Schon
lange warten weltweit Fans auf das Zusammentreffen
der Kult-Monster aus zwei der spannendsten Filmserien
aller Zeiten: ALIEN VS. PREDATOR. Fast ein Vierteljahrhundert
nach dem Debüt des Science-Fiction-Klassikers
ALIEN kommt der ultimative Kampf der extraterrestrischen
Giganten ins Kino. Zwei außerirdische Stämme
im Krieg – tief im Inneren unseres Planeten.
Egal wer gewinnt, wir werden die Verlierer sein...
Am
04.11. ist es so weit !
Der
milliardenschwere Industrielle Charles Bishop Weyland
(Lance Henriksen), Herrscher über ein weltweit
operierendes Firmenkonsortium, hat von seinen Forschungssatelliten
Hinweise auf eine ungewöhnliche Hitzestrahlung
in der Tiefe des antarktischen Eises erhalten. Die
Aufnahmen deuten auf altertümliche architektonische
Spuren tief unter dem ewigen Eis hin, die der besessene
Weyland erforschen möchte, bevor jemand anderes
diesem einzigartigen Phänomen auf die Spur kommen
kann. Unverzüglich stellt er ein multinationales
Team von Wissenschaftlern und Sicherheitsexperten
zusammen, das, angeführt von der expeditionserfahrenen
Umweltschützerin Alexa „Lex“ Woods
(Sanaa Lathan), dem rätselhaften archäologischen
Wunder auf den Grund gehen soll.
Als
Lex erfährt, dass sie die Expedition aus dem
Stand, ohne Training und Vorbereitung für die
Crew starten soll, verweigert sie zuerst die Mitarbeit.
Sie weiß aus Erfahrung, welche Gefahren in diesem
unwirtlichen Teil unserer Erde lauern. Doch letztlich
übernimmt sie den gefährlichen Job.
Mit
Eisbrecher und Raupenfahrzeugen erreichen sie schließlich
eine vor 100 Jahren – aus nie geklärten
Gründen – verlassene Walfangstation, unter
der die außergewöhnliche Hitze-Entwicklung
lokalisiert wurde. Als sie mit ihren Bohrungen beginnen
wollen, entdecken sie einen offensichtlich frisch
angelegten Schacht, der geradewegs in die Mitte der
Erde zu führen scheint. Auf den Satellitenbildern
vom Vortag war dieses technische Wunder, dessen Ausführung
absolut rätselhaft ist, noch nicht zu sehen –
hier muss auf unerklärliche Weise Zukunftstechnologie
zum Einsatz gekommen sein. Verwundert beginnt die
Crew den gefährlichen Abstieg.
Was
sie dort unten, 700 Meter unter der eisigen Oberfläche,
vorfinden, fasziniert sie zunächst, aber bald
entwickelt es sich zum unfassbaren Grauen. Denn in
einer riesigen Pyramide, in der aztekische, ägyptische
und kambodschanische Kulturen ihre Spuren hinterlassen
haben, stoßen sie auf eine ungewöhnliche
Anordnung von Kammern, die die Eigenschaft haben,
sich ständig zu verändern. In Abständen
von zehn Minuten bewegen sich die Wände, konfigurieren
sich neu und bilden andere Räume, die dem Team
den Rückweg versperren. Die Pyramide wird zum
Labyrinth und für einige der Teammitglieder zur
tödlichen Falle, die sie für immer von ihren
Kollegen abschneidet.
Sebastian
De Rosa (Raoul Bova), ein italienischer Archäologe,
der Lex nicht von der Seite weicht, kann die Hieroglyphen,
die überall in die Wände gemeißelt
sind, entziffern und übersetzen. Dennoch stehen
die Wissenschaftler vor einem Rätsel. In einer
Opferkammer finden sie uralte Gebeine, die alle ein
gemeinsames Merkmal aufweisen: In jedem Brustkorb
klafft ein großes Loch, das nicht auf eine äußere
Verletzung hindeutet, sondern vermuten lässt,
dass etwas Unerklärliches mit unglaublicher Wucht
aus den Körpern entwichen sein muss. Der schottische
Chemie-Ingenieur Graeme Miller (Ewen Bremner), der
im Team die Aufgabe hat, das Alter archäologischer
Funde zu bestimmen, ahnt wie seine Kollegen, dass
in dieser Pyramide noch etwas anderes als die menschliche
Evolution Spuren hinterlassen hat: eine fremde, unbekannte
Kultur. Ist es vorstellbar, dass hier seit Tausenden
von Jahren außerirdische Kräfte am Werk
gewesen sind?
