Seit über drei Jahrzehnten ist die Legende vom „Texas Chainsaw Massacre“ (Blutgericht in Texas) eine der schaurigsten und nachhaltigsten Geschichten, die je das
Licht der Leinwand erblickt haben. Seit der Originalfilm 1974 anlief, haben sich die
Fans gefragt, wie die Story wohl entstanden ist – jetzt bekommen sie die Antwort: New
Line Cinema präsentiert zusammen mit Michael Bay, wie es dazu kam: „The Texas
Chainsaw Massacre: The Beginning“. Der Film wurde von Platinum Dunes/Next
Entertainment sowie von Vortex/Henkel/Hooper produziert.
Die Produzenten des erfolgreichen Remakes „The Texas Chainsaw Massacre“ (Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre) stellen nun das gruselige Prequel vor, in
dem die Ursprünge des Hewitt-Clans und ihrer psychotischen „Familienspäße“ geschildert werden. Erstmals erfahren die Zuschauer, wie „Leatherface“ entstand, die
vielleicht berühmteste Horrorfigur aller Zeiten.
1969: Der Vietnam-Konflikt ist außer Kontrolle geraten, mit katastrophalen
Folgen und unermesslichen Verlusten für die Vereinigten Staaten. Per Wehrpflicht
bekommt die Militärmaschine neues Futter. Der 18-jährige Dean Hill (Taylor Handley)
wird eingezogen, doch bevor er sich zur Musterung melden kann, beschließt Deans
Bruder Eric (Matthew Bomer), Dean zu überraschen: Eric hat bereits Kampferfahrung
in Vietnam und möchte sich trotz der Einwände seiner treuen Verlobten Chrissie
(Jordana Brewster) zusammen mit Dean erneut zu seiner geschätzten Marine-Corps-
Einheit melden, damit er als Älterer den ziellosen Rekruten im Auge behalten kann.
Doch leider will Dean von den Plänen seines älteren Bruders nichts wissen. Deans Plan
ist viel einfacher: Er will sich vor der Einberufung drücken und nach Mexiko fliehen.
Seine energische Freundin Bailey (Diora Baird) unterstützt ihn dabei. Doch weil die
beiden Paare nicht ahnen, welche Auseinandersetzung tatsächlich auf sie wartet, wollen
sie auf einer Fahrt durch Texas noch einmal richtig einen draufmachen.
Auf ihrem Ausflug bekommt das fröhliche Gespann von den unheimlichen
Motorradfahrern Holden (Lee Tergesen) und Freundin Alex (Cyia Batten) einen
gehörigen Schrecken eingejagt: Alex verfolgt den Jeep der vier und provoziert einen
gefährlichen Unfall – Chrissie wird aus dem Wagen geschleudert. Alex will die
Verletzten gerade ausrauben, als Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey) am Unfallort erscheint
und die Killerin vom Schlimmsten abhalten kann. Chrissie versteckt sich in einem
Gebüsch und beobachtet, wie der Sheriff Alex kaltblütig umbringt, anschließend die
Freunde grundlos verspottet und sie dann in den Streifenwagen verfrachtet. Was Chrissie nicht ahnt: Hoyt ist auf dem Weg zum Haus der Hewitts, wo Thomas – der sich
später in das grausige Monster Leatherface (Andrew Bryniarski) verwandeln wird – und
der übrige Hewitt-Clan bereits warten. Die entsetzte Chrissie muss miterleben, was die
Hewitts mit ihren Gefährten anstellt – jetzt sind die drei allein auf Chrissies Hilfe
angewiesen.
Jonathan Liebesman inszenierte „The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ nach einer Story von Sheldon Turner und David J. Schow sowie dem Drehbuch von
Sheldon Turner. Die Produktion übernahmen Andrew Form, Brad Fuller, Tobe Hooper,
Kim Henkel, Michael Bay und Mike Fleiss.
