Wie soll ein einzelner Mann die ganze Welt verändern?
Diese
Frage verfolgt Bruce Wayne (CHRISTIAN BALE) ebenso wie
das Bild seiner Eltern, die in den Straßen von
Gotham vor seinen Augen niedergeschossen wurden –
ein Erlebnis, das seinem Leben eine radikal neue Richtung
gegeben hat.
Schuldgefühle und ohnmächtige Wut quälen
ihn, nähren seine Rachegefühle, aber auch
den Wunsch, das gemeinnützige Engagement seiner
Eltern fortzuführen. Bruce, Erbe eines großen
Industriekonzerns, hat jede Illusion verloren. Er verschwindet
aus Gotham und reist unerkannt durch die Welt, um herauszufinden,
wie er Unrecht bekämpfen und jene, die von der
Angst anderer leben, selbst das Fürchten lehren
kann.
Wie
verbrecherische Hirne funktionieren, lernt Bruce von
seinem Mentor, dem geheimnisvollen Ducard (LIAM NEESON).
Dieser bringt ihm bei, Körper und Geist zu beherrschen,
um so seinen Schwur zu erfüllen und den Kampf gegen
das Böse aufzunehmen. Bald darauf versucht die
mächtige Schattenliga Bruce für sich zu gewinnen.
Sie wird von dem undurchsichtigen Ra’s Al Ghul
(KEN WATANABE) geführt und hat sich subversive
Selbstjustiz auf die Fahnen geschrieben.
Als Bruce nach Gotham zurückkehrt, leidet die Stadt
unter hemmungsloser Korruption und unkontrollierbarer
Kriminalität. Wayne Enterprises, einst der Familienhort
menschenfreundlicher Geschäftsideale, wird jetzt
von Chefmanager Richard Earle (RUTGER HAUER) geleitet,
den der Börsengang der Firma weit mehr interessiert
als ihr soziales Engagement.
Gleichzeitig muss Bruces Freundin aus Kindertagen, Rachel
Dawes (KATIE HOLMES), als heutige Assistentin des Staatsanwalts
eine schwere Niederlage einstecken: Selbst die berüchtigtsten
Verbrecher kann sie nicht hinter Gitter bringen, weil
das Rechtssystem von Abschaum wie Unterweltboss Carmine
Falcone (TOM WILKINSON) unterwandert wird. Machtlos
sieht Rachel zu, wie der prominente Psychiater Dr. Jonathan
Crane (CILLIAN MURPHY) Falcones Gangstern Unzurechnungsfähigkeit
bescheinigt – und dafür im Gegenzug bei seinen
eigenen ruchlosen Machenschaften unterstützt wird.
Auf einige Freunde kann Bruce Wayne sich verlassen:
seinen treuen Butler Alfred (MICHAEL CAINE), Detective
Jim Gordon (GARY OLDMAN) – er gehört zu den
wenigen ehrlichen Cops in Gotham – und Lucius
Fox (MORGAN FREEMAN), der ihm in der Abteilung für
angewandte Wissenschaften bei Wayne Enterprises zuarbeitet.
Mit diesen Gefährten kreiert Bruce Wayne sein imposantes
Alter Ego: Batman, den maskierten Ritter. Mit Geschicklichkeit,
Intellekt und einem Arsenal von High-Tech-Waffen tritt
er an, um Gotham City aus der tödlichen Umklammerung
der Unterwelt zu befreien.
Wie der dunkle Ritter entstand
Verbrecher sind abergläubische Feiglinge. Deshalb
muss ich mich so verkleiden, dass ich ihnen Angst einjage.
Mein Reich muss die Nacht sein.
–
Bruce Wayne alias Batman, Detective Comics Nr. 33
Er
tauchte erstmals 1939 auf, eine gespenstische Silhouette
vor dem Stadtpanorama von Gotham. Der geheimnisvolle
und bedrohliche „Bat-Man“ erschien als selbsternannter
Schutzpatron von Gotham City, ein geflügeltes Fabelwesen,
ein schattenhaftes Mittelding zwischen Held und Ordnungshüter.