Je
weiter sie sich in das Innere der Pyramide vorarbeiten,
desto deutlicher werden die Zeichen, dass sie nicht
allein sind in der Tiefe der Antarktis. Schließlich
wird die schreckliche Vermutung zur Gewissheit: Horrorwesen
aus einer anderen Welt befinden sich im Krieg! Predator,
hünenhafte Kämpfer mit tödlichen Waffen,
halten eine gefangene Alien-Königin seit Ewigkeiten
künstlich am Leben, die alle 100 Jahre Eier legt.
Ist die Brut geschlüpft, braucht sie menschliche
Wirte, in denen sie heranreifen kann. Facehugger,
die noch unreifen Alien-Nachkommen, dringen durch
Mund und Nase in die Körper ihrer menschlichen
Opfer ein, in denen sie sich schnell zu gefährlichen
Aliens entwickeln, die sich schließlich explosionsartig
aus ihren unfreiwilligen Gastgebern herauskatapultieren.
In einem mörderischen Initiationsritual der jungen
Predator-Krieger müssen sie sich dann im Kampf
bewähren.
Das
Forscherteam ist den Predatorn in die Falle gegangen,
die menschliche Wirte brauchen, um die Lebensgeister
ihrer Todfeinde zu wecken. Die Forscher sind gefangen
in dem mörderischen Ritus des Erwachsenwerdens
Außerirdischer – im Krieg zwischen Alien
und Predator. Ein unglaublicher Horrortrip nimmt seinen
Anfang, ein Krieg auf Leben und Tod, in dem Menschen
keine Überlebenschance haben. Mit einer Ausnahme
...
1979
brachte Twentieth Century Fox Ridley Scotts längst
zum Genreklassiker avancierten Film ALIEN („Alien
– Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“)
in die Kinos, der von Kritik und Publikum weltweit
als Meilenstein des Science-Fiction-Films gefeiert
wurde. Der riesige Erfolg führte zu einer Reihe
von Nachfolgefilmen mit drei weiteren Abenteuern:
James Camerons ALIENS („Aliens – Die Rückkehr“,
1986), David Finchers ALIEN3 („Alien 3“,
1992) sowie Jean-Pierre Jeunets ALIEN: RESURRECTION
(„Alien – Die Wiedergeburt“, 1997).
1987
präsentierte Fox mit John Mc Tiernans PREDATOR
(„Predator“), produziert von John Davis,
eine weitere außerirdische Film-Kreatur: ein
Krieger, der sich unsichtbar machen kann und ein mörderisches
Chaos im Dschungel veranstaltet. (Unter den Darstellern
waren übrigens gleich zwei zukünftige amerikanische
Gouverneure: Arnold Schwarzenegger, Kalifornien, und
Jesse Ventura, Minnesota.) PREDATOR 2 („Predator
2“, 1990) verwandelte drei Jahre später
den urbanen Dschungel von Los Angeles in die Hölle
auf Erden.
Fast
ein Vierteljahrhundert nach dem Debüt von ALIEN
kommt ALIEN VS. PREDATOR in die Kinos, eine der am
heißesten erwarteten Konfrontationen in der
Geschichte des Science-Fiction-Films.
ALIEN
VS. PREDATOR auf die Leinwand zu bringen war ein fast
zehn Jahre andauerndes Abenteuer für sich. Twentieth
Century Fox lehnte etliche Drehbuch-Entwürfe
ab, bevor Autor und Regisseur Paul W. S. Anderson
dem Studio seine Idee unterbreitete, den Film hier
und heute auf dem Planeten Erde spielen zu lassen.
