Vor
ALEXANDER hat Oliver Stone 14 Filme für die große
Leinwand inszeniert. Als Autor, Regisseur und Produzent
wurde er insgesamt elfmal für den Oscar® nominiert,
erhielt den begehrtesten Filmpreis schließlich
für sein Drehbuch zu Alan Parkers Gefängnisdrama
12 UHR NACHTS („Midnight Express“, 1978)
sowie für die Inszenierung seiner Vietnam-Dramen
GEBOREN AM 4. JULI und PLATOON. Darüber hinaus
wurde er als Regisseur von PLATOON, GEBOREN AM 4. JULI
und JFK - JOHN F. KENNEDY – TATORT DALLAS dreimal
und als Autor von 12 UHR NACHTS einmal mit dem Golden
Globe ausgezeichnet, erhielt schließlich auch
Nominierungen der Auslandpresse für die Inszenierung
von NATURAL BORN KILLERS und als Koautor von NIXON.
ALEXANDER
wurde von der IMF Internationale Medien und Film GmbH
& Co. 3. Produktions KG und Moritz Borman, dem Vorstandsvorsitzenden
der IM Internationalmedia AG und CEO der Intermedia
Films, von Thomas Schühly, Jon Kilik und Iain Smith
produziert. Ausführende Produzenten sind Paul Rassam
und Matthias Deyle. Intermedia Films ist eine Tochter
der IM Internationalmedia AG und hat die weltweiten
Distributionsrechte des Films, der in Deutschland von
Constantin Film in die Kinos gebracht wird.
Der
Film wurde ich Marokko, Großbritannien, Thailand
und am Hindukush gedreht.
KURZINHALT
Unter der Regie von Oscar®-Preisträger Oliver
Stone meißelt der Film ein opulentes Gemälde
über ALEXANDER DEN GROßEN (356 - 323 vor
Christi) auf die große Kinoleinwand. Seine Jugend,
seine Träume von Ruhm und Abenteuer, bis hin zu
seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher
des größten Reichs der Weltgeschichte ziehen
die Zuschauer in Bann. Das in Marrakesch, London und
Thailand gedrehte historische Epos ALEXANDER erzählt
von der impulsiven, turbulenten Beziehung zu seinen
Eltern, die entschlossen waren, ihren Sohn mit allen
Mitteln der Macht auf den Thron zu bringen. Eine Chronik
der stürmischen, brüderlichen Bündnisse
mit seinen engsten Gefährten und seiner gewaltigen
Armee, über die gemeinsamen Kämpfe auf den
von der Sonne verbrannten Schlachtfeldern des Persischen
Reichs bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln Indiens,
wird zum Leben erweckt. Der Film zeigt in unvergesslichen
Bildern und mit einem Ensemble erstklassiger Schauspieler
um Colin Farrell, Anthony Hopkins und Angelina Jolie,
Alexanders Reise auf dem Weg zur imposantesten Figur
der Weltgeschichte.
INHALT
Als Alexander heranwächst, führt sein Vater
König Philipp II (VAL KILMER) die lange als Barbaren
verspotteten Makedonen zum Sieg über die griechischen
Stadtstaaten. Noch bevor Philipp Herr über Griechenland
wird, legt sich der Schatten dieses leidenschaftlichen
und ungezügelten Mannes über seinen Sohn.
Alexander kämpft um die Anerkennung seines Vaters,
versucht ihm, aber auch den Erwartungen seiner Mutter
Olympias (ANGELINA JOLIE) gerecht zu werden, die ihren
Mann verachtet und ihren Sohn zu einem mächtigen,
aber kultivierten König machen will. Er soll ein
Held, ein Mythos wie Achilles werden, soll Kraft und
Klugheit vereinen.
So
wird Alexander und mit ihm sein bester Freund Hephaistion
vom Philosophen Aristoteles (CHRISTOPHER PLUMMER) unterrichtet
und wächst zu einem feinsinniger junger Mann heran,
der für den Vater aber eine Enttäuschung ist.
Bis Alexander in Philipps Gegenwart einen wilden, unbezwingbaren
Hengst zähmt, der den Namen Bucephalos erhält
und später mit ihm bis nach Indien ziehen wird.
Es ist Alexanders erster Moment von wahrer Größe.
