April 1945. Die Rote Armee marschiert in Berlin ein. In einem halb zerstörten Wohnhaus werden die Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Eine von ihnen ist Anonyma (NINA HOSS), einst Journalistin und Fotografin. In der Not fasst sie den Entschluss, sich einen russischen Offizier zu suchen, der sie beschützt. Und es geschieht, worauf sie am wenigsten gefasst war. Es entsteht eine Beziehung zu dem Offizier Andrej (EVGENY SIDIKHIN), die sich wie Liebe anfühlt, wäre da nicht die Barriere, die sie bis zum Ende Feinde bleiben lässt.
Der Film von Regisseur Max Färberböck (AIMÉE & JAGUAR) und Produzent Günter Rohrbach (DIE WEISSE MASSAI, SCHTONK!, DAS BOOT) stützt sich auf die Tagebuchaufzeichnungen einer bis zu ihrem Tod anonym gebliebenen Autorin, die als einzige Frau über die bis heute tabuisierten Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Roten Armee am Ende des zweiten Weltkriegs berichtet hat. Das Buch ist ein einzigartiges historisches Dokument, das weltweit Aufsehen erregt und nach seiner deutschen Neuauflage im Jahre 2003 alle Bestsellerlisten besetzt hat.
Die Hauptrolle der Anonyma spielt Nina Hoss (DIE WEISSE MASSAI), die zuletzt für den Film YELLA mit dem Deutschen Filmpreis und dem Silbernen Bären als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Auch alle weiteren Rollen sind prominent besetzt, darunter die Fassbinder-Ikone Irm Hermann, Jördis Triebel (zuletzt filmpreisnominiert für EMMAS GLÜCK), August Diehl (DIE FÄLSCHER), Wim Wenders-Star Rüdiger Vogler und Juliane Köhler (AIMÉE UND JAGUAR). Alle sowjetischen Soldaten werden von russischen Schauspielern gespielt, darunter der Kino- und Theaterstar Evgeny Sidikhin.
Der Film entstand in Zusammenarbeit mit dem ZDF (Redakteurin Caroline von Senden) und wurde gefördert durch die Filmstiftung NRW, den Medienboard Berlin- Brandenburg, die FFA und den DFFF.
Es sind die letzten Tage des Krieges, April 1945 in Berlin. Im Keller eines halb zerstörten Wohnhauses kauern die Menschen und warten. Sie haben die Bombennächte überstanden und auch den Artilleriebeschuss. Die meisten von ihnen sind Frauen und sie ahnen, was sie erwartet. Der Einmarsch der Roten Armee in Berlin steht unmittelbar bevor.
Da ist die stets hilfreiche Witwe (IRM HERMANN), da sind die lebenslustigen Schwestern Bärbel (JÖRDIS TRIEBEL) und Greta (ROSALIE THOMASS), die ältere Buchhändlerin (KATHARINA BLASCHKE), die Likörfabrikantin (MARIA HARTMANN), deren Mann sie einer Jüngeren wegen sitzen ließ, das lesbische Liebespaar Steffi (SANDRA HÜLLER) und Lisbeth (ISABELL GERSCHKE), die resolute Achtzigjährige (ERNI MANGOLD), das verzweifelte Flüchtlingsmädchen (ANNE KANIS), da sind Mütter mit ihren Kindern und auch ein paar ältere Männer, aus denen der Krieg alle Kraft herausgesogen hat. Vor allem aber ist da die knapp dreißigjährige Anonyma (NINA HOSS), dereinst Journalistin und Fotografin. Sie wird die Ereignisse der nächsten Tage für ihren Lebensgefährten Gerd (AUGUST DIEHL) festhalten, der vor Jahren an die Ostfront verschwand.
Es werden Tage der Schrecken und widersprüchlichsten Erfahrungen. Anonyma wird, wie die meisten Frauen, von den Siegern mehrfach vergewaltigt. Doch sie taugt nicht zum Opfer. Mit Mut und dem unbedingtem Willen, ihre Würde zu verteidigen, fasst sie einen Entschluss. Sie wird sich „einen Wolf“ suchen, einen russischen Offizier, der sie vor den anderen schützt. Als Gegenleistung wird sie mit ihm schlafen – freiwillig. Und es geschieht, worauf sie am wenigsten gefasst war. Der höfliche, melancholische Offizier Andrej (EVGENY SIDIKHIN) weckt ihr Interesse, ja, es entsteht eine Beziehung, die sich wie Liebe anfühlt. Und doch schwindet nie die Barriere, die beide nicht vergessen lässt, dass sie feindlichen Lagern angehören.
Auch die anderen Frauen entwickeln ihre Strategien, mal schnoddrig, mal unterwürfig, auf kleine Vorteile bedacht. Und es zeigt sich, dass auch die sowjetischen Soldaten nach menschlicher Nähe verlangen. Sie nisten sich ein in diesem zerbombten Haus. Und schließlich werden Sieger und Besiegte wie bei einem wilden Tanz auf dem Vulkan sogar das Ende des Krieges zusammen feiern. Denn etwas vereint sie doch: sie sind – nach einem langen Krieg – dem Tod entronnen.
Nach dem Schrecken der männlichen Gewalt, nach einem Taumel der Gefühle wird sich der Blick auf eine Zukunft öffnen, in der sehr langsam ein normales Leben beginnen kann.