START: 5. Oktober 2006
Auf diesem Bauernhof gehen die Uhren anders ..... zumindest in der Nacht, wenn der Farmer schläft.
Denn dann ist Partytime für Otis und seine tierischen Freunde, die die Scheune in ein Tanzlokal verwandeln. Eigentlich tritt Otis nur noch hobbymäßig als Kuh auf, denn er hat viel Besseres zu tun, eben Parties feiern, sein cooles Handy bedienen und vor allen Dingen die doofen Menschen hinters Licht führen. Und das kann er gut.
Er kann auch auf zwei Beinen gehen, wenn die Menschen nicht hinsehen, er fährt Auto, vergnügt sich bei illegalem Glücksspiel und treibt noch allerhand Späßchen. Auch seine Freunde stehen ihm in nichts nach. Damit es nicht ganz so wild wird, und sie vor allem nicht erwischt werden, hält der weise Esel Miles und Otis Vater Ben ihre schützende Hand über die freche Bande. Die eigentliche Gefahr droht von den heimtückischen Kojoten der umliegenden Wildnis, die es aber zunächst nicht wagen, Bens bestens organisierte Truppe anzugreifen.
So könnte es dann ewig weitergehen, wäre da nicht das Schicksal, das eine unerwartete Wendung in Otis Leben bringt. Jetzt muss Otis beweisen, dass er auch Verantwortung übernehmen kann.
Als Nickelodeon nach einen weiteren Projekt nach dem Oscar-nominierten CGI-Film „Jimmy Neutron“ Ausschau hielt, mussten sie nur auf Steve Oedekerks schwarzes Brett sehen, wo er einige der Charaktere aus „Barnyard“ angeklebt hatte. „Diese Figuren waren respektlos und lustig, aber auch geeignet, eine kraftvolle Geschichte über das Erwachsen werden mit all seinen Problemen zu erzählen“, sagt Julia Pistor, Nick Movies Executive Vice President. „Wir wussten, das wird eine perfekte Sache“.
Mit einer langen Erfolgsgeschichte von Animationsfilmen auf der Leinwand wie im Fernsehen, kontaktete Nickelodeon Oedekerks Omation Studios, um das Produktionsmodell von Spielfilmen, wie schon zuvor erfolgreich mit den zwei „Rugrats“-Filmen, „SpongeBob – Der Film“ und „Jimmy Neutron“ geschehen, weiter voran zu treiben. Dieses Modell würde es Nickelodeon erlauben, sich im Bereich der neuen CGI-Technologie gegenüber den anderen Studios zu behaupten.
Die Idee zu „Ein tierisch verrückter Bauernhof“ wurde fast vor 20 Jahren geboren, bevor Steve Oedekerk seine Marke im Showbusiness setzte. „Ich war bei einem Freund zu Hause und sein Hund schaute mich unentwegt an“, erinnert er sich. „Überall, wo ich hinging, verfolgte er mich mit seinen Augen. Als ich den Raum verließ, hatte ich das Gefühl, dass der Hund auf zwei Beinen stand und sagte `Mann, es wird aber auch Zeit, dass der Typ verschwindet`. Und er trollte sich zur Katze und die beiden fingen an, Poker zu spielen. Es war nur dieser kleine Gedanke, aber ich vergaß ihn nie. Und es dauerte nicht lange, bis ich dachte, `Mann, das könnte ein cooler Film werden`.“
Jahre gingen vorbei und Oedekerk wurde zu einem der erfolgreichsten Drehbuchschreiber Hollywoods. Er hatte sogar begonnen, seine eigenen Erfolgsfilme zu inszenieren. Aber die Idee der eigenständigen Welt der Tiere lies ihn niemals los. Und dann sah er eines Tages einen der Charaktere, von dem er geträumt hatte. In einer Kunstgalerie in Laguna Beach, Kalifornien, entdeckte Oedekerk eine komische, lebensgroße Skulptur einer Kuh, stehend auf zwei Beinen. „Diese Skulptur hatte die volle Größe, genau so groß wie ich!“, sagt er. Oedekerk war ein wenig sprachlos, dieses Bild zu sehen, das bislang nur in seinem Kopf existierte.
„Der tierisch verrückte Bauernhof“ ist nicht Oedekerks erster Ausflug in die Animation. Er kreierte und war ausführender Produzent bei „Santa Vs. The Snowman 3D“ und produzierte und war Ko-Drehbuchautor von „Jimmy Neutron“, der für den Oscar als Bester animierter Film nominiert war. Aber „Der tierisch verrückte Bauernhof“ ist der erste Animationsfilm, bei dem er selbst Regie geführt hat. Nach einigen Live-Action-Filmen war das für ihn eine neue Erfahrung.
„Beim Inszenieren von Live-Action-Filmen arbeitet man mit Schauspielern für bestimmte Zeit“, sagt Oedekerk. „Nach den Dreharbeiten bist du mit ihnen fertig, du gehst in den Schneideraum und das war`s. Die Zeit mit den Schauspielern ist um. Bei Animationsfilmen arbeitest du für eine Minute Monatelang, und manchmal sogar Jahre. Das Team der Animatoren arbeitet an den Figuren, bis z.B. eine Augenbraue sich etwas höher zieht, neun Monate lang, bevor die Einstellung gedreht wird. Regie führen bei einem Animationsfilm ist eine Kombination von jedem aufregenden minutiösen Moment und dem Horror, diesen minutiösen Moment zu verpassen. Wenn du das magst, kann es dich auch verrückt machen, weil es endlos viele kreative Gelegenheiten gibt – wie stell` ich mir die Bäume vor? Wie sollen die Wolken aussehen? Das ist schon cool, denn du kannst jede Szene so gestalten, wie du es dir vorstellst und wie dieser Moment emotional rüber kommen sollen.“
Diese emotionalen Momente sind das Herz des Films. „Otis ist ein Charakter, der von Ben geprägt wurde. Am Ende des Films tut Otis die gleichen Dinge für ein junges Kalb. Diese Geschichte steht mir sehr nahe, da meine Schwester und ich adoptiert wurden. Der Film zeigt auch unterschwellig, wie großartig eine Adoption ist.“ Dieser Film ist gefüllt von wunderbarem Humor und surrealen Gags. Zu Oedekerks Lieblingsszenen gehört dem ans Herz gehende Moment, als Ben und Otis, Vater und Sohn, ganz gemütlich auf einem Hügel sitzen und sich unterhalten. „Ja“, gibt er zu, „irgendwie bin ich ein Softie“.
Oedekerk, der in Personalunion als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent tätig ist, findet auch die Bandbreite der Tonart in diesem Film spannend. „Es ist ein weites Terrain von totaler Ausgelassenheit bis hin zur Ernsthaftigkeit“, sagt Oedekerk. „Der Böse ist ein wirklich Böser, ein authentisch böser Bube. Es gibt auch definitiv eine erwachsene Tiefe in unserer Story. Neben den Party feiernden Tieren gibt es eine herzliche Linie, eine einfache Geschichte über einen Jungen und seinen Vater und die Familie drum herum. Und die Frage, ob er langsam erwachsen werden will und Verantwortung übernehmen oder ob er sein ganzes Leben sinn- und nutzlos verbringen will. Ich kann mich selbst erkennen, so ähnlich war es bei mir mit dem Erwachsen werden.“ |