Filminfo: Helden der Nacht
 
 

Kinostart: 21. Februar 2008

Bobby Green (Joaquin Phoenix) hat sich aus dem Familiengeschäft zurückgezogen. Der bekannte Manager des El Caribe, einem legendären und von Russen geführten Nachtclub in Brooklyns Stadtteil Brighton Beach, hat sogar seinen Nachnamen geändert und verheimlicht seitdem jegliche Verbindung zu einigen New Yorker Polizisten. Nun feiert Bobby jede Nacht eine Party, wenn er Freunde und Kunden empfängt oder mit seiner schönen puertoricanischen Freundin Amada (Eva Mendes) im Zigarettendunst zur Diskomusik tanzt.

Es ist das Jahr 1988 und in New York eskaliert der Drogenhandel. Bobby versucht, Abstand zu dem russischen Gangster zu halten, der aus dem Nachtclub heraus seine Geschäfte verrichtet. Ausgerechnet dieser Gangster wird von Bobbys Bruder ins Visier genommen. Joseph (Mark Wahlberg) ist ein aufstrebender Polizist des New York Police Departments (NYPD). Unterstützt wird Joseph von ihrem gemeinsamen Vater Burt (Robert Duvall), der in seinem Amt als stellvertretender Polizeichef bereits eine Legende ist..

 

HELDEN DER NACHT ist ein emotionales Krimidrama über einen Mann, der sich entschließt, seine Vergangenheit zu verbergen. Bis er erkennt, dass er sich seiner unabwendbaren Zukunft stellen muss. Der Originaltitel „We Own the Night“ basiert auf das Motto, mit dem die Beamten des New Yorker Police Departments (NYPD) in den Achtziger Jahren die Straßenkriminalität bekämpften. Regisseur James Gray „(The Yards – Im Hinterhof der Macht“, „Little Odessa – Eiskalt wie der Tod“) schrieb auch das Drehbuch. Produziert wurde der Film von Nick Wechsler, Marc Butan, Mark Wahlberg und Joaquin Phoenix. Ausführende Produzenten waren Todd Wagner, Mark Cuban and Anthony Katagas.

„Dies ist ein Film, dessen charakterliche Wurzeln im Genre des Polizeifilms liegen“, erklärt Gray. „Normalerweise jedoch dreht es sich in einem Polizeifilm um die Vorgehensweise, wie ein Bösewicht dingfest gemacht wird. Mir ging es mehr darum, den Fokus auf die Charaktere und deren Emotionen zu legen. Das Genre dient im Wesentlichen als Ausgangspunkt, um eine Geschichte von einem Mann zu erzählen, der von seinem Schicksal eingeholt wird. Das Verhängnis ist unausweichlich, und seine eigenen komplizierten Emotionen bringen ihm Liebe, aber auch Verlust und Verrat ein.“

Gray weiter: „Die Möglichkeiten eines Mannes, der sein Schicksal ändern will, sind viel begrenzter als er es wahrhaben will. Denn es gibt noch andere Faktoren, die im Leben eine große Rolle spielen: Der Lauf der Geschichte, die Kultur, äußere Ereignisse, der eigene Instinkt und die Liebe. Genau das wollte ich untersuchen.“

In weiteren Rollen sind Danny Hoch, Moni Moshonov, Tony Musante, Antoni Corone und Alex Veadov zu sehen. Zu Grays Team hinter der Kamera gehörten unter anderem Kameramann Joaquin Baca-Asav, Cutter John Axelrad, Produktionsdesigner Ford Wheeler und Kostümbildner Michael Clancy.

Die Idee zu dem Film entstand nach einem Foto in der New York Times, das die Beerdigung eines Polizisten zeigte. „Auf diesem Foto sah man, wie sich diese gestandenen Männer unter Tränen umarmten, nachdem einer ihrer Kameraden im Dienst getötet wurde“, erinnert sich Gray. „Ein Bild mit gewaltigen Emotionen.“ In der Tat war 1988 in New York der Höhepunkt der Crack-Verbreitung. Die Mordrate schnellte nach oben, und die Gesamtkriminalitätsrate lag 73 Prozent über den nationalen Durchschnitt der USA.

Zur gleichen Zeit erblühte die Diskomusik. Stars wie George Michael, Gloria Estefan und Taylor Dane erstürmten die Musikcharts und das Leben in den Nachtclubs florierte, besonders in der betriebsamen Nachbarschaft von Brighton Beach, Brooklyn.