In den vergangenen sechs Jahrzehnten wurde er als Dunkler
Ritter bekannt, eine komplexe Persönlichkeit, die
sich allein durch ihre Willenskraft in ein hoffnungsvolles
Symbol für Recht und Ordnung verwandelte und in
der heruntergekommenen, korrupten Stadt aufräumte.
Bob Kane schuf Batman für DC Comics – der
Superheld gab sein Debüt im Mai 1939 im Heft Detective
Comics Nr. 27. In seiner nunmehr 66-jährigen Geschichte
hat er sich zu einem beispiellosen Kulturphänomen
entwickelt, das Hörspielserien, real gefilmte und
animierte Fernsehserien, Kinofilme, Videogames und Legionen
von Comic-Heften umfasst.
„Batman
zählt zu den psychologisch faszinierendsten Figuren
unserer Kulturgeschichte“, sagt Paul Levitz, Chef
und Verleger der DC Comics, des größten englischsprachigen
Comic-Verlags der Welt, in dem legendäre Helden
wie Batman, Superman, Wonder Woman und Sandman zu Hause
sind. „Batman verfügt über seine Superkräfte
nicht ohne weiteres, er behauptet nicht einfach: ,Ich
setze meine Fähigkeiten für das Gute ein,
weil ich ein guter Mensch bin.‘ Dieser Mann musste
mit ansehen, wie seine Eltern ermordet wurden. Er musste
überlegen, wie er darauf reagiert. Schuldgefühle
und ohnmächtiger Zorn quälen ihn, er brennt
auf Rache, aber dennoch plant er seine Verwandlung sehr
durchdacht, um so die Welt zu verändern.“
„Die
besondere Faszination von Batman besteht darin, dass
dieser Held von sehr negativen Beweggründen angetrieben
wird“, sagt Christopher Nolan, der am Drehbuch
mitgearbeitet und „Batman Begins“ inszeniert
hat. „Batman ist ein menschliches Wesen mit all
seinen Fehlern. Doch es gelingt ihm, diese massiv selbstzerstörerischen
Triebe in den Griff zu bekommen und sie in eine positive
Richtung umzulenken. Dadurch wird Batman für mich
eine Figur, die uns auch heute durchaus noch etwas zu
sagen hat.“
Batman ist ein Superheld ohne Superkräfte. Stattdessen
arbeitet er ehrgeizig daran, sich selbst in eine lebende
Waffe im Kampf gegen das Unrecht zu verwandeln –
von den einen gefürchtet, von den anderen bewundert.
„Batman
unterscheidet sich von seinen Kollegen dadurch, dass
er ein Held ist, dem jeder nacheifern kann“, sagt
Co-Autor David Goyer, der sich einen Namen gemacht hat,
indem er Superhelden und fantastische Figuren zu originellen,
actiongeladenen Kinoerfolgen verhalf: die „Blade“-Serie,
„The Crow: City of Angels“ (The Crow –
Die Rache der Krähe) und „Dark City“
(Dark City). „Der Leser/Zuschauer kann unmöglich
wie Superman oder der Unglaubliche Hulk werden. Aber
jeder kann sich vorstellen, in Batmans Fußstapfen
zu treten. Wenn man intensiv genug trainiert und sich
wirklich anstrengt, dann könnte man vielleicht
Batman werden – aber auch nur vielleicht.“
„Batman
Begins“ beleuchtet die Ursprünge der Batman-Legende,
die Entwicklung des Dunklen Ritters zum Streiter für
das Recht in Gotham. „Ich wollte die Batman-Story
erzählen, die ich noch nie gesehen habe, auf die
die Fans schon lange warten: Wie ist Bruce Wayne zu
Batman geworden?“ sagt Nolan, der sich durch die
packenden, provokanten Psycho-Thriller „Memento“
(Memento) und „Insomnia“ (Insomnia –
Schlaflos) als ehrgeiziges neues Talent etablierte –
mit untrüglichem Gespür für seine Figuren
und einem erstaunlich selbstsicheren Regiestil.