Die Story sollte historisch zwischen PREDATOR und
ALIEN angesiedelt sein.
„Menschen
mitten ins Geschehen zu setzen, erhöht die Spannung
im Kampf Aliens gegen Predator“, meint AVP-Produzent
John Davis. „Über die Jahre hatte ich von
mehr als 40 Drehbuchautoren Geschichten zu diesem
Thema angeboten bekommen, bis endlich Paul mit seiner
Idee kam. Sein Ansatz hat uns wirklich überzeugt.“
Anderson
hatte diese Version seit dem Beginn seiner Karriere
im Kopf – lange bevor das Studio ihn einlud,
sein Konzept zu präsentieren. „Vor fast
neun Jahren dachte ich schon über einen Alien-Predator-Film
nach, nur so zum Spaß“, erinnert sich
Anderson. „Als ich dann mit meinem ersten Film,
SHOPPING (1994), einem europäischen Indie-Film,
in Sundance war, dachte ich, du wirst nie einen Film
wie AVP machen.“
„Und
acht Jahre später will Fox den Film machen und
lädt mich ein, darüber zu sprechen“,
fährt Anderson fort. „Ich erzählte
ihnen im Prinzip dieselbe Geschichte, die ich damals
in Sundance im Kopf hatte. Und jetzt sollte ich sie
verfilmen.“
Laut
Davis war es unverzichtbar, einen Regisseur zu haben,
der in beidenWelten zu Hause war, und niemand kannte
die Filme besser als Anderson. „Neben der Tatsache,
dass er ein talentierter Regisseur ist, ist Paul der
ultimative Alien- und Predator-Fan“, sagt der
Produzent. „Er hat die Originale Hunderte Male
gesehen und er kann ohne Übertreibung jede Szene
aus der Erinnerung zitieren. Wenn man einen aufregenden
Film machen will, braucht man einen Regisseur, der
eine Leidenschaft für die Geschichte hat und
das Gefühl, dass er diesen Film machen muss!
Paul musste ALIEN VS. PREDATOR machen.“
Andersons
geradezu enzyklopädisches Wissen über Alien
und Predator führte zwangsläufig zu dem
Anspruch, definitiv auszuschließen, dass sich
Elemente vorangegangener Alien- und Predator-Filme
in irgendeiner Form widersprechen könnten. (Ein
kurzes Bild der „Totenkopf-Trophäe“
eines Alien in PREDATOR 2 zum Beispiel deutete an,
dass es früher zu Begegnungen der beiden Spezies
gekommen sein könnte.) „Gleichzeitig führt
ALIEN VS. PREDATOR eine Menge an Mythologie ein“,
sagt Anderson, „aber sie bezieht sich mehr auf
die Geschichte der Erde als auf die früheren
Filme.“
Andersons
neue Geschichtsschreibung in AVP positioniert die
Predator, die die Erde vor Tausenden von Jahren besuchten,
als Wesen, die als Götter verehrt wurden und
einen großen Einfluss auf bestimmte Kulturen
wie die der Azteken und Mayas hatten. „Diese
Vorstellung hatte ihren Ursprung tatsächlich
in einem kurzen Blick in das Innere des Raumschiffs
in PREDATOR 2, das ein aztekisches Design hatte“,
erinnert sich Anderson. „Das führte dazu,
dass ich über die Auswirkungen nachzudenken begann,
die die Predator – als eine fremde Art –
auf frühe menschliche Kulturen gehabt haben könnten.“
Während
er diese Mythologie etablierte, stellte Anderson wichtige
Figuren- und Darsteller-Bezüge zu der Alien-Filmreihe
her. Die Rolle des milliardenschweren Industriellen
Charles Bishop Weyland wurde für den Schauspieler
Lance Henriksen geschrieben, einen Veteranen aus ALIEN
und ALIEN3. Alien-Fans werden den mittleren und den
Familiennamen wiedererkennen: „Weyland“
ist der Weyland-Yutani Corporation entlehnt, der multinationalen
Gruppe, die die Nostromo im ersten Film auf ihre schicksalhafte
Reise schickte, um den Alien wiederzufinden. Und „Bishop“
ist der Name des Androiden, den Henriksen im zweiten
und dritten Alien-Film spielte. Anderson meint: „Weyland
machte sein Geld in der High-Tech-Industrie, er ist
der Vater der modernen Robotertechnik und als der
Bishop-Androide 150 Jahre später (in der Alien-Zeitrechnung)
erschaffen wird, ist er ganz einfach das Ebenbild
seines Erfinders.“
Eine
weitere Verbindung, diesmal zum Alien-Original, findet
sich in der Figur der Alexa „Lex“ Woods,
der Forscherin, Abenteurerin und Umweltschützerin,
gespielt von Sanaa Lathan. ALIEN war mit Sigourney
Weavers Verkörperung der tapferen Ellen Ripley
ein Wegbereiter der weiblichen Heldenfigur und Anderson
stellt die gleichermaßen unerschrockene Lex
in diese Tradition.