New Line Cinema präsentiert zusammen mit Michael Bay „The Texas Chainsaw
Massacre: The Beginning“ – die grausige Geschichte einer Familie, die als einzige in
einer verlassenen Kleinstadt zurückbleibt: Ohne Hoffnung, ohne Zukunft hat sie nichts
zu verlieren. Ihr exzentrisches Verhalten verwandelt sich bald in ein grausamsadistisches
Ritual. Die Hauptrollen übernehmen Jordana Brewster, Taylor Handley,
Diora Baird, Matt Bomer, Lee Tergesen, Cyia Batten und R. Lee Ermey.
R. Lee Ermey, Andrew Bryniarski, Marietta Marich, Terrence Evans und Kathy
Lamkin spielen wieder die Rollen, in denen sie bereits im Remake von 2003 zu sehen
waren.
ÜBER DIE PRODUKTION
Platinum Dunes verfilmt erstmals ein Originaldrehbuch: „The Texas Chainsaw
Massacre: The Beginning“ entstand als Gemeinschaftsarbeit von Michael Bay und
seinen Produzentenpartnern Andrew Form und Brad Fuller. Die drei vergleichen ihre
Teamarbeit mit der von Studenten, die ihr Projekt mit Unterstützung ihres Professors
(Bay) entwickeln und vorantreiben. Bay überwacht dabei jede Phase und hilft ihnen mit
seiner Erfahrung, seinem Instinkt, seinem Erfolg und nicht zuletzt mit seinem Gespür
für das Publikum.
„Die Firma Platinum Dunes entstand aus einer Laune heraus“, sagt Bay.„Zunächst überlegten wir, wie wir jungen Regisseuren helfen könnten, in der Branche
Fuß zu fassen. Ich gründete die Firma also mit zwei meiner besten Freunde, aber wir
ahnten nicht, welchen Erfolg wir mit unseren ersten beiden Filmen haben würden. Uns
ging es einfach nur um Filme mit geringem Budget – sie sollen selbst der Star sein,
nicht die Schauspieler. Und besonders in Horrorfilmen können sich Regisseure
austoben.“
Als die Platinum-Dunes-Filmemacher 2003 ihre neue Version von „The Texas
Chainsaw Massacre“ fertigstellten, erwarteten sie keinen sonderlichen Erfolg und
dachten nicht an weitere Filme in diesem Genre. Doch seitdem wurden sie immer
wieder auf das seltsame Gebaren der Hewitt-Familie angesprochen – ständig tauchte die
Frage auf, wie es wohl dazu kam, dass sie zu derart methodisch-gewalttätigen Killern
mutierte. Schließlich begannen Form und Fuller während der Vorbereitung zu ihrem
aktuellen Remake von „The Amityville Horror“ (The Amityville Horror – Eine wahre
Geschichte) über die Familiengeschichte der Hewitts nachzudenken und merkten, dass
diese Ursprünge einen interessanten Filmstoff abgeben.
„Die Fans wollten eine Fortsetzung sehen – so einfach war das“, sagt Bay. „Doch
ganz so einfach war es auch wieder nicht, weil dem Bösewicht ja am Ende des ersten
Films ein Arm abgeschnitten wird. Die Geschichte wäre also recht kompliziert
geworden, doch als wir uns entschlossen, lieber ein Prequel als eines der üblichen
Sequels zu drehen, ergaben sich endlose Möglichkeiten. Wir mussten uns nur selbst
etwas zügeln und nicht allzu sehr über die Stränge schlagen.“ Dazu Brad Fuller: „Andrew, Michael und ich setzten uns zusammen undüberlegten, was man aus der Familiengeschichte machen könnte. Reicht es aus, dass die
Familie aus Killern besteht? Der erste Schritt war klar: Wir brauchten einen Autor, der
uns die Einzelheiten lieferte.“
Die Filmemacher sprachen Scott Kozar an, der das Remake von 2003 geschrieben
hat, doch der war anderweitig verpflichtet. Also wandte man sich sofort an„Amityville“-Autor Sheldon Turner. Um das Projekt anzuschieben, gaben die
Produzenten Turner nicht nur eine DVD mit der Filmversion von 2003 – und mit der
Bitte, ein paar Ideen zu entwickeln –, sie trugen ihm auch auf, die Fragen zu
beantworten, die sich aus der Originalgeschichte ergeben. Zum Beispiel: Wie ist die
Familie zu dem geworden, was sie ist? Warum ist Onkel Monty doppelt amputiert?