Es war diese Intensität, die Gray festhalten wollte. „Ich habe mich bemüht, nicht nur etwas spannend zu machen, sondern auch explosiv, dramatisch und mit einer gehörigen Portion Action.“

Gray führt weiter aus: „Zugleich ist es ein sehr persönlicher Film. Das heißt nicht, dass er autobiographisch ist. Als ich das Drehbuch schrieb, benutze ich Elemente aus lokalen Nachrichten und Dinge, die ich mitbekam, als ich Polizeistreifen begleitete. Ich hörte etliche Geschichten über Menschen, die aufgrund von Lebensumständen ihre familiären Verbindungen zur Polizei verheimlichten. Alles was im Film zu sehen ist, basiert auf reale Ereignisse, wobei ich die Beziehungen zu meinem eigenen Vater und meinem eigenen Bruder mit einbezog. Also habe ich auch viel von meinem Hintergrund eingebaut.“

Gray schreckte nicht davor zurück, von anderen Filmen abzuschauen, um seine Geschichten zu bereichern und seinen eigenen Filmstil zu beeinflussen. „Neben den Nachforschungen und meinen eigenen Erfahrungen fand ich unglaubliche Inspirationsquellen in den Arbeiten bestimmter Filmmacher aus den Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahren. Mit ‚The Yards – Im Hinterhof der Macht’ betrachtete ich den Neorealismus der Fünfziger Jahre. Mit HELDEN DER NACHT wollte ich einen Film machen, der mehr aus dem Bauch heraus kommt, der atmosphärischer ist und mehr dem Gedanken nachgeht, dass der Lauf der Geschichte eine nicht zu stoppende Gewalt darstellt. Ich glaube, viele von uns fühlen sich in dieser harten Zeit von den Zwängen der Geschichte gefangen, die keiner kontrollieren kann. New York 1988 ist eine perfekte Metapher für das Heute: Eine Zeit und ein Ort, als die Dinge außer Kontrolle zu geraten schienen.“

Die filmischen Einflüsse auf HELDEN DER NACHT lassen sich auf amerikanische Filme der Siebziger Jahre zurückführen, die von historischen Ereignissen, von Klassenunterschieden und von der damaligen Politik handelten. „Offensichtlich schulde ich vor allem Klassikern wie ‚Der Pate’, ‚Chinatown“ und ‚French Connection – Brennpunkt Brooklyn’ eine Menge“, bemerkt Gray. „Wie auch immer, ich sah mir auch europäische Filme aus den Sechziger Jahren an, besonders die von Visconti. Japanische Filme aus den Fünfziger Jahren beleuchteten ebenfalls die Umstände, wie die Geschichte und das eigene Los das Schicksal bestimmten. So musste also meine gesamte Crew die Spätvorstellungen all dieser Filme besuchen.“

Nachdem sie mit Gray schon einmal bei „The Yards – Im Hinterhof der Macht“ zusammengearbeitet hatten, waren Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg ganz begierig, wieder auf sein Team zu treffen. Beide Schauspieler ernteten für ihre Darstellungen in Grays Film von 2000 großen Beifall. 2006 gewann Phoenix für seine Rolle in „Walk the Line“ den Golden Globe als Bester Schauspieler. Für „Walk the Line“ und „Gladiator“ war er sogar zweimal für den Oscar nominiert. Wahlberg bekam für seine Rolle des aus Boston stammenden und Sprüche klopfenden Polizisten in Martin Scorseses mehrfach für den Oscar nominiertes Gangsterdrama „Departed – Unter Feinden“ höchste Anerkennung sowie eine Golden Globe- und eine Oscar-Nominierung.

hoenix und Wahlberg waren begeistert, ein zweites Mal mit Gray zusammenarbeiten zu können und übernahmen nicht nur die Hauptrollen in HELDEN DER NACHT, sondern stiegen ebenfalls als Produzenten in das Filmprojekt ein.

Dazu Phoenix: „James ist jemand, der sich wirklich um einen Film kümmert. In einem Zeitalter gehemmter Ironie ist das eine seltene Qualität. James ist gewillt, die Wahrheit in jedem Moment aufzudecken und motiviert die Menschen um sich herum, es ihm gleich zu tun. Ich konnte es nicht erwarten, wieder mit ihm in den Ring zu steigen und die emotionalen Intrigen dieser Familie zu erforschen.“ Wahlberg fügt hinzu: „James ist unglaublich talentiert. Mit ihm und Joaquin an „The Yards – Im Hinterhof der Macht“ zu tun gehabt zu haben, war eine großartige Erfahrung. Ich fühlte mich besonders geschmeichelt, dass er die Rolle des Josephs in HELDEN DER NACHT extra für mich geschrieben hatte.“

Produzent Nick Wechsler, der mit Gray schon bei seinen ersten beiden Filmen „Little Odessa – Eiskalt wie der Tod“ und „The Yards – Im Hinterhof der Macht“ zusammengearbeitet hatte, meint: „James hat eine enge Verbindung zu den beiden Schauspielern aufgebaut. Er dachte an Joaquin und Mark bereits während seiner Nachforschungen und als er mit dem Schreiben anfing. Es war fast wie eine Abkürzung zu einem erfolgreichen Film.“

Gray erzählt: „Mark hat ein enormes Einfühlungsvermögen, er zeigt wahre Emotionen und besitzt die Ernsthaftigkeit eines Arbeiters, die an John Garfields Auftritte in den Filmen der Vierziger Jahre erinnert.“

Gray weiter: „Joaquin ist wunderbar, und zwar auf verschiedene Weise. Er erinnert mich an Montgomery Clift oder Al Pacino, an jemand, der eine große Anzahl innerer Konflikte in sich trägt und jede Sekunde explodieren könnte.“

 
     
 
 
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