Kinostart: 01.02.2007
Sie sind jung. Sie sind talentiert. Sie sind umwerfend: Deena, Effie und Lorrell singen als The Dreamettes auf Talentwettbewerben in kleinen Clubs im Detroit der 60er Jahre.
Curtis Taylor Jr. verdient sich seine Brötchen als Autoverkäufer, doch sein eigentlicher Traum ist es, als Musikproduzent groß rauszukommen.
Als Curtis die Dreamettes zum ersten Mal sieht, weiß er: Mit ihnen kann er es schaffen. Er wird ihr Manager, nennt sie in „The Dreams“ um und verschafft ihnen erste gute Engagements.
Doch sein Ehrgeiz reicht weiter, denn Curtis will die Musik des schwarzen Detroit ins Radio und in die Wohnzimmer der Durchschnittsamerikaner bringen – zu einer Zeit, in der auf den Straßen der Begriff der Bürgerrechte nur mehr erst ein Flüstern ist.
Tatsächlich klettern die Mädchen mit Curtis Hilfe die Karriereleiter nach oben und all ihre Träume scheinen plötzlich zum Greifen nah. Aber Ruhm und Erfolg haben ihren Preis... einen Preis, den sie vielleicht nicht bereit sind, zu zahlen.
Links zum Thema:
Detroit in den 60er Jahren: Mit einem guten Live-Auftritt am Abend kann man sich zwar ins Gespräch bringen, aber im Radio hört man seine Songs deshalb noch lange nicht. Es ist diese Zeit, in der eine neue Art von Musik geboren wird – ein Sound, dessen Wurzeln tief in der Seele Detroits verankert sind, bei dem Lieder mehr aussagen als das, was ihre Oberfläche zeigt. Eine Zeit, in der alle durch einen gemeinsamen Traum verbunden sind.
Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx) arbeitet als Autoverkäufer, aber sein Traum ist es, im Musikgeschäft Karriere zu machen, sein eigenes Plattenlabel zu gründen und seine Musik in den großen Radiosendern des Landes zu hören – zu einer Zeit, in der auf den Straßen Amerikas der Begriff der Bürgerrechte nur mehr erst ein Flüstern ist. Alles was Curtis braucht, ist der richtige Ansatz, das richtige Talent, das richtige Produkt.
Deena Jones (Beyoncé Knowles), Lorrell Robinson (Anika Noni Rose) und Hauptsängerin Effie White (Jennifer Hudson) sind The Dreamettes – und sie sind spät dran für eine lokale Talentshow, wo sie mit ihren billigen Perücken und selbstgenähten Kleidern auftreten wollen. Sie proben ihre Songs und die Schritte, die ihnen Effies Bruder C.C. (Keith Robinson) beigebracht hat, und sie hoffen, dass ihnen ihr Talent und der pure Wille zum Erfolg verhelfen. Und ihnen helfen, sich aus dem Leben befreien zu können, das sonst ihre einzige Perspektive ist.
Sie sind jung. Sie sind umwerfend. Sie sind genau das, wonach Curtis sucht.
Alles was sie tun müssen ist, ihm zu vertrauen.
James „Thunder“ Early (Eddie Murphy) ist ein Pionier des neuen Detroit Sounds, der das Publikum in den Clubs des „Chitlin' Circuit“ mit seinem elektrifizierenden Mix aus Soul und Rock’n’Roll begeistert. Curtis schafft es, den Dreamettes einen Auftritt als Background-Sängerinnen für Early zu verschaffen, und zum ersten Mal scheint für alle die Kluft zwischen dem, was sie wollen, und dem, was sie erreichen können, kleiner zu werden.
Curtis will die Mädchen unter dem neuen Namen The Dreams groß rausbringen, und in seinem Inneren weiß er, dass der Erfolg nicht in der souligen Stimme Effies liegen wird, sondern in der schlichten Schönheit und dem formbaren Stil von Deena – auch wenn das der Geschichte der Gruppe widerspricht... und dem, was Curtis versprochen hat. Und Deena ist bereit, ins Rampenlicht zu treten, während Effie in den Hintergrund gedrängt wird.