Der
Autor und Regisseur orientierte sich in seiner Entscheidung,
die Kreaturen und die Kämpfe erst relativ spät
im Film zu zeigen, an der bewährten Praxis der
ersten beiden ALIEN-Filme und an PREDATOR. „Das
hat wesentlich zum Erfolg von ALIEN, ALIENS und PREDATOR
beigetragen“, meint Anderson. „Diese Filme
zwangen die Zuschauer darauf zu warten, endlich die
Kreaturen sehen zu können. Das Publikum wusste,
sie konnten jeden Moment auftauchen – und das
verstärkt natürlich die Spannung. Es war
mir wichtig, dass sich ALIEN VS. PREDATOR langsam
entwickelt, ähnlich dem Original-ALIEN, um es
dann in den letzten 45 Minuten richtig zur Sache gehen
zu lassen und unablässig Action zu bringen.“
Anderson
wollte die Kreaturen so „real“ wie möglich
zeigen – was bedeutete, die computergenerierten
Effekte auf ein Minimum zu reduzieren und die beachtlichen
Talente der Entwickler und Designer der Furcht einflößenden
Geschöpfe, Alec Gillis und Tom Woodruff jr. sowie
des Visual Effects Supervisors John Bruno zu nutzen.
Die Effekt-Spezialisten teilten Andersons Haltung,
den Einsatz des Computers so gering wie möglich
zu halten. Annähernd 70 Prozent der Effekte in
ALIEN VS. PREDATOR sind physisch erarbeitet und ohne
Computertricks entstanden. „Das Publikum heutzutage
ist sehr anspruchsvoll und durchaus in der Lage, eine
gewisse Künstlichkeit auch bei den besten Computer-Effekten
zu erkennen“, meint Anderson. „Wir wollten,
dass die Zuschauer akzeptieren, dass die beiden mächtigen
Kreaturen ‚Mann gegen Mann‘ kämpfen.
Und die beste Möglichkeit war, es real zu zeigen.“
Die
außergewöhnlichen Fähigkeiten von
Woodruff und Gillis, die schon bei ALIENS, ALIEN3
und ALIEN RESURRECTION für die Spezialeffekte
zuständig waren, war ausschlaggebend für
Andersons Entscheidung, möglichst viele Effekte
real zu inszenieren. Aufbauend auf dieser Arbeit –
und H.R. Gigers originalem Alien-Design sowie Stan
Winstons Predator-Kreationen – waren Gillis
und Wodruff darauf bedacht, das Aussehen der Aliens
und Predator möglichst wenig zu verändern,
um die Fans nicht zu enttäuschen. „Gigers
und Winstons Arbeit ist großartig“, sagt
Gillis. „In AVP haben wir versucht, die Effekte
mit neuer Konstruktions- und Artikulationstechnologie
zu verfeinern und die Kreaturen im Design stromlinienförmiger
zu entwickeln. Dadurch wirken sie noch Furcht erregender.“
Für
AVP gestalteten Woodruff und Gillis die ambitionierteste
Kreatur ihrer Karriere: eine Alien-Königin, die
die anspruchsvollste Animatronik auf die Leinwand
brachte und ein Riesenschritt nach vorne war im Vergleich
zu früheren „Inkarnationen“ der Königin.
