Filminfo: Der Jane Austen Club
 
 

Kinostart: 07. Februar 2008

Sylvia (AMY BRENNEMAN) wird nach langen, scheinbar glücklichen Ehejahren plötzlich von ihrem Mann verlassen. Ihre Freundin Bernadette (KATHY BAKER), eine starke Frau, die ihr Leben nach eigenen Regeln lebt, organisiert daraufhin einen ‚,Buchclub“, um der Verzweifelten dabei zu helfen, wieder auf andere Gedanken zu kommen. Fünf Frauen treffen sich einmal im Monat, um über eines von Jane Austens Büchern zu diskutieren: Neben Bernadette und Sylvia sind das Sylvias lesbische Tochter Allegra (MAGGIE GRACE), die eigentlich nur ihre Mutter über den Verlust hinwegtrösten will, die junge Lehrerin Prudie (EMILY BLUNT), die in einer unglücklichen Ehe lebt, sowie Sylvias Single-Freundin Jocelyn (MARIA BELLO), die den einzigen Mann mit in den Club bringt: Grigg (HUGH DANCY), der insgeheim hofft, durch den Buchclub bei Jocelyn landen zu können.

Als die Gruppe nach und nach die einzelnen Werke von Austen durchgeht, entwickelt sich das Liebesleben eines jeden Beteiligten parallel zu den Geschichten Austens: Unbewusst sucht sich jeder die Plots und Charaktere aus, die dem eigenen Leben ähneln – und projiziert seine Wünsche, Sorgen und Hoffnungen in die Bücher hinein.

 

Angelehnt an Karen Joy Fowlers Bestseller inszenierte die als Drehbuchautorin bekannte Robin Swicord („Die Geisha“) ihr ebenso intelligentes wie auch warmherziges Debüt. Eindrucksvolle Dialoge und starke Gefühle werden mit der Unterstützung exzellenter Schauspieler wie Maria Bello („World Trade Center“, „A History of Violence“), Emily Blunt („Der eisige Tod“, „Der Teufel trägt Prada“) und Kathy Baker („Spiel der Macht“) zum Ausdruck gebracht und zeigen, dass Leidenschaft, Liebe, Verrat und Eifersucht heute noch genauso zum Leben gehören wie im 19. Jahrhundert.

BERNADETTEs (Kathy Baker) Lebensgeschichte ist ein Paradoxon: Wie konnte dieser warmherzige, bodenständige Freigeist sechs Mal verheiratet sein? Mittlerweile Mitte Fünfzig und wieder solo, ist Bernadette eine große Unterstützung für alle und bildet eine Insel der Ruhe mitten in allem Trubel, in dem die Menschen um sie herum stecken.

Es ist Bernadettes Idee, ihre Freundinnen in einem „Jane Austen“-Buchclub zu versammeln – denn was könnte heilsamer sein als Jane Austen, wenn die Welt aus den Fugen gerät? Hin und wieder verraten Bernadettes Anmerkungen im Buchclub allerdings die wehmütige Hoffnung, dass Liebe und Romantik doch noch nicht komplett hinter ihr liegen.

Ebenso oft wie sich Bernadette in die Ehe gestürzt hat, ist ihre Freundin JOCELYN (Maria Bello) den romantischen Verwirrungen fern geblieben. Sie behauptet, noch nie verliebt gewesen zu sein – außer vielleicht in ihren preisgekrönten Rhodesian Ridgeback Pridey, ihren treuen Begleiter, ein Zuchttier aus der noblen Linie von Hunden, die sie auf ihrer kleinen Ranch auf dem Land züchtet. Als Pridey stirbt, hüllt sich Jocelyn in Trauer und ihre Freunde stimmen darin überein, dass sie eine Ablenkung braucht. Doch Jocelyn ist alles andere als zerbrechlich: Hübsch, selbstbewusst, dynamisch und rechthaberisch wie sie ist, ist sie selbst der Antrieb des Buchclubs.

SYLVIA (Amy Brenneman) ist Jocelyns Freundin seit Kindertagen; sie waren sogar in der High School in denselben Jungen verknallt. Am Ende teilte DANIEL (Jimmy Smits) drei Kinder und 25 Ehejahre mit Sylvia. Als er, Anwalt für Öffentliches Recht, Sylvia die Neuigkeiten überbringt, dass er sich in eine andere verliebt hat, ist sie am Boden zerstört. Sie hat überhaupt nicht bemerkt, dass es in ihrer Ehe Unstimmigkeiten gab. Daniel aber sehnt sich nach Erneuerung, nach einer frischen neuen Beziehung, die jene ersetzen soll, die mit der Zeit und Vertrautheit fade geworden ist.