Am Beginn eines neuen musikalischen Zeitalters treibt der Ehrgeiz von Curtis die Freundinnen an die Front einer Branche, die sich mitten in einer Revolution befindet. Aber als die Scheinwerfer angehen und sich der Vorhang hebt, erkennen die Mädchen kaum noch, was aus ihnen geworden ist. Ihre Träume sind zum Greifen nah, aber zu einem Preis, den sie vielleicht nicht bereit sind, zu zahlen...
Das bahnbrechende, mit dem Tony Award ausgezeichnete Broadway Musical kommt in einer mitreißenden Adaption auf die große Kinoleinwand, geschrieben und inszeniert von Oscargewinner Bill Condon. Der von Laurence Mark für DreamWorks Pictures und Paramount Pictures produzierte „Dreamgirls“ erzählt eine spannende Geschichte über Liebe und Loyalität, Ruhm und Betrug und folgt dabei dem Kampf, den Opfern und den Triumphen einer Gruppe von Außenseitern, die ihren ganz eigenen Musikstil dem breiten Publikum im Amerika der 60er und 70er Jahre nahebrachten.
Condon, der für das Drebhuch zu „Chicago“ für den Oscar nominiert war und als Autor und Regisseur verantwortlich zeichnete für „Kinsey“ und „Gods and Monsters“ (für den er den Oscar für das Beste Adaptierte Drehbuch erhielt), schrieb das Skript zu „Dreamgirls“ auf der Basis des ursprünglichen Buches und der Originalsongs von Tom Eyen, mit der Musik von Henry Krieger. Produziert wurde der Film von dem Oscar-nominierten Laurence Mark („Jerry Maguire – Spiel des Lebens“, „Besser geht’s nicht“, „I,Robot“) und von Patricia Whitcher („Die Geisha“) agierte als Ausführende Produzentin.
Der Film ist mit einer brillianten Besetzung ausgestattet, angeführt von Oscargewinner Jaime Foxx („Ray“), Musik-Superstar und Schauspielerin Beyoncé Knowles („Der rosarote Panther“) und dem vierfachen Golden Globe-Nominier-ten Eddie Murphy („Der verrückte Professor“, „Beverly Hills Cop“, „Die Glücksritter“, „48 Stunden“). Jennifer Hudson, die in den USA als Finalistin der TV-Show „American Idol“ bekannt wurde, gibt ihr Spielfilmdebüt. Ebenfalls zu sehen sind Leinwandlegende Danny Glover („Lethal Weapon“), Tony Award-Gewinnerin Anika Noni Rose („Caroline, or Change“), Keith Robinson („Over There“), Sharon Leal („Boston Public“) und der dreifache Tony Award-Gewinner Hinton Battle („The Tap Dance Kid“, „Miss Saigon“ und „Sophisticated Ladies“), der bereits in der original Broadway-Produktion von „Dreamgirls“ mitspielte.
Zu den kreativen Köpfen hinter den Kameras von „Dreamgirls“ gehören Kameramann Tobias Schiessler („Friday Night Lights“), Produktionsdesigner und zweifacher Oscargewinner John Myhre („Die Geisha“,„Chicago“), Cutterin Vir
ginia Katz („Kinsey“, „Gods and Monsters“), die Oscar-nominierte Kostümdesignerin Sharen Davis („Ray“, „Antwone Fisher“), Choreographin Fatima Robinson, Casting Director Debra Zane („Traffic – Die Macht des Kartells“, „American Beauty“), die mit dem Tony Award ausgezeichneten Lichtdesigner Jules Fisher & Peggy Eisenhauer („The Producers“, „Chicago“), die Musik Supervisor Randy Spendlove („Chicago“, „Aviator“) und Matt Sullivan („Rent“, „Chicago“), die Musikproduzenten The Underdogs (Justin Timberlake, Mariah Carey, Pink), Make-up Supervisor Shutchai Tym Buacharern (Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“) und Hair Supervisor Camille Friend („Ray“).
„Dreamgirls“ ist eine Produktion von DreamWorks Pictures und Paramount Pictures. International wird der Film von Paramount Pictures ausgewertet.