„Batman
Begins“ konzentriert sich voll auf die Figuren,
ohne die aufwändigen Abenteuer-Action-Elemente
zu vernachlässigen. Und nebenbei vermittelt der
Film komplexe Einsichten über das menschliche Leben
an sich. Erstmals wird ausführlich berichtet, wie
Bruce Wayne sich vornimmt, Batman zu werden. In allen
Einzelheiten erfahren wir, wie und warum er sich seine
Fähigkeiten aneignet und technisch aufrüstet,
um sein imposantes Alter Ego zu schaffen.
„Es
gibt keinen genauen Bericht darüber, wie Batman
zu dem wurde, der er ist“, sagt Nolan. „Aber
in den verschiedenen Varianten der Heldenchronik gibt
es eine Reihe von Meilensteinen, von Schlüsselerlebnissen,
die Batman geprägt und zur Legende geformt haben.
Es gibt eine Reihe höchst interessanter Lücken
im Mythos, die wir jetzt selbst interpretieren, um unsere
eigenen Ideen einzubringen, wie eigentlich aus Bruce
Wayne Batman wurde.“
Bei der Schilderung von Bruce Waynes Odyssee durch seine
traumatische Kindheit bis zum Aufstieg als Batman wollte
Nolan „seine Geschichte realistischer erzählen,
als wir sie in den bisherigen Fassungen des Helden gesehen
haben. Ich will sie ernsthafter angehen, ohne ihren
epischen Charakter zu vernachlässigen – doch
diesmal ist die Geschichte ganz solide in unserer Wirklichkeit
angesiedelt.“
„Chris
hat während unserer Arbeit am Skript immer wieder
seine Maxime wiederholt: Es muss glaubhaft wirken, es
muss echt wirken“, erinnert sich Goyer, der sich
bei der gemeinsamen Arbeit am Drehbuch mit Nolan an
klassischen Action-Abenteuern wie „Lawrence of
Arabia“ (Lawrence von Arabien), „The Man
Who Would Be King“ (Der Mann, der König sein
wollte), „Blade Runner“ (Der Blade Runner)
und dem James-Bond-Film „On Her Majesty’s
Secret Service“ (Im Geheimdienst Ihrer Majestät)
orientierte. „Diese Philosophie haben wir auf
jeden Aspekt der Story angewendet, bis hin zum winzigsten
Detail. Warum hat er so große Fledermausohren?
Warum sieht das Batmobil aus, wie es aussieht? Für
jede von Bruce Waynes Entscheidungen, für jeden
seiner technischen Gimmicks entwickeln wir eine logische
Erklärung.“
Die Zusammenarbeit zwischen Nolan und Goyer gestaltete
sich recht ungewöhnlich. Während sie in Nolans
Haus am Drehbuch arbeiteten, entwickelte Produktionsdesigner
Nathan Crowley in der Garage nebenan bereits Konzeptentwürfe
für Gotham City und Modelle des neu durchdachten
Batmobils.
„Ich
wollte mich schon während des Drehbuchschreibens
auf das Design des neuen Batmobils konzentrieren, denn
ich spürte sehr deutlich, dass all unsere Versuche,
den neuen Ansatz unserer Geschichte zu definieren, unser
Bemühen, die Figuren und den Film in einer realistischen
Umwelt anzusiedeln, ganz entscheidend vom Look, von
der Anmutung dieses Wagens abhing“, stellt der
Regisseur fest.
„Wahrscheinlich
werden wir von jetzt an all unsere Filme in der Garage
anfangen“, lacht Produzentin Emma Thomas. „Die
Synergie von Chris, David und Nathan bei ihrer Teamarbeit
im gemeinsamen kreativen Umfeld hat sich erstaunlich
gut bewährt und den filmischen Entwicklungs- und
Produktionsprozess erheblich vorangetrieben.“
Weil Nolan und Goyer Bruce Waynes Story als komplette,
glaubwürdige Entwicklungsgeschichte darstellen
wollten, mussten sie sich zunächst mit der komplexen
Psychologie des Mannes hinter dem Mythos auseinandersetzen.