Warum hat Hoyt keine Zähne, und wie in aller Welt konnte er jemals Sheriff werden?
Vor allem aber: Warum verhält sich Leatherface so, wie er sich verhält, und was sind
das für grausige Häute, die er trägt?
Die Produzenten reagierten begeistert auf die Ideen, die Turner entwickelte. Kurz
darauf fanden sie auch den richtigen Regisseur: Jonathan Liebesman.„Wir engagierten einen großartigen Autor“, sagt Fuller. „Und als sich das Skript
tatsächlich als sehr stark erwies, wollten wir es gleich umsetzen – deshalb war Jonathan
schon früh im Gespräch. Unsere Konferenz begann, Jonathan präsentierte seine Ideen
und zeigte uns, wie er das Drehbuch umsetzen wollte – mehr brauchten wir gar nicht zu
hören.“
Die Produzenten lernten Regisseur Jonathan Liebesman 2002 kennen, als sie mit
wenigen ausgewählten Regisseuren über das kommende Projekt des Remakes zu „The
Texas Chainsaw Massacre“ sprachen, doch Sony schnappte sich Liebesman bereits,
bevor alle Gespräche gelaufen waren – er bekam den Auftrag, „Darkness Falls“ (Der
Fluch von Darkness Falls) zu inszenieren. Man blieb in Kontakt, und er bekam auch den
zweiten Film von Platinum Dunes angeboten: „The Amityville Horror“. Aber
stattdessen engagierten die Produzenten ihn für das Sequel zu „The Texas Chainsaw
Massacre“. Obwohl Liebesman in jeder Hinsicht von den Produzenten unterstützt
wurde, war er sich nicht sicher, ob er zusagen sollte – bis er merkte, dass seine
Vorbehalte gegen ein weiteres „Chainsaw“-Projekt auch von den Produzenten geteilt
wurden.
„Der Auftrag für ein Sequel zu einem derart großartigen Film sprach mich nicht
sonderlich an, vor allem weil der Haupt-Bösewicht seine bedrohlichen Fähigkeiten
eingebüßt hat“, erklärt Liebesman. „Viel interessanter war dagegen die Aussicht, die
Ursprünge der Legende auszuloten. Als Fan des ersten Films stellte auch ich mir die
Fragen, die darin aufgeworfen werden. Bei meinem ersten Treffen mit Michael, Andrew
und Brad habe ich mein Grundkonzept zu dem neuen Film vorgestellt und brachte auch
Ideen ein, die ich gern im Drehbuch verwirklicht sehen wollte. Am Ende waren wir uns
alle einig: Der Film sollte eine Atmosphäre kreieren, die man als Vorhof zur Hölle
erlebt.“
Dazu Andrew Form: „Im Prequel geht es vor allem um die Vorgeschichte des
Killers Leatherface. Wir erleben mit, wie sich die Wut in Thomas Hewitt aufbaut, wie
sie ihn übermannt, und dann sind wir dabei, als dieser traurige Mann erstmals einen
anderen Menschen umbringt. Immer unentrinnbarer gerät Thomas in Hoyts Klauen,
während Hoyt die Fäden zieht und ihn auf sehr kalkulierte, verschlagene Art
manipuliert.“
Als man sich auf das Prequel geeinigt hatte, mussten die Filmemacher festlegen,
wie weit sie in der Familiengeschichte zurückgehen wollten.„Der Film beginnt 1969, etwa drei Jahre vor dem Originalfilm“, sagt Brad Fuller.„Das texanische Städtchen ist um einen Schlachthof entstanden, der aber stillgelegt wird– und damit stirbt auch der Ort. Wie alle anderen verliert auch Thomas Hewitt seine
Arbeit, und die Wut, die sich seit seiner Kindheit in ihm aufgestaut hat, bricht jetzt aus
ihm hervor, erstmals bringt er einen Menschen um. Dadurch sieht sich sein ebenfalls
sehr labiler Onkel gezwungen, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen und
hemmungslos zuzuschlagen.“
„Gleichzeitig fährt eine Gruppe von Kids, die ihre ganz eigenen Probleme haben,
durch Texas, und aufgrund einer Reihe grausiger Umstände stranden sie in dieser
Albtraumstadt“, fährt Fuller fort. „Als die Kids den Hewitts begegnen, kann die Familie
bereits nicht mehr zurück – sie killen einen nach dem anderen, um die Zeugen für den
ersten Mord zu beseitigen, wodurch die Situation völlig außer Kontrolle gerät.“ Forms lapidare Schlussfolgerung: „So kommt es zum Kettensägenmassaker.“ Als die Vorgeschichte stand, überlegten die Filmemacher, wie man den Film am
besten präsentiert.