ALL YOU HAVE TO DO IS DREAM: DIE LEGENDE ZUM LEBEN ERWECKEN
„I’m not the dream that you had before.
I’m the dream that will give you more and more.”
Als das Musical „Dreamgirls“ in den frühen 80ern unter der Inszenierung von Michael Bennett auf einer Bühne am Broadway das Licht der Entertainmentwelt erblickte, war es eine Anomalie. Zum einen war war das Stück von einem visuellen Standpunkt aus gesehen anders, als alles, was bis dahin am Broadway zu sehen gewesen war, aber darüber hinaus war es sein intensives menschliches Drama und die bewegenden Songs, die das Musicaltheater für das Zeitalter neu definierten. „Musicals haben etwas ursprüngliches an sich“, sagt Autor und Regisseur Bill Condon, der am Eröffnungsabend mit einigen Freunden in der hinteren Reihe saß und fasziniert war. „Sie gehen einem unter die Haut auf eine Art und Weise, wie es geradlinige Dramen nicht vermögen. Die Gefühle, die durch die Lieder vermittelt werden, machen ‚Dreamgirls’ zu einer zutiefst emotionalen Erfahrung.“
Tom Eyen und Henry Kriegers weltliche Fabel über wahre Gefühle – Liebe, Ehrgeiz, Angst, Leidenschaft – sprechen eine breite Masse an. „Wir alle wissen, wie es ist, etwas verzweifelt zu wollen, das wir nicht haben können“, fährt Condon fort. „Wir alle wissen, wie es ist, zurückgelassen zu werden. Oder alles für etwas zu opfern, das man glaubt zu begehren, nur um zu spät zu erkennen, was man verloren hat. Hier, in diesen Figuren, liegen all diese Hoffnungen und Ängste offen. Das hat mich all die Jahre nicht losgelassen, und das ist es, was ich mit diesem Film rüberbringen wollte.“
„Die Thematik dieser Geschichte scheint heute sogar von noch größerer Relevanz zu sein als vor 25 Jahren“, bemerkt Produzent Laurence Mark. „Was gewinnt man, was verliert man mit dem Ruhm? Was sind die Konsequenzen, wenn man keine Kompromisse eingeht? Was sind die Konsequenzen, wenn man es tut? Ist Talent etwas, was verpackt und verkauft werden sollte? Und nicht zuletzt: In dem Bestreben danach, seinen Traum nicht aus den Augen zu verlieren, kann es einem dabei gelingen, auch sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren?“
Die Story spielt in Detroit, Amerikas Motor City, wo die afro-amerikanische Musik kurz davor steht, den Durchbruch ins Mainstream der US-Musikszene zu schaffen. „Die Geschichte spielt in den 60er und 70er Jahren, die eine Periode riesiger sozialer und politischer Veränderungen waren“, so Condon. „In den Figuren von ‚Dreamgirls’ spiegeln sich diese Umwälzungen wider.“
Nicht nur die Musik befand sich im Umbruch, sondern auch das gesamte Land. „Dieser Film spielt in einer sehr spezifischen Zeit der Geschichte, der beginnenden Urbanisierung der Musik“, fügt Schauspieler Danny Glover hinzu. „Der Aufstieg der Bürgerrechtsbewegung machte der Rassentrennung ein Ende. Der Fokus verlagerte sich auf die urbanen Zentren im Land.“
Die Geschichte stellt einen Mann in den Mittelpunkt, der genau in diesem Moment seinen Durchbruch versucht. Jamie Foxx, der für seine Darstellung des Ray Charles in „Ray“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und im gleichen Jahr außerdem für „Collateral“ als Bester Nebendarsteller nominiert war, spielt Curtis Taylor Jr., einen hungrigen jungen Geschäftsmann, für den der Verkauf von Cadillacs das Sprungbrett ist für eine strahlende Zukunft, die er für sich bestimmt sieht. „Curtis ist ein etwas ungehobelter Kerl, der versucht, einen Fuß ins Musikgeschäft zu bekommen“, erzählt Foxx. „Er wünscht sich, er hätte besser singen, besser Musik schreiben können, irgendein Instrument spielen können, aber das kann er nicht. Und so macht er das, was er kann, und versucht mit der Vermarktung von Talenten an die Spitze zu kommen. Ich denke, für ihn ist das auch ein bißchen wie ein Fluch – in gewisser Weise wünscht er sich, das da draußen wäre er. Er arbeitet unermüdlich, bis sich eine Möglichkeit ergibt.“