Es ist der Moment, in dem Philipps Augen glänzen
und es den Anschein hat, als hätte er einen Sohn
gewonnen und Olympias ihn verloren.
Acht
Jahre später hat sich Philipp mit Eurydike eine
zweite, jüngere Frau genommen, die von ihm ein
Kind erwartet. Olympias, die sich vor ihrer Ehe in den
Schlangenkult des Dionysios geflüchtet hat, sieht
ihre Pläne für sich und Alexander (COLIN FARRELL)
durch einen weiteren Erben gefährdet. Als Philipp
seine Hochzeit und seine Bestätigung zum griechischen
Bundesfeldherr beim geplanten Kriegszug gegen die Perser
feiert, kommt es zum Eklat. Vom Onkel der Braut beleidigt,
verteidigt Alexander den Ruf seiner Mutter, liefert
sich mit seinem Vater ein wütendes Streitgespräch
und bietet ihm trotzig die Stirn.
Kurze
Zeit später wird Philipp von Pausanias, dem Anführer
seiner Leibgarde, ermordet. Mögliche Hintermänner,
die vielleicht aus persisch-griechischen Kreisen oder
aus dem Umfeld von Olympias kommen, bleiben im Dunkeln.
Alexanders Stern beginnt zu leuchten. Jetzt ist er König
von Makedonien, Herr über Griechenland und entschlossen,
die Pläne seines Vaters umzusetzen: Rache zu nehmen
an den Persern und Kleinasien von ihnen zu befreien.
Mit etwa 40.000 Mann zieht er hinaus in die Welt.
Nach
der Befreiung Kleinasiens und dem Einzug in Ägypten,
wo er in der Oase Siwah als göttlicher Sohn des
Zeus-Ammon empfangen wird, stellt sich Alexander in
der Ebene von Gaugamela dem gewaltigen, übermächtig
erscheinenden Heer des persischen Großkönigs
Dareios III. Aufgrund seiner klugen Kriegsstrategie
besiegt Alexander die Perser. Dareios flieht, doch weil
Parmenion, der schon seinem Vater ergebene General,
Unterstützung braucht, muss Alexander ihn entkommen
lassen. Mit 25 Jahren hat er sein Ziel erreicht, ist
aus dem Schatten des Vaters für immer herausgetreten,
ist jetzt König von Asien.
Mit
Hephaistion (JARED LETO) an seiner Seite, der sein engster
Vertrauter ist, zieht Alexander mit seinem Heer in Babylon
ein. Fasziniert von der blühenden Metropole und
der Kultur Mesopotamiens, erweist Alexander der Familie
des Großkönigs seinen Respekt und träumt
von der Verschmelzung des Orients mit dem Abendland.
Damit entfernt er sich von den Lehren des Aristoteles,
für den die exotischen, der Verschwendung und Maßlosigkeit
verfallenen Kulturen minderwertig waren. Obwohl Alexanders
Heerführer die Faszination ihres Königs nicht
uneingeschränkt teilen, halten sie ihm aber weiter
die Treue.
Im
Sommer des folgenden Jahres finden sie den flüchtenden
Dareios tot vor - ermordet von den eigenen Männern.
Um seine Macht im alten persischen Großreich zu
zementierten, verfolgt Alexander die Mörder, zieht
in die entferntesten Provinzen, unterwirft seine Feinde,
gründet Städte und setzt eigene Männer
als Provinzstatthalter ein. Als Parmenion, der sich
nach dem jahrelangen Exodus nach der Heimat sehnt, den
König kritisiert, dass er sich immer mehr vom Weg
seines Vaters entfernt, ist das für Alexander nur
ein befreiendes Kompliment und seine Antwort, „Alter
Mann, das ist eine Neue Welt“, ein Aufbruch in
die Zukunft.
Von
seiner Vision einer geeinten Welt getrieben und von
deren exotischen Zauber fasziniert, heiratet Alexander
Roxane (ROSARIO DAWSON), die schöne Tochter eines
politisch unbedeutenden sogdischen Burgfürsten,
die ihm einen Sohn gebären soll. Seinen Männer
verspricht er Geld und Unterstützung bei der Ausbildung
ihrer Kinder, wenn sie es ihm gleichtun und eine Asiatin
zur Frau nehmen. In ihren Briefen an Alexander zeigt
sich Olympias ebenso wie seine engen Gefährten
schockiert und fordert ihren Sohn zur Rückkehr
nach Makedonien auf. Sie warnt ihn vor Heuchlern, die
dort, aber auch in seiner Nähe einen Umsturz vorbereiten.
