Filminfo: Pulse - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST
 
 

Mit panischem Blick überquert Student Josh (Jonathan Tucker) den Campus seines Colleges, achtlos läuft er an Kommilitonen mit Handys und Powerbooks vorbei. Im Uni- Gebäude angekommen, fährt er mit dem Fahrstuhl in die Bibliothek. Die Deckenbeleuchtung flackert, Bücher fallen wie von Gespensterhand bewegt aus einem Regal. Als Josh an das entsprechende Regal tritt, erscheint ihm ein schreckliches Wesen…

Am Abend sitzen die Leute aus Joshs Clique, Mattie (Kristen Bell), Isabell (Christina Milian), Stone (Rick Gonzales) und Tim (Samm Levine), gemeinsam in einer Bar und fragen sich, was mit ihrem Kumpel in den letzten Wochen eigentlich los ist. Mattie, seit einiger Zeit mit Josh liiert, berichtet, dass sie den Freund in den letzten Tagen nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Als sie nach Hause kommt, findet sie eine verstörende Nachricht von Josh auf dem Anrufbeantworter vor. Ihr Rückruf bleibt ohne Erfolg.

Nach den Vorlesungen am nächsten Tag macht sich Mattie deshalb zu seiner Wohnung auf. Da auf ihr Klingeln niemand öffnet, schließt sie mit dem über dem Türrahmen versteckten Schlüssel selbst auf. Drinnen bietet sich ihr ein Bild des Verfalls: Kakerlaken krabbeln über die Spüle, im Kühlschrank haben sich Maden zwischen den verschimmelten Lebensmitteln breitgemacht. Doch auch Josh taucht auf einmal wie auf dem Nichts auf. In den Händen spielt er mit einem Kabel, dann geht er apathisch ins Nebenzimmer – und erhängt sich. Wie soll Mattie mit dem traumatischen Erlebnis umgehen? Nur widerwillig sucht sie den Psychologen Dr. Waterson (Ron Rifkin) auf, der schnell erkennt, dass sich die junge Frau selbst die Schuld am Selbstmord ihres Freundes gibt. Trotz ihrer schroffen Ablehnung gibt er ihr den Rat, sich ihren Ängsten zu stellen.

Später sucht Mattie im Internet-Chat mit Stone und Tim Zuspruch und Geborgenheit. Doch auf einmal klickt sich ein weiterer Teilnehmer ein: Josh! Wie kann ein Toter chatten? Wahrscheinlich läuft der Computer noch in seiner Wohnung. Also wird Stone dazu abgeordnet, nach dem Rechten zu sehen. Als er jedoch die Selbstmordwohnung betreten hat, muss er feststellen, dass der Computer bereits abgebaut ist. Doch nun wird auch Stone mit einer gespenstischen Erscheinung konfrontiert, einer Frau mit starren und weit aufgerissenen Augen, die auf ihn zuschreitet und fürchterliche Kräfte walten lässt.

Weil Stone beim nächsten Anruf total abwesend wirkt, bleibt Mattie nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach Joshs verschwundenem Computer zu machen. Bald findet sie heraus, dass er sich in den Händen des coolen Bastlers Dexter (Ian Somerhalder) befindet – der den Apparat aber noch gar nicht angeschlossen hat und sich also auch nicht in den Chat einklicken konnte. Als Mattie ratlos abdampft, geht Dexter mit Joshs Computer schließlich doch noch online. Dabei wird er ohne sein Zutun auf dem Bildschirm mit schrecklichen Selbstmordszenen konfrontiert. Dexter telefoniert Mattie herbei, und während die beiden voller Grauen auf den Monitor starren, stellen sie fest, dass die depressiven Gestalten auf dem Bildschirm Blickkontakt mit ihnen aufnehmen. Schnell ausmachen! Aber das Gerät führt inzwischen ein Eigenleben...

In der Stadt herrscht derweil bereits Ausnahmezustand, immer mehr Leute nehmen sich das Leben. Der Reporter im Fernsehen spricht von einer „Suizid-Epidemie“. Mattie wird inzwischen selbst von düsteren Visionen heim gesucht. Auf der Straße wird sie Zeugin eines Selbstmords. Kein Mensch spricht mehr mit dem anderen, alle schlurfen apathisch aneinander vorbei. Auch zu ihren Freunden hat Mattie den Kontakt verloren: Tim hat sich in Todesangst vor den mysteriösen Kräften aus dem Internet in seinem Appartement verschanzt, das er mit rotem Klebeband komplett abgedichtet hat. Isabelle wird im Waschkeller von einer angsteinflößenden Kreatur aus dem Zwischenreich heimgesucht. Als Mattie in ihre Wohnung heimkehrt, atomisiert sich die Freundin vor ihren Augen. Die Lage in der Stadt erscheint ausweglos. Die Behörden rufen dazu auf, Handy- und Computer-freie Zonen außerhalb der Metropole aufzusuchen. Dort, wo die Mobilfunknetze nicht funktionieren, haben die Wesen aus dem Zwischenreich keine Macht. Doch Mattie muss noch eine gefährliche Tour durch die verwüstete Stadt machen. Denn Dexter hat inzwischen herausgefunden, dass der verstorbene Josh über im Computer gespeicherte Webcam-Botschaften Kontakt mit einem Telekommunikationsfachmann aufgenommen hatte. Zusammen hatten Josh und der Spezialist offensichtlich einen Virus entwickelt, wie der Gespensterplage aus dem Internet Einhalt zu gebieten sei.