Dabei erweisen sich die örtlichen Nachtclubs als wahre Goldmine für Talente, gehen doch aus den Gospelchors im ganzen Land Unmengen von „girl groups“ hervor. „Curtis ist überall, schaut sich um“, sagt Condon. Er findet sein Vehikel in dem Augenblick, in dem er The Dreamettes erblickt. „Sie sind drei hungrige, aufgeregte, erwartungsvolle, naive Mädchen“, sagt Beyoncé Knowles. Die Sängerin, die auch im wahren Leben mit Platinum augezeichnete Plattenerfolge feiert, spielt Deena Jones, eine Rolle über die man ihr im zarten Alter von 16 bereits sagte, sie sei wie geschaffen dafür, sie zu spielen. „Es ist so toll für die Mädchen dort dabei zu sein, denn sie wollen es unbedingt. Sie wollen ins Musikgeschäft. Ihre Zukunft liegt noch vor ihnen und sie glauben, sie haben das, was man zum Erfolg braucht. Als Curtis sie sieht, erkennt er all dieses Potential.“
Die sanfte Stimme der schönen aber vorsichtigen Deena verschleiert ihren Ehrgeiz und ihre kämpferische Natur. „Sie ist die, die darauf drängt“, beschreibt Knowles die Figur. „Sie will die Mädchen auf die Bühne bringen. Sie ist bereit dafür. Dafür haben sie so hart geprobt. Ihr ganzes Leben ist auf diesen Moment hingelaufen.“
Die Hauptsängerin der Gruppe, Effie White, wird von Newcomerin Jennifer Hudson gespielt. Effie, weniger gebildet als Deena und Lorrell, ist eine junge Sängerin, die trotz ihres immensen Talents nicht der Stoff ist, aus dem ein aufsteigender Star der 60er sein muss. „Effie zeigt ihren falschen Leopardenmantel erhobenen Hauptes“, sagt Hudson. „Sie weiß, dass sie die Stimme dazu hat, eine großartige Sängerin zu werden. Aber sie ist auch herzerweichend naiv. Sie stolziert durchs Leben – umgeben von ihren Mädchen, ihren Freundinnen und Back-Up Sängerinnen. Aber sie ist nicht darauf vorbereitet, was über sie hereinbrechen wird. Keine von ihnen ist das so wirklich.“
Die Filmemacher begaben sich auf eine sechsmonatige Suche und sahen sich mehr als 780 Frauen an, um die richtige Kombination aus Stärke, Leidenschaft und Verletzlichkeit zu finden, mit der eine Darstellerin die Figur optimal würde verkörpern können, die Figur, mit der eine junge Gospelsängerin namens Jennifer Holliday in den 80er Jahren zu Bekanntheit gekommen war. „Wir hatten Auditions in Chicago, Detroit, New York, Atlanta, St. Louis und hier in L.A.”, erinnert sich Casting Director Debra Zane. “Die Rolle der Effie ist so wichtig; sie ist praktisch das Herzstück des Films. Es war entscheidend, dass wir für diese Rolle die genau passende Person fanden.“
Unter all den talentierten jungen Frauen, die sich bewarben, ragte die „American Idol“ Finalistin Jennifer Hudson heraus. „Ich stand auf der Bühne bei „American Idol“ und dann war ich diejenige, die gehen musste“, sagt sie. „Es war okay für mich, denn ich wußte, das war nicht mein Traum. Ich wußte, dass mein Traum erst noch kommen würde – und hier ist er. In gewisser Weise bin ich wie Effie – es ist wie auf einer Achterbahnfahrt und am Ende hatte ich ein tieferes Verständnis für mich selbst und für meine Kunst.“