Vergiftet von Misstrauen, wittert Alexander in seinem
Lager eine Verschwörung und lässt erst den
vermeintlichen Anführer, seinen Jugendfreund Philotas,
und schließlich auch dessen Vater, den loyalen
Parmenion, töten.
Nach
sechs Jahren Feldzug in Vorderasien wendet sich Alexander
dem letzten großen Ziel zu: er will die Grenzen
der bewohnten Welt, wie sie Aristoteles definierte,
erreichen! Ungeachtet des wachsenden Unmuts in seinem
Heer will er Indien unterwerfen und damit so weit kommen
wie kein Abendländer vor ihm. Doch die Eroberung
des unbekannten, fremdartigen Reichs fordert im Dschungelkampf
bei monatelangem Dauerregen große Verluste. Der
wachsende Widerstand unter seinen Männern findet
schließlich in Kleitos, der ihm einst das Leben
rettete, ein Ventil. Angewidert von Alexanders Umarmung
des Orients und verärgert, dass ihn sein Freund
und König mit der Ernennung zum Satrapen ans Ende
der Welt verbannt hat, lässt er sich betrunken
auf einen Streit ein, beschimpft ihn als Despoten und
Barbarensohn, bis Alexander im Jähzorn der Auseinandersetzung
und dem Leben von Kleitos ein Ende setzt.
Nach
tagelanger Trauer über seine Entgleisung und den
Tod des Freundes versucht er noch einmal, seine Männer
zu motivieren, über Indien das Ende der Welt zu
erreichen. Doch die Erschöpfung der Truppe fordert
ihren Tribut. Fast kommt es zur Meuterei, aber Alexander
behauptet sich und gnadenlos und lässt die Rebellen
töten. In der letzten großen Schlacht, der
blutigsten seines Lebens, stellt er sich im indischen
Dschungel den Truppen und den Kriegselefanten von König
Poros.
Als er nach vielen siegreichen Jahren nach Babylon zurückkehrt
und schon neue Pläne schmiedet, stirbt der Mensch,
der ihm seit seiner Kindheit immer am nächsten
stand...
ÜBER
DEN FILM
Für viele Menschen hatte er viele Gesichter. Er
war ein verwegener König, voller Ehrgeiz, Mut und
jugendlicher Arroganz, der seine zahlenmäßig
weit unterlegenen Truppen gegen die riesigen Armeen
Persiens führte. Er war ein Sohn, der sich verzweifelt
nach Anerkennung durch seinen strengen, von zahllosen
Schlachten gezeichneten Vater sehnte und durch das Vermächtnis
seiner Mutter belastet und im Innersten zerrissen wurde.
Er war ein unerbittlicher Eroberer, der nie eine Schlacht
verlor und seine Soldaten an den Rand der bis dahin
bekannten Welt trieb. Er war ein Visionär, dessen
Träume, Taten und Schicksal in der Ewigkeit nachhallen,
der damit die Welt, so wie sie uns heute vertraut ist,
mitformte. Das alles war er ... und vieles mehr. Er
war Alexander der Große.
Oliver
Stones Epos ALEXANDER basiert auf der wahren Geschichte
einer der strahlendsten und einflussreichsten Leitfiguren
der Geschichte. Auf dem Leben eines Mannes, der mit
25 Jahren bereits 90 Prozent der damals bekannten Welt
erobert hatte. In nur acht Jahren legte Alexander (COLIN
FARRELL) mit seinen nahezu unbesiegbaren Armeen eine
Strecke von 35.000 Kilometern zurück. Als er mit
32 Jahren starb, hatte er durch seine Eroberungen ein
Imperium geformt, das einzigartig blieb in der Weltgeschichte.
