Jigsaw ist tot, aber sein mörderisches Spiel ist noch lange nicht vorbei. Nach dem Ableben des Psychopathen hat Detective Mark Hoffman (Costas Mandylor) dessen Erbe angetreten. Während FBIAgent Strahm (Scott Patterson) den Kollegen zu überführen versucht, hält Hoffman fünf Menschen in seiner Gewalt, die er in einem perfiden Spiel durch Kammern des Schreckens jagt. In Rückblenden erzählt SAW V, wie Hoffman zum Jünger von Jigsaw (Tobin Bell) wurde, wie er sich in die verquere Moral seines Mentors einarbeitete und wie er mit ihm die Foltergerätschaften und Spielanordnungen der vorangegangenen Teile ersann.
Während FBI-Mann Strahm bei seiner atemlosen Recherche diese Entwicklungen und Verwicklungen rekonstruiert, wird er nicht gewahr, dass er längst selbst zur Figur in einem gigantischen Spiel geworden ist...
Die „SAW“-Filme haben sich zur erfolgreichsten Horror-Reihe der Filmgeschichte entwickelt. Jetzt geht es in die fünfte Runde. Regie führt David Hackl, der für die früheren „SAW“-Filme die Folter-Fallen des Jigsaw-Killers entwarf. Hackl über „SAW V“: „Der Film beantwortet den Fans eine ganze Menge Fragen.“ Neu in Jigsaws Falle: „Buffy“-Star Julie Benz.
Das Böse ist bekanntlich unaufhaltsam. Es verbreitet sich in einer Weise, gegen die Behörden machtlos sind. Mit Paragraphen und Waffengewalt, mit Abschottung und Arrestierung muss man gar nicht erst versuchen ihm beizukommen. Selbst seine konsequente Auslöschung reicht oft nicht, seiner Wirkungsmacht Einhalt zu gebieten. Denn das Böse findet immer seinen Weg zurück in die Welt. So ist es jedenfalls in den großen klassischen Kinowerken, in denen die Kraftströme dämonischer Charaktere nachgezeichnet werden.
Man nehme nur Fritz Langs Das Testament des Dr. Mabuse aus dem Jahr 1933: Der finstre Titelheld sitzt isoliert in dem Kämmerlein einer Nervenklinik und kritzelt scheinbar wirres Zeug aufs Papier. Und doch dirigiert er die Unterwelt Berlins. Später stirbt dieser Virtuose des Verbrechens, Raub und Mord aber gehen weiter: Der Arzt der Nervenklinik, zu Lebzeiten von Dr. Mabuse hypnotisiert, hat sein Vermächtnis angetreten.
So gesehen folgt SAW einer langen Kinotradition: Auch der mörderisch kreative Psychopath, der unter seinem Künstlernamen Jigsaw Angst und Schrecken verbreitet, ist bereits im dritten Teil der extrem erfolgreichen Horror-Reihe gestorben, wirkt aber nach seinem Ableben fatal weiter. Auch Jigsaw verfügte zu Lebzeiten über geradezu hypnotische Fähigkeiten – die er mit einer moralisch verbrämten Allmachtsfantasie kombinierte.
In SAW V nun tritt der Polizist Mark Hoffman Jigsaws Erbe an. Als wäre der nicht schon lange tot, sehen sich auf einmal fünf weitere egoistische Delinquenten mit Jigsaws eigenwilliger „method of rehabilitation“ konfrontiert. Die Möglichkeit zur Wiedereingliederung – nach Jigsaw-Art führt sie wieder einmal durch einen Parcours der Grausamkeiten. Denn Detective Hoffman erweist sich als respektabler Nachfolger des Intelligenzmonsters – und hat gleich eine ganze Reihe perfider Fallen und Folterinstrumente entwickelt.
So gesehen führt SAW V noch einmal mustergültig die Unauslöschbarkeit des Bösen vor, von der das Kino schon seit seinen ganz frühen Tagen erzählt. Das Testament des Jigsaw, hier wird es so konsequent wie kunstvoll vollstreckt.