Die dritte in der Gruppe ist Lorell Robinson, gespielt von der mit dem Tony Award ausgezeichneten Broadway-Schauspielerin Anika Noni Rose. Rose sieht ihre Rolle als die „der Friedensstifterin in der Band. Wenn etwas schief läuft, dann ist sie es, die die Dinge in Ordnung und zum Laufen bringen will, denn dies sind ihre Freundinnen.“
Lorell kann kaum ihre Freude über das Glück im Zaum halten, dass Curits die Dreamettes mit dem Gesangsstar und einheimischem Prominenten James „Thunder“ Early zusammenbringt. „Sie geht wie das Lamm zur Schlachtbank“, so Rose. „Da ist dieser unglaubliche Mann, der für sie der größte Superstar der Welt ist. Lorrell kann ihr Glück garnicht fassen.“
Eddie Murphy, dessen großes Talent seinen eigenen meteoritenhaften Aufstieg im Fernsehen bei „Saturday Night Live“ und mit Filmen wie „48 Stunden“ und „Die Glücksritter“ begründete, spielt James „Thunder“ Early, eine Figur die Condon beschreibt als „eine Naturgewalt. Nichts kann ihn bei seinen Auftritten zügeln und diese elektrisierende Energie schlägt sich in sein Privatleben durch.“
Für Murphy repräsentiert Early den einzigartigen R&B Geist, der schon zu der damaligen Zeit ins Bewußtsein des Durchschnitt-Amerikas eindrang. „Jimmy ist immer kurz davor, den nationalen Durchbruch zu schaffen, in den großen Städten zu spielen“, sagt Murphy. „Jeder liebt ihn, denn er ist einzigartig. Irgendwie gelingt ihm der Durchbruch zwar nicht, dennoch er ist einer der Macher des R&B, er vermittelt den Sound, auf den auch weiße Kids tanzen können – wie James Brown, Chuck Berry, Little Richard. Während im Land noch Rassentrennung galt, schlugen sie eine Brücke in der Welt der Musik, brachten dem ‚weißen’ Amerika den ‚schwarzen’ Sound nahe. Erst später erkannten diese Künstler, wieviel sie tatsächlich bewirkt hatten.“
Während sie in den Clubs des „Chitlin’ Circuit“ singen, schreibt Effies Bruder C.C. (Keith Robinson) Songs und choreographiert die Bewegungen für die Auftritte. C.C., obwohl eher ein ruhiger Typ, ist das ideale Glied in der Kette, über das Curtis die Künstler in ein vermarktbares Produkt umwandeln kann. „C.C. ist auf seine Art ein talentierter Künstler, aber er hat nicht das Selbstvertrauen, auszudrücken, was ihm wirklich am Herzen liegt“, so Robinson. „Wie jeder andere in der kleinen Truppe, setzt er sein Vertrauen in Curtis. Und durch seine Songschreiberei wird er zu dessen Instrument, ein Instrument, das Curtis einsetzt, wenn er auf Hindernisse trifft, die es aus dem Weg zu räumen gilt.“
„Sie kommen alle zusammen nach oben und das ist aufregend“, sagt Rose. „Es gibt diesen Sinn von Kameradschaft und gemeinsamer Sehnsucht. Alles macht Spaß. Alles ist ein Experiment. Der Einsatz ist hoch aber irgendwie ist trotzdem alles abstrakt – sie befinden sich noch immer in ihrer eigenen kleinen Welt. Zu diesem Zeitpunkt hat noch keiner den Durchbruch geschafft. Daher können sie es sich leisten, zu experimentieren.“
Je länger sie zusammenarbeiten, umso näher kommen sich Effie und Curtis. „Curtis ist Effies erste Liebe“, sagt Condon. „Wenngleich musikalisch talentiert ist sie im Grunde immer noch ein Kind. Curtis wird von ihrem süßen Gesicht und ihrer großartigen Stimme verzaubert. Ihr Talent zieht in an.“
Als Curtis sich mit James „Thunder“ Early zusammentut und ihm verspricht, ihn aus dem „Chitlin’ Circuit“ herauszuholen und in besseren Clubs unterzubringen, beginnt dessen langjähriger Manager Marty zu begreifen, dass sich das Spiel verändert. Die Figur des Marty wird von Independent Spirit Award Gewinner und Schauspiel-Ikone Danny Glover gespielt. Foxx dazu begeistert: „Mit Danny zu arbeiten war einfach unglaublich, denn er ist einer meiner Helden.“