Der
Film spielt in Alexanders vorchristlicher Welt, deren
Sitten und Moralbegriffe sich von der Gegenwart sehr
unterscheiden. Er erforscht eine Zeit unübertroffener
Schönheit aber auch unvorstellbarer Brutalität,
eine Zeit von hochfliegenden Idealen und erschütterndem
Verrat. Mutig und ehrlich zeigt der Film Alexanders
Leben und die Beziehungen zu seiner Mutter Olympias
(ANGELINA JOLIE), zu seinem Vater Philipp (VAL KILMER),
zu seinem Heeresführer Hephaistion (JARED LETO),
der ein Leben lang sein bester Freund blieb, zu Roxane
(ROSARIO DAWSON), seiner ehrgeizigen und schönen
Frau und schließlich auch zu Ptolemaios (ANTHONY
HOPKINS), seinem zuverlässigen General und Vertrauten.
Alexanders außergewöhnliche Reise beginnt
in Makedonien. Hier startet er seinen Feldzug, führt
zunächst sein Heer an, um Westasien der persischen
Kontrolle zu entreißen, um danach schließlich
seine zahlenmäßig enorm unterlegenen Truppen
zu einem für unmöglich gehaltenen Sieg über
die mächtige persische Armee zu führen. Alexander
dehnt sein Reich bis in die unbekannten Gebiete des
heutigen Zentralasiens aus, bevor er sich über
den Hindukusch wagt, weiter als jeder andere Abendländer
vor ihm, und seine Eroberungszüge fortsetzt bis
in die exotische Welt Indiens hinein. Unfassbar und
möglicherweise einzigartig in der Geschichte ist
dabei, dass Alexander in der Schlacht nie bezwungen
wurde. Unnachgiebig zieht er mit seine Armee durch die
Wüsten, Gebirge und Dschungel fremder und geheimnisvoller
Länder, besiegt jeden, der sich ihm entgegenzustellen
wagt, und übersteht auch Beinahe-Meutereien seiner
eigenen Männer.
Der
Film zeichnet Alexanders Weg nach, wie er zur lebenden
Legende wurde. Von seiner Jugend, in der ihn Träume
vom Mythos, Ruhm und Abenteuer antrieben, über
die starken Bindungen zu seinen engsten Vertrauten,
bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod
als Herrscher über ein riesiges Imperium. ALEXANDER
erzählt die unglaubliche Geschichte eines Lebens,
das die damals bekannte Welt vereinte.
FASZINATION
ALEXANDER
Alexander
der Große eroberte die Welt nicht allein aufgrund
seines militärischen Genies, sondern, und das ist
vielleicht wesentlich wichtiger, durch die Kraft seiner
Ideen. Was Alexander in seinen fast 33 Jahren Jahren
auf Erden erreichte, hallte durch die Jahrhunderte nach,
unterrichtet uns noch immer über das Leben in den
Ländern, die er vor mehr als 2000 Jahren eroberte.
Obwohl er der ultimative Krieger war, hatte Alexander
doch auch die Seele eines Forschers. Auf seinem 35.000
Kilometer langen Marsch in die Ferne ging es ihm nicht
um die Zerstörung, sondern um die Neuerfindung
jeder einzelnen Kultur. Er wollte sie nach seiner Vision
für eine neue Welt formen und vielleicht das Schicksal
der ganzen Menschheit verändern. Durch sein Handeln
vereinte er vorübergehend Ost und West, verbreitete
Gedanken und Kultur des Hellenismus mit nachhaltiger
Wirkung über die östliche Hemisphäre.
Was
er erreichte, war erstaunlich - unabhängig davon,
welchen Maßstab man anlegt. Überträgt
man sein Imperium auf die Gegenwart, umfasst es Griechenland,
Albanien, Türkei, Bulgarien, Ägypten, Libyen,
Israel, Jordanien, Syrien, Libanon, Zypern, Irak, Iran,
Afghanistan, Usbekistan, Pakistan und Indien. 323 vor
Christus, im Jahr seines Todes, dehnte sich sein Reich
auf über 3,2 Millionen Quadratkilometer aus.
Eine
enorme Anzahl von Büchern hat sich Alexander gewidmet.
Darunter finden sich Romane sowie historische, psychologische,
ja sogar praktische Ansätze. Aktueller Beweis für
letztere Herangehensweise sind zwei kürzlich veröffentlichte
Bücher, die Alexanders Militärstrategien für
einen Ratgeber für moderne Geschäftsleute
umsetzen. Abgesehen aber von einem fast 50 Jahre zurückliegenden
Versuch Hollywoods, hat kein Filmemacher bisher einen
Weg gefunden, Alexanders außerordentliches Leben
auf die Leinwand zu übertragen. Das änderte
sich erst, als Oliver Stone die Herausforderung annahm,
diese Geschichte in seinem Epos ALEXANDER zu erzählen.