Die
Körperteile der Alien-Königin von Gillis/Woodruff
wurden hydraulisch angetrieben, was schnelle und kontrollierbare
Bewegungen ermöglichte. Die Bewegungssequenzen
wurden von einem Computer überwacht, der jede
noch so kleine Aktion aufzeichnete. „Hatten
wir eine Bewegung, die Paul Anderson gefiel, konnten
wir das immer gleich wiederholen, was eine Einheitlichkeit
der ‚Performance‘ ermöglichte“,
erzählt Gillis. Und sie gaben der außerirdischen
Königin, die ihr Leinwanddebüt in ALIENS
gegeben hatte, ein schlankeres Aussehen – ihr
enorm großer Kopf wurde beibehalten, aber die
Taille abgespeckt.
Viele
der Alien- und Predator-Auftritte wurden mit ferngesteuerten
animatronischen Köpfen durchgeführt, die
Woodruff und Gillis entworfen hatten. Abhängig
von den Anforderungen der jeweiligen Szene wurden
entweder animatronische Alien-Puppen, verkabelte Aliens
oder ein Alien-Anzug (in dem Woodruff selbst steckte)
benutzt. „Wenn das Geschöpf von der Taille
aufwärts gedreht wurde oder nur flüchtig
in einer Szene zu sehen war, steckte ich in dem Anzug“,
erzählt Woodruff. „Aber für besondere
Aktionen, wenn etwa das Alien die Zunge herausstreckt,
benutzten wir Animatronik.“
Scar,
einer der Predator, spielt eine Hauptrolle und Gillis/Woodruff
führten die notwendigen Verbesserungen am Original-Design
durch, um ihn hervorzuheben und eine glaubhafte Darstellung
zu ermöglichen. „Wir mussten Scar in die
Lage versetzen, wichtige Szenen ‚schauspielerisch
zu tragen‘ ohne zu sprechen“, erklärt
Alec Gillis. Und Woodruff ergänzt: „Scars
Skulptur ist feiner, kann sich besser bewegen und
dadurch mehr Emotion ausdrücken.“
So
wie Woodruff für verschiedene Szenen in ein Alien-Kostüm
schlüpfte, wurde der Haupt-Predator von dem knapp
2,18 Meter großen Ian Whyte gespielt, einem
ehemaligen Basketball-Profi aus England. (Kevin Peter
Hall spielte die Kreatur in PREDATOR und PREDATOR
2.) Whytes kraftvolle Physis und seine athletischen
Bewegungen gaben Scars Auftritten die gewünschte
Ausdruckskraft.
Da
die Effekte für Anderson von größter
Wichtigkeit waren, mussten sie mitunter von modernsten
Computer-Zaubereien unterstützt werden, die von
John Bruno überwacht wurden. Die größte
Herausforderung für den altgedienten Filmemacher,
der seine künstlerischen Qualitäten an internationalen
Erfolgen wie TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY („Terminator
2 – Tag der Abrechnung“, 1991) und TITANIC
(„Titanic“, 1997) hinlänglich bewiesen
hatte, war es, sicherzustellen, dass die „reale“
und die computergenerierte Alien-Königin nahtlos
zusammenpassten.
Von
der Majestät selbst gab es ein „ausgewachsenes“,
fast 4,90 Meter großes „reales“
Exemplar, eine zirka 1,20 Meter große Puppe
sowie eine computergenerierte Version. Zusätzlich
zur Computer-Königin, die – anders als
in ALIENS – völlige Bewegungsfähigkeit
hatte, ergänzte Bruno die „große“
Königin mit einem computergenerierten spitzen
Schwanz, der problemlos Menschen und Predator aufspießen
konnte. Die Alien-Face Hugger benötigten Brunos
digitalen Touch in Szenen, in denen sie fliegen oder
jemanden angreifen mussten, der sich ihnen in den
Weg stellte. Bruno arbeitete eng mit Produktionsdesigner
Richard Bridgland und dem Chefkameramann David Johnson
zusammen.