„Marty ist ein Künstleragent der alten Schule“, beschreibt Glover. „Er entdeckte James als dieser noch jung war, und ist daher wie eine Vaterfigur für ihn. Aber er gehört auch dieser Generation von Managern an, die aussterben. Marty besitzt echte Integrität, aber er schafft den Schritt auf die nächste Ebene nicht. Curtis sieht die Veränderungen kommen und richtet sich innerhalb dieser Veränderungen ein. Er schaut sich das persönlich-geschäftliche Verhältnis von James zu Marty an, und macht daraus ein rein geschäftliches Verhältnis.“
Da er es nicht schafft, seine Künstler in der von Bestechung dominierten Landschaft des Mainstream-Radios unterzubringen, will Curtis seinen eigenen Weg gehen, anstatt alles weißen Künstlern und Promotern zu überlassen. „Curtis ist jemand mit der Vision, dass afro-amerikanische Musik auch eine breite Schicht weißer Zuhörer ansprechen kann“, erklärt Condon. „Und er ist bereit, alles nötige zu tun, damit das passiert.“
Dabei wird Marty zum ersten Opfer von Curtis Ehrgeiz, die nächste Stufe der Leiter zu erklimmen, und von dessen rücksichtsloser Art und Weise, dies zu erreichen. „Was Marty verkauft, ist nicht verkäuflich“, so Glover. „Es ist die Essenz von etwas. Was Curtis verkaufen will ist eine Massenware, ein Objekt. Es ist das Objekt, welches er verkaufen will, nicht die Person.“
Curtis macht aus Early einen sanftmütigen Schmusesänger – eine Abkehr von dem sinnlichen, nachtclubgestählten Schürzenjäger mit der explosiven Stimme – um ihn vor der feinen Gesellschaft in den Clubs von Miami auftreten zu lassen. „Aber James ‚Thunder’ Early ist zu sehr Naturgewalt, als dass er in diese Schublade paßt, in die ihn Curtis stecken möchte“, sagt Condon. „Curtis kann Jimmys Ecken und Kanten nicht abschleifen. Er kann nicht ändern, wer und was er ist.“
Condon hatte Eddie Murphy für der Rolle des großspurigen R&B Stars James „Thunder“ Early bereits beim Adaptieren des Drehbuchs im Kopf. „Mir schwebte von Anfang an Eddie Murphy als James Early vor“, erinnert sich Condon. „Glücklicherweise hatte Eddie, genau wie ich, die ursprüngliche Aufführung von ‚Dreamgirls’ mehrmals gesehen. Und ihm gefiel die Herausforderung, etwas zu machen, das mit nichts vergleichbar ist, was er bisher getan hat.“
„Eddie ging das größte Risiko ein“, fügt Mark hinzu, „und er hat sich wirklich voll reingehängt.“
„Eddie ist einer, der wirklich alles kann“, bemerkt Foxx. „Seine Schauspielkunst, seine Stand-Up Comedy. Dieses ganze Talent. Und dann kommt er hier rein, singt und macht seine Tanznummer, es ist unglaublich. Da weiß man, dass man mit einem großen Könner arbeitet“. Knowles fügt hinzu: „Man muss aufpassen, wenn Eddie Murphy sich ins Rampenlicht stellt. Er ist in allem superklasse. Der mittlere Name seiner Figur, ‚Thunder’, reicht bei weitem nicht aus, seine Energie zu beschreiben und die Wirkung, die er auf ein Publikum hat.“
Als nächstes macht sich Curtis an die Dreamettes heran und vertraut seinem Bauchgefühl – Deena, die hübscheste und die mit der sanftesten Stimme, ist der Weg in die Wohnzimmer der Durchschnittsamerikaner. Dazu sagt Condon: „Er macht aus ihnen diese sehr ruhige und mondäne Mädchentruppe. Er erfindet sie unter dem Namen The Dreams neu... aber das bedeutet auch, dass Effie in den Hintergrund tritt. Es passiert im Handumdrehen. Und ganz einfach so sind Effies Träume ausgelöscht.“