Die
Produktion des Films umfasste die verschiedensten Bereiche,
die alle im Dienst der Aufgabe standen, Alexanders Welt
originalgetreu zum Leben zu erwecken. Unter den zahlreichen
Sets fanden sich detaillierte Nachbauten luxuriöser
Paläste, die außergewöhnliche Bibliothek
von Alexandria sowie das großartige Babylon inklusive
der berühmten Hängenden Gärten, eines
der Sieben Weltwunder der Antike. Darüber hinaus
musste jeder Schauspieler mit einem ausgewählten
Akzent sprechen, um die miteinander verwandten Sprachen
und die große Vielfalt an Dialekten der damaligen
Zeit widerzuspiegeln.
Als
Vorbereitung für ihre Rollen unterzogen sich alle
Schauspieler, die Soldaten verkörperten, darunter
auch Colin Farrell und Jared Leto, einem Intensivtraining
in antiken Kampfstrategien und im Gebrauch exakter Repliken
griechischer und makedonischer Waffen. Alle Schlachten
sind von epischem Ausmaß. Nachgestellt für
die Leinwand wurde die Schlacht von Gaugamela, in der
Alexanders zahlenmäßig stark unterlegene
Truppen einen überwältigenden Sieg über
die gewaltige persische Armee davontrugen, aber auch
eine verbissen geführte Schlacht in den Wäldern
Indiens, in der Alexanders Truppen gegen mächtige
Elefanten kämpften.
„Das
Schöne an Alexander ist, dass er immer gesiegt
hat“, fasst Oliver Stone zusammen. Zu Stones hoch
gelobten Filmen zählen: AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG
(„Any Given Sunday“, 1999), NIXON („Nixon“,
1995), NATURAL BORN KILLERS („Natural Born Killers“,
1994), JFK – JOHN F. KENNEDY- TATORT DALLAS („JFK“,
1991), THE DOORS („The Doors“, 1991), GEBOREN
AM 4. JULI („Born on the Fourth of July“,
1989), WALL STREET („Wall Street“, 1987)
und PLATOON („Platoon“, 1986). „An
Alexander wird man sich immer, zumindest aus zwei Gründen,
erinnern“, fährt Stone fort. „Zum einen,
weil er ohne eine militärische Niederlage die Welt
eroberte, zum anderen, da er ein Visionär und ein
Mann mit einer bemerkenswerten und großzügigen
Seele war. Er war vielleicht der größte Krieger
aller Zeiten, bedeutender noch als seine mythischen
Helden Achilles und Herakles. Unter dem Einfluss dieser
Figuren aus der griechischen Mythologie wuchs er auf,
und er glaubte an sie wie kein anderes Kind. Aus diesem
Glauben, aus dieser Überzeugung heraus entwickelte
sich dieser monumentale Antrieb und diese Vorsehung,
die er auch tatsächlich erfüllte.“
Seit
seiner Kindheit von Alexander fasziniert und inspiriert
von der griechischen Mythologie, träumte Stone
seit Jahren von einem Alexander-Film. „Als frustrierter
Student gab ich mich in meiner Fantasie der Vorstellung
hin, mit einer kleinen Dokumentarfilmcrew und Kameras
in die Vergangenheit zu reisen und tatsächlich
Alexanders Militärkampagnen zu filmen“, erinnert
sich der Regisseur. „32 Jahre später bot
sich mir endlich diese eine Gelegenheit, eine Zeitreise
anzutreten und diese Ära, so gut wie ich es nur
konnte, wieder zum Leben zu erwecken.“
Moritz
Borman, Produzent von ALEXANDER, war fasziniert davon,
wie tief sich Stone für sein Drehbuch in Alexanders
Gedankenwelt hineinversetzt hatte. „Die meisten
von uns haben ein paar geschichtliche Vorkenntnisse
über Alexander“, sagt Borman, „aber
über den Mann selbst, über seine Seele, über
das, was ihn bewegte, wissen sie wenig. Olivers Drehbuch
stellte die richtigen Fragen. Wo kam dieser Mann her,
was waren seine Prüfungen, was ließ ihn leiden,
wie hat ihn seine kulturelle Umgebung geformt, was passierte,
wenn er auf unterschiedliche Kulturen traf, wenn er
sich mit offensichtlich unmöglich zu bewältigenden
Situationen auseinander setzen musste? Das war nicht
nur eine Geschichtslektion, sondern ein Drehbuch über
einen Mann, der auch heute noch relevant für uns
ist. Ein Drehbuch über viele der Themen, die uns
auch heute beschäftigen. Die ganze Geschichte Alexanders
wurde lebendig in diesem Skript – eine wirklich
dramatische und ruhmvolle Geschichte.“
Als
historischen Berater engagierte Stone Robin Lane Fox,
ein Mitglied des New College in Oxford und Autor einer
1972 erschienenen Alexander-Biographie. Sie gilt als
eine der besten moderneren Arbeiten über Alexanders
Leben und über eine Million Exemplare wurden von
ihr verkauft. Das enzyklopädische Wissen von Fox
über Alexander lieferte den Filmemachern eine Informationsbasis
für das Drehbuch und sorgte gelegentlich auch für
fachkompetente Unterstützung am Set.