„Der spannendste Aspekt für mich war eindeutig,
in Bruce Waynes Kopf einzudringen und mit ihm seinen
Lebensweg zu beginnen“, sagt Nolan. „Wir
erleben also seine Entwicklung zu Batman mit seinen
Augen.“
In Nolans and Goyers Drehbuch weckt Thomas Wayne in
seinem kleinen Sohn den Wunsch, für andere Menschen
dazusein, sich für jene Stadt einzusetzen, die
sehr vom gemeinnützigen Engagement ihrer wohlhabensten
Familie profitiert. Dies sind die Grundlagen für
Bruces Ideale, sein Rechtsempfinden, seine Fairness.
Doch er verliert seinen Glauben, als seine Eltern vor
seinen Augen niedergeschossen werden – sie sind
Opfer der Angst und Verzweiflung, die sich aufgrund
der unkontrollierbaren Kriminalität und des wirtschaftlichen
Niedergangs in Gotham City ausbreiten.
Von nun an bestimmen Schuldgefühle und ohnmächtige
Wut über den Mord an seinen Eltern Bruces Leben.
Seine gesellschaftliche Stellung, seine Qual isolieren
ihn völlig. Er versucht seinen Zorn, seinen Rachedurst
in den Griff zu bekommen und in Energie zugunsten des
philanthropischen elterlichen Vorbilds umzumünzen.
„Innerhalb
von Sekunden wird der Junge aus seiner bisherigen Existenz
gerissen“, berichtet Goyer. „Entsprechend
belasten ihn Schuldgefühle, Wut, Einsamkeit –
er ist völlig verwirrt. Er leidet derart unter
den Ereignissen, dass er Gotham schließlich verlassen
muss, um mit sich ins Reine zu kommen.“
„Diese
Reise wird nie enden“, sagt Christian Bale, der
seine Vielseitigkeit als Schauspieler oft genug unter
Beweis gestellt hat – ständig wechselt er
zwischen gefeierten Auftritten in provokanten Independent-Filmen
wie „Laurel Canyon“ (Laurel Canyon), „American
Psycho“ (American Psycho) oder „Velvet Goldmine“
(Velvet Goldmine) und Hauptrollen in groß angelegten
Action-Abenteuern wie „Shaft“ (Shaft –
Noch Fragen?) und „Reign of Fire“ (Die Herrschaft
des Feuers). „In Bruce Wayne tobt ständig
ein innerer Kampf. Immer wieder muss er sein Vorgehen
analysieren, seine Dämonen im Zaum halten, seinen
selbstzerstörerischen Trieb und die düsteren
Gefühle unterdrücken, die ihn vernichten,
wenn er sie nicht in den Griff bekommt.“
„Christian
Bale ist die Idealbesetzung für den jungen Bruce
Wayne, vor allem für jenen Bruce Wayne, der sich
zunächst einmal mit den Dämonen arrangieren
muss, die ihn zu Batman machen“, sagt Nolan. „Bruce
hat einen sehr komplexen Charakter, er balanciert auf
dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse. Diese
charakterliche Gefährdung und Ambivalenz verkörpert
Christian hervorragend – und er zeigt, wie er
sie in einen positiven und sehr mächtigen Trieb
verwandeln kann. Die dazu nötige Intensität,
das im Innern lodernde Feuer verkörpert Christian
sehr überzeugend. Wir schauen ihm in die Augen
und glauben ihm sofort, dass er alles daransetzen wird,
sein Ziel zu erreichen.“
„Bruce
Wayne ist ein ganz normaler Mann, der sich allein durch
seine Willenskraft und Disziplin zu großen Taten
aufschwingt“, sagt Produzent Chuck Roven. „Und
Christian ist ebenfalls ein Mensch, der sich leidenschaftlich
und sehr zielstrebig für seine Aufgabe engagiert.
Als Bruce Wayne und Batman ist er auf der Leinwand wunderbar
präsent, zeigt eine verblüffende, einfach
mitreißende Darstellung – nicht nur körperlich,
sondern auch emotional.“ |