Condon filmte den für die Figur Effies wichtigsten Song, „And I Am Telling You I’m Not Going“ während der letzten vier Drehtage, was es Hudson erlaubte, den Charakter Effies komplett zu erfassen bevor sie diesen Augenblick ihres Wendepunktes auf Zelluloid bannt. „Effie ist schockiert und fühlt sich betrogen“, sagt Hudson. „Der Song ‚And I’m Telling You’ legt ihr Herz und ihre Seele offen. Ihre Familie ist mit ihr zerstritten. Sie alle haben sie gegen etwas anderes eingetauscht. Aber sie wird nicht wortlos von der Bühne abtreten.“
„In ‚And I Am Telling You’ wendet sich Effie direkt und voller Verzweiflung an Curtis, ihren Liebhaber“, sagt Condon. „Sie möchte, dass er nicht nur die Worte des Liedes hört sondern auch ihre Stimme – die Essenz dessen, was und wer sie ist. Alles, was diesen Song betrifft, inklusive dessen, wie er uns, dass Publikum anspricht, ist ein integraler Bestandteil dieser Geschichte.“
Effie führt sich anders auf als sonst, sie kommt zu spät zu Proben, unterbricht Studioaufnahmen, sie will nicht, dass man ihre Schmerzen vergißt. Was andere Erfolg nennen, ist für Effie ein einziger großer Kompromiß. „Sie kehrt nach Hause zurück“, so Condon, „zurück nach Detroit. Sie macht ihre eigene Verwandlung durch, begibt sich auf einen unerwarteten Pfad, und plötzlich wird viel klarer, wer sie ist und was die will.“
Curtis hat bereits einen Ersatz für sie, eine junge Sängerin, die dadurch ihren Fuß in die Tür bekommen hat, dass sie bei Curtis Rainbow Records einen Job als Sekretärin angenommen hat. „Sie ist ein schneller Ersatz für Effie, nachdem Curtis beschlossen hat, sie loszuwerden“, erklärt Condon. Michelle, gespielt von Sharon Leal, wird die vierte Sängerin bei Dream und verliebt sich bald in den unterschätzten Songschreiber und Choreographen C.C. „Michelle verfolgt ihre eigenen Träume“, sagt Leal, „als sie sich inmitten dieses ganzen Dramas begibt.“
Besonders Deena hat alles, was man braucht, um es im Mainstream zu schaffen, aber die Frau, die aus allem Gold macht, was sie anfaßt, und die, die sie im Spiegel erblickt, sind nicht mehr länger ein und dieselbe Person. „Curtis ist besessen von Deena, zum Teil, weil sie seine Kreation ist“, so Condon. „Er sieht sie als Abbild dessen, was er der Welt verkaufen möchte.“
Curtis sieht Deena „als ein Produkt, eine Coladose“, sagt Foxx. „Er ist bereit, alles zu tun, um die Musik vermarktbar zu machen, im Gegensatz dazu, etwas über ihre Empfindbarkeiten und Gefühle herauszufinden. Erfolg entsteht aus Kompromissen.“
Beyoncé, die vor ihrer Solokarriere in einer Mädchengruppe aufwuchs, hat ein bißchen von der Story Deena Jones bereits durchlebt“, erläutert Condon. „Sie ist wie geschaffen, diese Rolle zu spielen und versteht sie intuitiv.“
„Es bedurfte großen Könnens von Beyoncés Seite aus, um sich in Deena Jones zu verwandeln“, bemerkt Mark, „sich in der ersten Hälfte des Filmes nicht in den Mittelpunkt zu stellen und die ganze Zeit über eine ganz andere Sängerin darzustellen, als sie selbst es ist.“
Um Deenas Transformation körperlich spürbar zu machen, setzte Knowles nur einen Teil ihrer Stimme ein und spielt ihren natürlichen Cover Girl Look herunter, bis die Zeit für Deena kommt, ins Rampenlicht zu treten. „Weil Deenas Stil bei Auftritten so ganz anders ist als meiner, musste ich mich zurückhalten, und mir selbst sagen, ‚sing nicht mit voller Stimme, singe wie Deena’. Bei ihr geht es um immer ums Subtile – sie ist sehr feminin und sexy, auf eine zurückhaltende, leicht geheimnisvolle Weise“, merkt Knowles an.
