheit verändern. Durch sein Handeln vereinte er vorübergehend Ost und West, verbreitete Gedanken und Kultur des Hellenismus mit nachhaltiger Wirkung über die östliche Hemisphäre.

Was er erreichte, war erstaunlich - unabhängig davon, welchen Maßstab man anlegt. Überträgt man sein Imperium auf die Gegenwart, umfasst es Griechenland, Albanien, Türkei, Bulgarien, Ägypten, Libyen, Israel, Jordanien, Syrien, Libanon, Zypern, Irak, Iran, Afghanistan, Usbekistan, Pakistan und Indien. 323 vor Christus, im Jahr seines Todes, dehnte sich sein Reich auf über 3,2 Millionen Quadratkilometer aus.

Eine enorme Anzahl von Büchern hat sich Alexander gewidmet. Darunter finden sich Romane sowie historische, psychologische, ja sogar praktische Ansätze. Aktueller Beweis für letztere Herangehensweise sind zwei kürzlich veröffentlichte Bücher, die Alexanders Militärstrategien für einen Ratgeber für moderne Geschäftsleute umsetzen. Abgesehen aber von einem fast 50 Jahre zurückliegenden Versuch Hollywoods, hat kein Filmemacher bisher einen Weg gefunden, Alexanders außerordentliches Leben auf die Leinwand zu übertragen. Das änderte sich erst, als Oliver Stone die Herausforderung annahm, diese Geschichte in seinem Epos ALEXANDER zu erzählen.

Die Produktion des Films umfasste die verschiedensten Bereiche, die alle im Dienst der Aufgabe standen, Alexanders Welt originalgetreu zum Leben zu erwecken. Unter den zahlreichen Sets fanden sich detaillierte Nachbauten luxuriöser Paläste, die außergewöhnliche Bibliothek von Alexandria sowie das großartige Babylon inklusive der berühmten Hängenden Gärten, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Darüber hinaus musste jeder Schauspieler mit einem ausgewählten Akzent sprechen, um die miteinander verwandten Sprachen und die große Vielfalt an Dialekten der damaligen Zeit widerzuspiegeln.

Als Vorbereitung für ihre Rollen unterzogen sich alle Schauspieler, die Soldaten verkörperten, darunter auch Colin Farrell und Jared Leto, einem Intensivtraining in antiken Kampfstrategien und im Gebrauch exakter Repliken griechischer und makedonischer Waffen. Alle Schlachten sind von epischem Ausmaß. Nachgestellt für die Leinwand wurde die Schlacht von Gaugamela, in der Alexanders zahlenmäßig stark unterlegene Truppen einen überwältigenden Sieg über die gewaltige persische Armee davontrugen, aber auch eine verbissen geführte Schlacht in den Wäldern Indiens, in der Alexanders Truppen gegen mächtige Elefanten kämpften.

„Das Schöne an Alexander ist, dass er immer gesiegt hat“, fasst Oliver Stone zusammen. Zu Stones hoch gelobten Filmen zählen: AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG („Any Given Sunday“, 1999), NIXON („Nixon“, 1995), NATURAL BORN KILLERS („Natural Born Killers“, 1994), JFK – JOHN F. KENNEDY- TATORT DALLAS („JFK“, 1991), THE DOORS („The Doors“, 1991), GEBOREN AM 4. JULI („Born on the Fourth of July“, 1989), WALL STREET („Wall Street“, 1987) und PLATOON („Platoon“, 1986). „An Alexander wird man sich immer, zumindest aus zwei Gründen, erinnern“, fährt Stone fort. „Zum einen, weil er ohne eine militärische Niederlage die Welt eroberte, zum anderen, da er ein Visionär und ein Mann mit einer bemerkenswerten und großzügigen Seele war. Er war vielleicht der größte Krieger aller Zeiten, bedeutender noch als seine mythischen Helden Achilles und Herakles. Unter dem Einfluss dieser Figuren aus der griechischen Mythologie wuchs er auf, und er glaubte an sie wie kein anderes Kind. Aus diesem Glauben, aus dieser Überzeugung heraus entwickelte sich dieser monumentale Antrieb und diese Vorsehung, die er auch tatsächlich erfüllte.“