„Ich
traf Oliver erstmals vor drei Jahren in London“,
erinnert sich Fox. „Er bombardierte mich mit Fragen
– und setzte das über Monate fort. Er wollte
alles verstehen - von der Frage, wie sich die Griechen
bei einem festlichen Abendessen verhielten, bis hin
zur Bedeutung, die Aristoteles für Alexander hatte.
Meiner Ansicht nach liegt Olivers Stärke als Künstler,
der Historie verfilmt, darin, dass sein Verstand ein
wirkliches Gefühl für die Figur entwickelt.
Er hat ein Auge für das epische Bild und ein Gespür
für Dimension. Oliver hat sich ein hohes Ziel gesteckt,
wirkliche Größe darzustellen, und Historiker
wird überraschen, wie weit er in seinem Versuch
gegangen ist, das Gleichgewicht des Erreichten, Gutes
wie auch Schlechtes, zu vermitteln.“
Stones
Film ist per Definition eine Interpretation, so wie
jede historische Fiktion. Alexander hat vor langer,
langer Zeit gelebt, und selbst die frühesten Geschichtsschreiber
konnten nur Vermutungen anstellen, was wirklich damals
passierte. „Es wäre völlig unmöglich,
jedes Detail aus Alexanders außergewöhnlichem
Leben in einen einzigen Film zu pressen“, bemerkt
Lane Fox. „Außerdem gibt es Rätsel,
die niemals gelöst werden können. Ich verstehe,
warum Oliver sich entschied, bestimmte Vorfälle
im Leben Alexanders auszulassen oder warum er in der
Chronologie der Ereignisse kleine Veränderungen
vornahm. Was unter anderem an Alexander so fasziniert,
sind die Lücken in unserem Wissen über ihn.
Sie lassen so viel Platz für unsere Fantasie.“
In
der Einschätzung Oliver Stones überliefert
Alexanders Geschichte die Antike. „Unglaublich
ist an Alexander, dass er alle griechischen Mythen kannte
und sie dann selbst auslebte. Er wurde von vielen Dämonen
angetrieben, die man auch aus modernen Gesellschaften
kennt. Eine der Hoffnungen, die ich mit diesem Film
verbinde, ist, dass ALEXANDER den Menschen ein Gefühl
für Geschichte zurückbringt. Dass es eine
andere Zeit und andere Orte, Imperien, die die Welt
regierten, und Männer gegeben hat, die große
Träumer und Visionäre gewesen sind. Jedem,
ganz besonders der Jugend, sollte dieses Gefühl
von Geschichte, dieses Gefühl, dass Idealismus
gelebt werden kann, vermittelt werden. Das darf niemals
korrumpiert werden.“
DIE
SUCHE NACH DER IDEALEN BESETZUNG
Alexander
Wie
besetzt man eine Rolle, die größer ist als
das Leben selbst? Diese Frage bedeutete im Falle Alexanders
einen Schauspieler zu finden, der ganz menschlich war,
aber körperlich großen Eindruck hinterlassen
und gut genug sein musste, um ein komplettes Porträt
dieser komplexen Figur zeichnen zu können. Stone
fand diesen Mann im irischen Schauspieler Colin Farrell,
den man aus Hauptrollen in TIGERLAND („Tigerland“,
2000), MINORITY REPORT („Minority Report“,
2002), NICHT AUFLEGEN („Phone Booth“, 2002)
und DER EINSATZ („The Recruit“, 2003) kennt.