„Später erkennt man ihre Entwicklung“, sagt Condon. „Man sieht, dass sie mehr ist als nur ein naives Mädchen aus Detroit. Wenn sie auf der Bühne steht, passiert etwas sehr erotisches. „Die Leute werden überrascht sein“, fügt Beyoncé hinzu, „denn ich weiß, sie werden vielleicht ‚Beyoncé’ erwarten, aber Beyoncé ist nirgendwo in diesem Film zu sehen.“
Deena wird zum Star, denn seine Instinkte haben Curtis nicht getäuscht. „Die Sache mit Curtis ist die, dass er fast immer recht hat“, so Condon. „Und was er erreichen möchte – Rassenschranken durchbrechen, damit schwarze Talente wahrgenommen und gehört werden – ist heldenhaft. Aber umso erfolgreicher er wird, umso brutaler mißachtet er die Träume der Menschen um ihn.“
„Curtis ist jemand, der von seinen Träumen besessen ist“, fährt Condon fort. „Sobald er eine Sache erreicht hat, jagt er schon der nächsten nach.“
„Wenn die Leute an Träume denken“, sagt Beyoncé Knowles, „dann denken sie nur an schöne, tolle Sachen. Sie denken nicht an die Opfer und den Preis, den man für Erfolg und das Erreichen dieser Träume zahlen muss. Im Leben geschehen so viele komplizierte Dinge. Und das betrifft uns alle. Aber letztlich geht es darum, diese Träume zu verwirklichen... und für viele von uns war das ‚Dreamgirls’ Projekt ein solcher Traum.“
Zwei wichtige Darsteller aus der Broadway-Aufführung vor einem Vierteljahrhundert holte Condon zusätzlich ins Boot. Hinton Battle spielte James „Thunder“ Early in der damaligen Produktion als Ersatz in der Sommerspielzeit und übernahm die Rolle dann von seinem Vorgänger.
„Das besondere an ‚Dreamgirls’ ist, dass es die Wahrheit ist, es ist die Realität“, sagt Battle. „Es erzählt die Geschichte über die Dinge wie sie wirklich waren, den Kampf der Plattenindustrie, mit Bestechung und wie weiße Künstler Songs von schwarzen Künstlern nahmen und sie zu Hits machten. Letztlich ist es aber eine Story über Leidenschaft und Liebe und all die großartigen Dinge, nach denen wir streben. Der Film hat die Fähigkeit, die Vergangenheit zu reflektieren, aber auch die Zukunft zu kommentieren indem er zeigt, wo die afro-amerikanische Musik in der heutigen Kultur steht. Das macht den Stoff inzwischen sogar noch relevanter.“
Eine weitere Verbeugung vor der original Broadway-Produktion war die Verpflichtung von Loretta Devine – die im Bühnenstück die Rolle der Lorrell spielte – und die im Film als Jazz-Diva auftritt. „Als wir ‚Dreamgirls’ damals auf die Bühne brachten, hatten wir keine Ahnung, was wir erschufen und wie wichtig es 25 Jahre später sein würde“, sinniert Devine, die der Ansicht ist, dass Condons erweiterte Herangehensweise an die Geschichte ein ganz neues Publikum erschließen wird. „Die Musik ist wie bei einer Oper. Die Menschen reagieren darauf, denn es ist fabelhaft – schön, modisch, leidenschaftlich, talentiert, es hat Herz. Und sie ist eine großartige Geschichte über Liebe und Freundschaft.“ |