Filminfo: Persepolis
 
 

Kinostart: 22. November 2007

PERSEPOLIS – Die königliche Stadt. Der Name bedeutet "Stadt der Perser".

Auf der Höhe seiner Macht ließ der persische König Darius I. ca. 518 v. Chr. die Stadt Parseh errichten, die fortan Hauptstadt und Zentrum der Welt sein sollte und mit Opulenz und Reichtümern ausgestattet wurde. Die Griechen, deren Kolonialgebiete von den Persern einverleibt wurden, nannten diesen fernen Ort „Persepolis“. 330 v. Chr. setzte Alexander der Große die Stadt in Brand, übrig geblieben sind nur Ruinen, die aber zu den besterhaltenen und bedeutendsten Monumenten Vorderasiens gehören. Die Ruinen von Persepolis sind heute UNESCO Weltkulturerbe und befinden sich ca. 60 km nordöstlich der Stadt Shiraz.

PUNK IS NOT DED – von einem mutigen Mädchen und seiner weiten Reise

PERSEPOLIS erzählt von einer integeren Familie, die zum Wohle ihres Kindes auf ein gemeinsames Leben verzichtet: Marjane Satrapis erster Spielfilm erzählt auch von den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, von dem Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen, von Heimweh und Einsamkeit, und beschreibt die Geschichte eines einst in Glanz und kulturellem Reichtum blühenden Landes, veranschaulicht die politischen Umwälzungen vor dem Hintergrund von Machtgier und wirtschaftlichem Profit, von den Umständen, die die Menschen verändern. Vor allem aber erzählt PERSEPOLIS auch von der Zuneigung der Menschen untereinander, vom Überleben in einem von Repression gebeutelten Land, vom Willen trotz alldem Spaß und Lebensfreude zu haben. PERSEPOLIS führt Politik und Machtgehabe ad absurdum und stellt das Menschliche in den Vordergrund.

 
PERSEPOLIS jedoch lediglich als künstlerisch ambitionierten Trick- oder Comic-Film für Erwachsene zu umschreiben, würde den Dimensionen dieses außergewöhnlichen Projektes nicht gerecht. Die in kontrastreichen Schwarz- Weiß-Bildern erzählte Geschichte eines Mädchens zwischen schwieriger Kindheit im Iran und dem Leben im Exil vereint, wie die gleichnamige, kultisch verehrte Comicvorlage, die autobiografische Erinnerung Marjane Satrapis mit subtilem politischem Kommentar und erlösender Selbstironie.

PERSEPOLIS ist einer der ganz seltenen filmischen Glücksfälle, die hochkomplexe und explosive Inhalte höchst unterhaltsam vermitteln und bis weit nach dem Abspann für Diskussionsstoff sorgen. Satrapis präzise gezeichneten Comiccharakteren gelingt es nach kürzester Zeit den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Fast vergisst man „nur“ einen Animationsfilm zu sehen. PERSEPOLIS vermittelt mehr über Geschichte und Wesen des Iran als es die erhitzte öffentliche Diskussion um den „Schurkenstaat“ je ermöglicht hatte. Dabei bleibt dieses Filmjuwel immer federleicht, schwung- und humorvoll und verzaubert mit seinem Charme. Wie auch bei der Comicvorlage (erschienen bei Edition Moderne und Ueberreuter) entsteht der Reiz dieser autobiographischen Geschichte genau in seiner vollkommenen Balance: schrecklich schön wie das Leben. Man weint und lacht und ist dabei immer berührt!

Auf den 60. Filmfestspielen in Cannes erhielt PERSEPOLIS nicht nur Standing Ovations, sondern wurde auch mit dem „Preis der Jury“ ausgezeichnet. Anfang nächsten Jahres wird es noch einmal spannend: PERSEPOLIS geht für Frankreich ins Rennen um eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester nicht englischsprachiger Film.

„Lachen ist die subversivste aller Waffen!“ (Marjane Satrapi)

Marjane ist acht Jahre alt, als der Schah aus dem Iran vertrieben wird und die Mullahs die Macht an sich reißen. Fortschritt und Freiheit bleiben auf der Strecke, als im Zuge der Islamischen Revolution Tausende im Gefängnis landen und Frauen gezwungen werden Kopftücher zu tragen. Doch die rebellische Marjane denkt gar nicht daran, sich dem rigiden Regelwerk zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBA und Iron Maiden und macht erste Erfahrungen mit Jungs. Sie ahnt nicht, dass ihr spielerischer Protest gefährlich ist – nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familie...

PERSEPOLIS ist spannend, lehrreich, humorvoll, radikal, emotional und zutiefst menschlich. Ein unkonventioneller, aufregender, gezeichneter Film für Erwachsene, eine starke Familienstory und die direkte Übertragung gelebter Erinnerung. Basierend auf den gleichnamigen Kult-Comicromanen handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens.

 
     
 
 
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