Wie
bei den Kreaturen legten die Filmemacher auch bei
den Sets großen Wert darauf, „real“
zu drehen. „Nur wenn es absolut unmöglich
war, ein Set zu bauen, und nur dann, nutzten wir visuelle
Effekte“, sagt Bridgland. Seine ambitionierten
Set-Designs kombinieren ein futuristisches Aussehen
mit Versatzstücken der Vergangenheit. Seine Sets
haben einen bestimmten Maya-, Azteken- und Südamerika-Touch,
der Andersons Hintergrundgeschichte reflektiert, nach
der die Predatoren diese Regionen vor Tausenden von
Jahren besucht hatten. Dadurch orientiert sich sein
Design eindeutig am Predator-Einfluss.
Aber
die Erfindung und Gestaltung der Predator-Architektur
und -Technologie war keine einfache Aufgabe, da wenig
davon in den vorherigen Filmen angelegt war. Der zuvor
erwähnte kurze Einblick in das Innere des Predator-Raumschiffs
mit seinem Maya-Look in PREDATOR 2 gab Bridgland einen
Anhaltspunkt, von dem aus er das Design für AVP
entwickeln konnte.
Zu
Bridglands beeindruckenden Sets gehören eine
antarktische Walfangstation aus der Zeit um die Wende
vom 19. zum 20. Jahrhundert und eine Eisgrotte, zirka
700 Meter unter der arktischen Oberfläche, die
sich öffnet, um den Blick auf eine enorm große
Pyramide freizugeben. Ferner eine Opferkammer mit
Opferscheiben, die mumifizierte Leichen enthält,
und bizarre antike Darstellungen, die in die Wände
graviert sind. Und die Hieroglyphen-Kammer, welche
die Vorgeschichte erzählt, die Kammer der Götter,
die Kammer des Kampfes, Schauplatz für eine mörderische
Schlacht zwischen Aliens und Predator, sowie das Predator-„Mutter-schiff“
– ein enormes Set, das weit über das hinausgeht,
was vom Schiff in PREDATOR 2 zu sehen war. Das wohl
Beeindruckendste von Bridglands Designs ist die Kammer
der Alien-Königin, die besonders groß gebaut
wurde, um möglichst viel Bewegungsfreiheit zu
haben. Im Inneren dieser Kammer wird die Alien-Königin
von einer Maschine gefangen gehalten, die an mittelalterliche
Folterinstrumente erinnert. Sie ist mit Metallseilen
gefesselt, ein großer, eiserner Gürtel
hält ihre Arme und Beine fest und brutale, stachelige
Predator-Ketten lassen ihr wenig Bewegungsmöglichkeit.
Sie hat Sonden im Nacken, durch die ihr Chemikalien
injiziert werden, die sie am Leben erhalten. Eine
elektrische Stimulation sorgt dafür, dass sie
Eier legt – aus denen sich die potenziellen
Opfer der jungen Predator entwickeln, die sie für
ihre Initiationsrituale brauchen.
Analog
zu den verfeinerten Effekten der Kreaturen hat sich
auch das Waffenarsenal des Films seit den Predator-
und Alien-Filmen weiterentwickelt. Der Predator hat
noch die gleichen Waffen, die er in den vorhergehenden
beiden Filmen benutzte, unter anderem den teleskopischen
Speer, der modernisiert wurde und dekorativer und
bedrohlicher wirkt. Das mörderische Wurfmesser
des Predator hat Außenklingen bekommen, die
aus- oder eingefahren werden können – einem
sechsklingigen Wurfstern ähnlich. Zusätzlich
tragen die Predator einen mit Ornamenten versehenen
Dolch in einer Beinscheide, den sie benutzen, um Aliens
zu häuten und deren schützende Hülle
zu zerstören.