„Wie
Alexander hat Colin die Seele eines Rebellen und das
Selbstbewusstsein eines Kriegers und Anführers“,
beschreibt Oliver Stone seinen Star. „Auf den
verschiedensten Ebenen wurde er zu Alexander –
er führte die Schauspieler als Gruppe an, er baute
seine Muskeln auf, lernte Reiten und den Umgang mit
dem Schwert, kämpfte wie ein Löwe, um sein
Bestes zu geben. Ich habe ihm oft angeboten, sich von
einem Stuntman ersetzen zu lassen, sowohl auf dem Boden
wie auch auf dem Pferd. Aber er bestand darauf, so viele
Stunts wie möglich selbst zu machen. So verrückt
wie er auch manchmal sein mag, ist er doch ein echter
Edelmann. Es ist eine Ehre für mich, ihm zu diesem
Zeitpunkt seines Lebens begegnet zu sein.“
„Oliver
hat ein unglaubliches Drehbuch geschrieben“, gibt
Farrell das große Lob zurück. „Etwas
so Düsteres und gleichermaßen Erleuchtendes
mit einem solchen Potenzial habe ich nie zuvor gelesen.
Kurz gesagt, es war das Beste, was ich je in meinem
Leben gelesen habe. Alexander war ein Mann, der nichts
unversucht ließ, sich seine Träume zu erfüllen“,
fährt Farrell fort. „Die Antriebskraft dafür,
das glaube ich wirklich, war etwas viel Stärkeres
als Gier und der Wunsch nach Eroberung. Sein ganzes
Leben lang suchte Alexander nach Antworten und, meiner
Ansicht nach, auch nach Liebe. Alexander tat alles mit
einer fast wahnsinnigen Leidenschaft. In seinem Palast
in Makedonien hätte er ein schönes Leben haben,
seine Untertanen besteuern und den für einen König
angemessenen Luxus genießen können. Aber
in seiner Brust klaffte ein Loch, das nicht zu schließen
war. Und die Suche nach Antworten trieb ihn bis ans
Ende der Welt.“
Inspirieren
ließ sich Farrell bei seiner Arbeit nicht nur
von dem Mann, den er verkörperte, sondern auch
von dem Mann, der die kreative Kraft bei diesem Film
war. „Oliver hat mehr mit Alexander gemeinsam,
als ich je hoffen konnte“, bemerkt Farrell. „Er
strebt nach Perfektion, setzt alles dafür ein.
Er ist ein erstaunlicher Filmemacher und ein brillanter
Anführer. Oliver arbeitet immer bis zur Erschöpfung.
Während wir täglich nach der letzten Klappe
jammerten, was für ein schwerer, langer Tag es
doch gewesen war, befand er sich schon wieder auf dem
Weg in den Schneideraum. Diesen Mann um sich zu haben,
ist total inspirierend.“
Wesentlich
für die Entwicklung von Alexanders Persönlichkeit
sind die Erwartungen und festen Überzeugungen,
die seine starke Mutter Olympias auf ihn übertrug.
„Ein Aspekt, dem sich der Film stellt, ist Alexanders
Abmachung mit seiner Mutter“, erklärt Oliver
Stone. „In unserem Drehbuch sagt Olympias zu Alexander:
’In Dir lebt das Licht dieser Welt. Deine Gefährten
werden schon lange nur noch Schatten in der Unterwelt
sein, wenn Du der Einzige sein wirst, der für immer
jung und inspirierend bleibt. Niemals wird es einen
Alexander wie dich, einen Alexander den Großen,
geben.’ Olympias redete Alexander den Mythos ein,
dass er ein Schicksal wie Achilles haben und wie dieser
jung sterben werde. Das war das Tauschgeschäft.
Großer Ruhm, aber früher Tod – im Unterschied
zu einem langen Leben mit wenig Glanz.“ |