Sylvia und Daniels Tochter ALLEGRA (Maggie Grace), Mitte 20, stößt anfangs nur zum Buchclub, um ihre Mutter zu unterstützen. Weil sie sowieso weder in romantischen noch beruflichen Dingen etwas mit sich anzufangen weiß, ist Allegra zurück in das Haus ihrer Familie gezogen, um Sylvia Gesellschaft zu leisten. Hübsch, sportlich und auf den ersten Blick in Liebesdingen völlig unbekümmert, ist Allegra anfällig für Leidenschaft und Drama – Themen, die in ihren Austen-Lesungen und Diskussionen vertieft werden. Sie spricht angenehm offen über Sexualität (sie ist lesbisch), verheimlicht jedoch ihre Neigung für Extremsport vor ihrer Mutter (sie macht Skydiving, fährt Kajak und klettert).

So ziemlich das Gegenteil von Unbekümmertheit ist PRUDIE (Emily Blunt), deren Neurosen auf den ersten Blick gefährlich erkennbar sind. Sie ist eine junge High-School- Lehrerin, die Französisch unterrichtet, aber noch nie in Frankreich war, und die frischgebackene Ehefrau von DEAN (Marc Blucas), der gerade die lang ersehnte Reise nach Paris aus beruflichen Gründen abgesagt hat. Dean ist gutaussehend und liebevoll, aber seine sportlich-muskulöse Durchschnittstyp-Persönlichkeit passt offensichtlich so gar nicht zu Prudies scharfem Intellekt und emotionalen Bedürfnissen. Diese Bedürfnisse sind auf Prudies Mutter SKY (Lynn Redgrave) zurückzuführen, eine unbarmherzig verantwortungslos agierende gealterte Hippie- und Kiffer-Natur. Dieser Hintergrund macht Prudie anfällig für eine absolut unpassende Vernarrtheit in den koketten High-School-Senior TREY (Kevin Zegers), der sie mit seinen Bad-Boy- Bemerkungen verwirrt. Als Bernadette Prudie zufällig kennenlernt, sieht sie ihre Zerbrechlichkeit, nimmt sie unter ihre mütterlichen Fittiche und lädt sie in den Jane-Austen- Buchclub ein.

Das sechste Mitglied des Jane-Austen-Buchclubs – das einzige männliche – ist GRIGG (Hugh Dancy), ein süßer Computer- und Technikfreak, Anfang 30, den Jocelyn in einem Fahrstuhl kennenlernt, als ihr Hundezüchter-Treffen im selben Hotel wie sein Sci-Fi- Kongress stattfindet. Jocelyn sieht in Grigg eine potenzielle Ablenkung in Person eines jüngeren Mannes für Sylvia. Doch sie übersieht das Offensichtliche: Griggs Interesse ist auf Jocelyn selbst gerichtet. Er ist nur einfach zu nett und übertrieben bescheiden, um viel Aufhebens darum zu machen.

Jeden Monat trifft sich der Jane-Austen-Buchclub zur Besprechung eines Austen- Romans in Jocelyns hübschem, altem Farmhaus oder auf Sylvias gemütlichem Familiensitz in der Stadt oder in Griggs nagelneuem Vorstadt-Reihenhaus, das überraschenderweise im Inneren viel Persönlichkeit hat. Der Buchclub quetscht sich sogar in einen Coffee-Shop oder in ein Krankenhauszimmer und gönnt sich einen Strandausflug wegen des Küstenpanoramas, das den Hintergrund eines Austen-Romans bildet.

Austen ist der rote Faden, der sich durch den Alltag zieht, den die Buchclub-Mitglieder teilen, während sie ihre eigenen persönlichen Erfahrungen machen: Da wäre die Auflösung von Sylvias routiniertem Eheleben und die Neuerfindung einer anderen Sylvia; die waghalsige Allegra, der beim Sport und in der Liebe die Vorsicht fehlt; und da wäre Bernadette, die dank Yoga ihre Mitte gefunden hat und damit zufrieden scheint, sich um das Wohl aller anderen zu kümmern. Wird Prudie herausfinden, wie man sich als verheiratete Erwachsene verhält, oder wird sie alles für ein unerlaubtes Abenteuer hinwerfen? Und wird Jocelyn jemals über ihre literarische Versnobtheit hinwegkommen und die „Ursula LeGuin“- Sci-Fi-Klassiker lesen, die Grigg ihr fortwährend aufzudrängen versucht? Wie bei Austen üblich, sind auch hier die Ehe, Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt die Dinge, auf die es wirklich ankommt.

 
     
 
 
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