Eine
signifikante Änderung erfuhr das Schultergewehr
der Predator. Anderson wollte, dass es größer
ist: Jetzt ist es etwa einen halben Meter lang und
hat einen dickeren Lauf, der zurückspringt, wenn
es abgefeuert wird. Alle Waffen sind aus dem gleichen
Material und von gleicher Qualität wie die vorherigen,
aber sie wirken viel beeindruckender.
So
wichtig die Komponenten Design, Waffen, Kreaturen
und visuelle Effekte für Andersons Vision von
ALIEN VS. PREDATOR auch sein mögen – die
Figuren und ihre Darsteller sind das Herz des Films.
„Wir etablieren die Figuren als Individuen,
damit die Zuschauer sich Sorgen um sie machen, wenn
sie zu sterben beginnen – und sie beginnen definitiv
zu sterben“, meint Anderson.
Die
Filmemacher suchten in der ganzen Welt nach den passenden
Darstellern. „Der Cast ist wirklich sehr international
und verleiht dem Film seinen Charakter“, sagt
Produzent John Davis.
Das
Studio und die Filmemacher sahen sich Hunderte von
Schauspielerinnen für die begehrte Hauptrolle
der Forscherin und Abenteurerin Alexa „Lex“
Woods an, die sich schließlich zwischen den
kriegerischen Stämmen der Außerirdischen
wiederfindet. Sanaa Lathan, die kürzlich eine
Tony Award Nominierung erhielt für ihre Rolle
in der erfolgreichen Broadway-Produktion „A
Raisin in the Sun“, machte schließlich
das Rennen und spielte die Lex.
Lathan
ließ sich von der Aufgabe, eine Action-Hauptrolle
zu spielen, nicht einschüchtern. „Eine
Woche vor dem Abflug nach Prag begann ich damit, mich
auf den Film vorzubereiten, und zwei Tage nach der
Ankunft drehten wir bereits“, erinnert sie sich.
„Sanaa
hat das Zeug, ein großer Filmstar zu werden“,
sagt John Davis. „Sie hat wundervolle Arbeit
in ihren vorherigen Filmen und in ‚A Raisin
in the Sun‘geleistet und ich denke, AVP könnte
ihr den großen Durchbruch bringen. Sie ist eine
glaubhafte Action-Heldin, man kann sich emotional
mit ihr identifizieren und verliebt sich einfach in
sie, sobald sie auf der Leinwand auftaucht. Sie hat
Intensität, Intelligenz und Wärme und bringt
all das in den Film ein.“
Trotz
der Ähnlichkeiten zwischen Sanaa Lathans Lex
und Sigourney Weavers Ripley besteht die AVP-Schauspielerin
darauf, dass es auch wichtige Unterschiede gibt: „Ich
habe Lex nicht als Kopie von Ripley angelegt“,
sagt Lathan. „Lex ist sehr stark, wie Ripley,
aber da hört die Gemeinsamkeit auch schon auf.
Lex ist eine Umweltschützerin und Einzelgängerin,
die sich in einer unglaublichen Situation wiederfindet
und erkennt, dass sie eine Kraft hat, von der sie
bisher keine Ahnung hatte.“
Raoul
Bova, der an der Seite von Diane Lane in UNDER THE
TUSCAN SUN („Unter der Sonne der Toskana“,
2003/04) zu sehen war, porträtiert Sebastian
De Rosa, einen Archäologen, der eine in der Antarktis
begrabene Zivilisation erforscht und dabei schließlich
eine ganz grauenvolle Entdeckung macht. Bova ist einer
der populärsten Darsteller des gegenwärtigen
italienischen Kinos und war auch in einer Serie von
provokativen GAP-Anzeigen zu sehen. Sein Leben lang
Alien-Fan, erinnert sich Bova sehr genau an seine
erste Begegnung mit dem Monster, für die er sich
als 10-jähriger Junge, trotz strengem Verbot
der Eltern, heimlich ins Kino geschlichen hatte.