Seit seiner Kindheit von Alexander fasziniert und inspiriert von der griechischen Mythologie, träumte Stone seit Jahren von einem Alexander-Film. „Als frustrierter Student gab ich mich in meiner Fantasie der Vorstellung hin, mit einer kleinen Dokumentarfilmcrew und Kameras in die Vergangenheit zu reisen und tatsächlich Alexanders Militärkampagnen zu filmen“, erinnert sich der Regisseur. „32 Jahre später bot sich mir endlich diese eine Gelegenheit, eine Zeitreise anzutreten und diese Ära, so gut wie ich es nur konnte, wieder zum Leben zu erwecken.“

Moritz Borman, Produzent von ALEXANDER, war fasziniert davon, wie tief sich Stone für sein Drehbuch in Alexanders Gedankenwelt hineinversetzt hatte. „Die meisten von uns haben ein paar geschichtliche Vorkenntnisse über Alexander“, sagt Borman, „aber über den Mann selbst, über seine Seele, über das, was ihn bewegte, wissen sie wenig. Olivers Drehbuch stellte die richtigen Fragen. Wo kam dieser Mann her, was waren seine Prüfungen, was ließ ihn leiden, wie hat ihn seine kulturelle Umgebung geformt, was passierte, wenn er auf unterschiedliche Kulturen traf, wenn er sich mit offensichtlich unmöglich zu bewältigenden Situationen auseinander setzen musste? Das war nicht nur eine Geschichtslektion, sondern ein Drehbuch über einen Mann, der auch heute noch relevant für uns ist. Ein Drehbuch über viele der Themen, die uns auch heute beschäftigen. Die ganze Geschichte Alexanders wurde lebendig in diesem Skript – eine wirklich dramatische und ruhmvolle Geschichte.“

Als historischen Berater engagierte Stone Robin Lane Fox, ein Mitglied des New College in Oxford und Autor einer 1972 erschienenen Alexander-Biographie. Sie gilt als eine der besten moderneren Arbeiten über Alexanders Leben und über eine Million Exemplare wurden von ihr verkauft. Das enzyklopädische Wissen von Fox über Alexander lieferte den Filmemachern eine Informationsbasis für das Drehbuch und sorgte gelegentlich auch für fachkompetente Unterstützung am Set.

„Ich traf Oliver erstmals vor drei Jahren in London“, erinnert sich Fox. „Er bombardierte mich mit Fragen – und setzte das über Monate fort. Er wollte alles verstehen - von der Frage, wie sich die Griechen bei einem festlichen Abendessen verhielten, bis hin zur Bedeutung, die Aristoteles für Alexander hatte. Meiner Ansicht nach liegt Olivers Stärke als Künstler, der Historie verfilmt, darin, dass sein Verstand ein wirkliches Gefühl für die Figur entwickelt. Er hat ein Auge für das epische Bild und ein Gespür für Dimension. Oliver hat sich ein hohes Ziel gesteckt, wirkliche Größe darzustellen, und Historiker wird überraschen, wie weit er in seinem Versuch gegangen ist, das Gleichgewicht des Erreichten, Gutes wie auch Schlechtes, zu vermitteln.“

Stones Film ist per Definition eine Interpretation, so wie jede historische Fiktion. Alexander hat vor langer, langer Zeit gelebt, und selbst die frühesten Geschichtsschreiber konnten nur Vermutungen anstellen, was wirklich damals passierte. „Es wäre völlig unmöglich, jedes Detail aus Alexanders außergewöhnlichem Leben in einen einzigen Film zu pressen“, bemerkt Lane Fox. „Außerdem gibt es Rätsel, die niemals gelöst werden können. Ich verstehe, warum Oliver sich entschied, bestimmte Vorfälle im Leben Alexanders auszulassen oder warum er in der Chronologie der Ereignisse kleine Veränderungen vornahm. Was unter anderem an Alexander so fasziniert, sind die Lücken in unserem Wissen über ihn. Sie lassen so viel Platz für unsere Fantasie.“

In der Einschätzung Oliver Stones überliefert Alexanders Geschichte die Antike. „Unglaublich ist an Alexander, dass er alle griechischen Mythen kannte und sie dann selbst auslebte. Er wurde von vielen Dämonen angetrieben, die man auch aus modernen Gesellschaften kennt. Eine der Hoffnungen, die ich mit diesem Film verbinde, ist, dass ALEXANDER den Menschen ein Gefühl für Geschichte zurückbringt. Dass es eine andere Zeit und andere Orte, Imperien, die die Welt regierten, und Männer gegeben hat, die große Träumer und Visionäre gewesen sind. Jedem, ganz besonders der Jugend, sollte dieses Gefühl von Geschichte, dieses Gefühl, dass Idealismus gelebt werden kann, vermittelt werden. Das darf niemals korrumpiert werden.“