Also machen sich Dexter und Mattie auf die Suche nach dem Mann. Doch als sie endlich nach einer riskanten Tour durch die mit Internet-Zombies verseuchte Stadt das Labor von Douglas Ziegler (Kel O’Neill) erreichen, finden sie nur noch ein nervliches Wrack vor. Mit angststarrem Blick erzählt der Computerexperte, was der Auslöser der Epidemie war. Statt den beiden Studenten bei der Beseitigung des Übels zu helfen, versteckt er sich jedoch wieder panisch im Wandschrank. Mattie und Dexter müssen alleine in den Keller zu dem Zentralrechner von Zieglers Institut hinabsteigen. Der Weg führt allerdings durch ein von Cyber-Gespenstern belagertes Treppenhaus…

PRODUKTIONSNOTIZEN PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST basiert auf dem japanischen Horrorfilm Kairo (2001) von Kiyoshi Kurosawa, der hierzulande ebenfalls unter dem Titel Pulse verliehen wurde. Das japanische Original erzählte von einer Gruppe junger Leute, die obskure Vermisstenfälle untersuchen. Die Verbrechen stehen in Verbindung mit einer Internetseite, deren Besuchern versprochen wird, mit Toten in Kontakt treten zu können.

„Mich hat die Message des Filmes angesprochen“, erklärt Regisseur Jim Sonzero. „PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST behandelt den Widerspruch unserer heutigen Kommunikationstechnologie: Eigentlich soll sie uns zusammenbringen, und doch sorgt sie bei den Menschen oft für Entfremdung. Wir sitzen Stunden vor unserem Computer, schreiben e-mails, surfen im Netz, geben uns der Illusion hin, mit dem anderen in Verbindung zu treten, aber dabei nehmen wir zwischenmenschlich ja gar nicht mehr mit dem anderen Kontakt auf. Virtuelle Interaktion ist für mich der Sündenfall, das verlorene Paradies. Je mehr uns die Technologie verführt, desto stärker hängen wir von ihr ab. Sie verändert uns. Wir verlieren unsere Menschlichkeit und isolieren uns voneinander.“

Produzent Joel Soisson eränzt: „PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST ist gruselig, geheimnisvoll und höchst poetisch. Wir haben viel vom Original gelernt. Die Japaner sind unübertrefflich in der Reduktion, und das gilt auch im Horror-Genre. Denn sie setzen die Schockmomente genau in dem Moment ein, in dem man es nicht erwartet, und das raubt einem einfach den Atem. Diese Herangehensweise haben auch wir uns für PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST zunutze gemacht.“

Zwar wurde die ursprüngliche Idee der schleichenden Angst von Kurosawas Original übernommen, doch wurde das ursprüngliche Konzept in der amerikanischen Version auch erweitert. „Wir haben versucht, den Film gruseliger zu gestalten“, erklärt Soisson. „Wir wollen, dass der Zuschauer vor Schreck aus dem Kinosessel aufspringt!“ Wie das japanische Original, nimmt PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST die unterschwelligen Gefahren unserer schnellgängigen, kabellosen und vielfach digital gesteuerten Lebenswelt ins Visier.

PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST zeigt eine Gruppe von Freunden, die in ein Campus-Portal stolpern, das sie nicht nur mit dem Internet verbindet – sondern sie in einen wahren High-Tech-Alptraum stürzen lässt. „Es geht um den ultimativen Computer-Virus“, sagt Michael Leahy, der ebenfalls als Produzent fungierte. „PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STRIRBST wirft eine Menge Fragen auf über die Technologie, die wir alle täglich benutzen“, erklärt Hauptdarstellerin Kristen Bell. „Ein Teil dieser Technologie kann selbstständig denken und handeln. Das ist der wirklich verstörende Aspekt an der ganzen Geschichte.“

Für Produzent Soisson ergeben diese Elemente zusammengenommen einen Alptraum, der die verdrängte Paranoia offen legt, die unser moderner Lifestyle produziert. Jeder kennt und spürt diese Ängste. „In unserem Film“, glaubt Soisson deshalb, „wird der Schrecken auf eine ganz persönliche Ebene gehoben.“

Und Regisseur Sonzero fügt hinzu: „Der Schrecken in PULSE - DU BIST TOT BEVOR DU STIRBST ist Lovecraft in seiner pursten Form - nur dass die Bedrohung hier eben durch die kabellose Computertechnologie heranschleicht. Wo es Funknetze gibt, können sich die bösen Kräfte der modernen Technologie auch verbreiten. Das heißt, es gibt für uns fast keinen sicheren Hafen mehr, keine Möglichkeit, uns zu schützen.“

 
     
 
 
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