Bova,
ein ehemaliger Olympia-Schwimmer, war gut vorbereitet
für die nicht ganz einfachen Stunts und Action-Sequenzen
des Films. Er war außerdem bestens präpariert
für einige mehr intime Leinwandereignisse. Im
Verlauf der Geschichte kommen sich der von Bova gespielte
Sebastian und die forsche Lex behutsam immer näher.
Aber letztlich war es ein Alien, das von Bova geherzt
wurde – allerdings nicht auf der Leinwand. „Bei
meinem ersten Zusammentreffen mit einem Alien im Film
sieht man, wie die Kreatur von hinten auf mich zu
kriecht und direkt hinter meinem Rücken anhält
– bereit, mich zu attackieren“, erzählt
der Schauspieler. „Nachdem ich mich umgedreht
hatte, schauten wir uns in die Augen. Als der Regisseur
‚Cut‘ rief, drückte ich dem Alien
einen fetten Kuss auf!“
Während
Sanaa Lathan erst relativ spät im Verlauf des
Casting-Prozesses besetzt wurde, war Lance Henriksen,
dessen Rolle des Charles Bishop Weyland eine direkte
Verbindung zu den Alien-Filmen herstellt, der einzige
Schauspieler, der von Anfang an als Ensemble-Mitglied
feststand. „Paul Anderson rief mich an, wir
trafen uns und er erzählte mir buchstäblich
die ganze Geschichte – wie er sich Bishops Rolle
vorstellte und warum er sie so wichtig für den
Film fand“, erinnert sich Henriksen. „Ich
hatte nicht damit gerechnet, jemals wieder in diese
Welten zurückzukehren, aber ich konnte Pauls
Enthusiasmus und seiner profunden Kenntnis des Alien-
und Predator-Universums nicht widerstehen.“
Sogar
nach seiner Arbeit an zwei Alien-Filmen sowie an THE
TERMINATOR („Der Terminator“, 1984) und
einigen anderen Werken dieses Genres, war Henriksen
beeindruckt vom Tempo und von der Action in ALIEN
VS. PREDATOR. „Ich habe in einigen sehr temporeichen
Filmen mitgespielt“, meint er, „aber AVP
ist anders als alles, was ich vorher gemacht habe.
Die Zuschauer werden Sicherheitsgurte für diesen
Film brauchen!“
Ein
weiteres Ensemblemitglied ist der britische Schauspieler
Ewen Bremner in der Rolle des Graeme Miller, ein Chemie-Ingenieur,
der im Forscherteam die Aufgabe hat, das Alter der
antiken Strukturen zu bestimmen. Zuvor hatte Bremner
einen eigensinnigen Piloten in THE RUNDOWN („Welcome
to the Jungle“, 2003/04) gespielt sowie kleinere
Rollen in BLACK HAWK DOWN („Black Hawk Down“,
2001) und TRAINSPOTTING („Trainspotting –
Neue Helden“, 1996).
In
den Nebenrollen sind Colin Salmon, bekannt aus RESIDENT
EVIL („Resident Evil“, 2002) und dem James-Bond-Abenteuer
DIE ANOTHER DAY („James Bond 007 – Stirb
an einem anderen Tag“, 2002), Carsten Norgaard,
Joseph Rye, Agathe de la Boulaye, Tommy Flanagan und
Sam Troughton zu sehen.
Mit
dieser hervorragenden Besetzung und seinem hochkarätigen
Team im Rücken realisierte der Autor, Regisseur
und Alien- und Predator-Fanatiker einen Traum, indem
er einen Film inszenierte, der diese beiden Leinwand-Ikonen
zusammenbrachte. „ALIEN sah ich zum ersten Mal
als Schüler und natürlich hinterließ
der Film einen bleibenden Eindruck bei mir“,
sagt Anderson. „Jetzt ist AVP fertig und ich
muss mich jeden Tag kneifen, um sicher zu sein, dass
ich nicht träume.“ |