DIE SUCHE NACH DER IDEALEN BESETZUNG

Alexander

Wie besetzt man eine Rolle, die größer ist als das Leben selbst? Diese Frage bedeutete im Falle Alexanders einen Schauspieler zu finden, der ganz menschlich war, aber körperlich großen Eindruck hinterlassen und gut genug sein musste, um ein komplettes Porträt dieser komplexen Figur zeichnen zu können. Stone fand diesen Mann im irischen Schauspieler Colin Farrell, den man aus Hauptrollen in TIGERLAND („Tigerland“, 2000), MINORITY REPORT („Minority Report“, 2002), NICHT AUFLEGEN („Phone Booth“, 2002) und DER EINSATZ („The Recruit“, 2003) kennt.

„Wie Alexander hat Colin die Seele eines Rebellen und das Selbstbewusstsein eines Kriegers und Anführers“, beschreibt Oliver Stone seinen Star. „Auf den verschiedensten Ebenen wurde er zu Alexander – er führte die Schauspieler als Gruppe an, er baute seine Muskeln auf, lernte Reiten und den Umgang mit dem Schwert, kämpfte wie ein Löwe, um sein Bestes zu geben. Ich habe ihm oft angeboten, sich von einem Stuntman ersetzen zu lassen, sowohl auf dem Boden wie auch auf dem Pferd. Aber er bestand darauf, so viele Stunts wie möglich selbst zu machen. So verrückt wie er auch manchmal sein mag, ist er doch ein echter Edelmann. Es ist eine Ehre für mich, ihm zu diesem Zeitpunkt seines Lebens begegnet zu sein.“

„Oliver hat ein unglaubliches Drehbuch geschrieben“, gibt Farrell das große Lob zurück. „Etwas so Düsteres und gleichermaßen Erleuchtendes mit einem solchen Potenzial habe ich nie zuvor gelesen. Kurz gesagt, es war das Beste, was ich je in meinem Leben gelesen habe. Alexander war ein Mann, der nichts unversucht ließ, sich seine Träume zu erfüllen“, fährt Farrell fort. „Die Antriebskraft dafür, das glaube ich wirklich, war etwas viel Stärkeres als Gier und der Wunsch nach Eroberung. Sein ganzes Leben lang suchte Alexander nach Antworten und, meiner Ansicht nach, auch nach Liebe. Alexander tat alles mit einer fast wahnsinnigen Leidenschaft. In seinem Palast in Makedonien hätte er ein schönes Leben haben, seine Untertanen besteuern und den für einen König angemessenen Luxus genießen können. Aber in seiner Brust klaffte ein Loch, das nicht zu schließen war. Und die Suche nach Antworten trieb ihn bis ans Ende der Welt.“

Inspirieren ließ sich Farrell bei seiner Arbeit nicht nur von dem Mann, den er verkörperte, sondern auch von dem Mann, der die kreative Kraft bei diesem Film war. „Oliver hat mehr mit Alexander gemeinsam, als ich je hoffen konnte“, bemerkt Farrell. „Er strebt nach Perfektion, setzt alles dafür ein. Er ist ein erstaunlicher Filmemacher und ein brillanter Anführer. Oliver arbeitet immer bis zur Erschöpfung. Während wir täglich nach der letzten Klappe jammerten, was für ein schwerer, langer Tag es doch gewesen war, befand er sich schon wieder auf dem Weg in den Schneideraum. Diesen Mann um sich zu haben, ist total inspirierend.“

Wesentlich für die Entwicklung von Alexanders Persönlichkeit sind die Erwartungen und festen Überzeugungen, die seine starke Mutter Olympias auf ihn übertrug. „Ein Aspekt, dem sich der Film stellt, ist Alexanders Abmachung mit seiner Mutter“, erklärt Oliver Stone. „In unserem Drehbuch sagt Olympias zu Alexander: ’In Dir lebt das Licht dieser Welt. Deine Gefährten werden schon lange nur noch Schatten in der Unterwelt sein, wenn Du der Einzige sein wirst, der für immer jung und inspirierend bleibt. Niemals wird es einen Alexander wie dich, einen Alexander den Großen, geben.’ Olympias redete Alexander den Mythos ein, dass er ein Schicksal wie Achilles haben und wie dieser jung sterben werde. Das war das Tauschgeschäft. Großer Ruhm, aber früher Tod – im Unterschied zu einem langen Leben mit wenig Glanz.“

 
     
 
 
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