„Der schwierigste Aspekt des Horrorgenres ist der Versuch, dem Stoff sein
Geheimnis zu lassen, denn wenn man das Böse erklärt oder zu ausführlich zeigt, gruselt
man sich nicht mehr“, sagt Jonathan Liebesman. „Man bewegt sich auf einem schmalen
Grat, wenn man die Irrationalität von Serienkillern zeigt – jedenfalls sollte man
vermeiden, zu viel zu erklären oder ihr Verhalten zu begründen, denn irgendwann ist
das Geheimnis aufgedeckt. Natürlich geht es letztlich genau darum: ,The Texas
Chainsaw Massacre: The Beginning‘ zeigt den Tag, an dem das Morden begann, aber
nicht allzu ausführlich die Gründe dafür.“
Bei der Vorbereitung des Prequels ging es den Filmemachern zunächst um die
Besetzung. Welche der Darsteller aus dem vorigen Film sollten wieder dabei sein?
Andrew Form behauptet, dass sein Produktionspartner Brad Fuller bei Besetzungsfragen
gern das Heft in die Hand nimmt. Sie begannen mit dem stärksten Glied in der Kette der
Kettensäge: R. Lee Ermey.
„Leider haben Horrorfilme einen schlechten Ruf, weil die Filmemacher sich
manchmal drücken und gar nicht erst Spitzendarsteller engagieren“, sagt Fuller. „Mit
Lees Besetzung setzen wir einen Qualitätsstandard, und als wir ihn engagiert hatten,
konnten wir ihn auch mit Leuten umgeben, die ein vergleichbares Talent mitbringen.
Wir haben nicht gekniffen, vermeiden die üblichen Klischees. Wir bemühten uns um Vollblutschauspieler, die dieser Familie Leben einhauchen. Sie bilden die Urzelle der
Interaktionen zwischen allen Figuren, sie müssen die Zuschauer überzeugen.“ Und Form fügt hinzu: „Lee entwickelte seine eigene Theorie über seine Figur. Als
Darsteller kennt er keine Grenzen. Immer wieder hat er mir gesagt, dass er Hoyt als den
politisch unkorrektesten Typen überhaupt spielen will. Also ist Hoyt immer wieder auf
der Suche nach Personen, die er aufs Korn nehmen kann. Vor ihm ist niemand sicher.“ Entsprechend bildet Ermeys Darstellung ein Highlight des Films. „Lee hat damals
für die unterhaltsamsten Szenen des ersten Films gesorgt“, sagt Jonathan Liebesman.„Hoyt ist wahnsinnig, man wird zunächst nicht schlau aus ihm, aber gerade dadurch
wirkt er so interessant, denn es gibt dafür keine Erklärung. Er bleibt undurchschaubar.
Lee hat persönlich sehr viel dazu beigetragen, diese Figur auszuloten und zu gestalten.“
„Er verleiht der Sache den rechten Humor“, bestätigt Michael Bay. „Besonders
bei heftigen Horrorfilmen ist es wichtig, komische Szenen einzubauen, damit dasäußerst gespannte Publikum auch mal durchatmen kann. Lee stellt Hoyt äußerst
realistisch dar, doch gleichzeitig wirkt er bizarr und auch ein bisschen komisch.“ Ermey engagiert sich leidenschaftlich für Sheriff Hoyt. „Mir gefällt es gar nicht,
wenn ich mir als Schauspieler nur als Marionette vorkomme – jemand anderer legt mir
die Worte in den Mund und zieht die Fäden, an denen ich dann zappele“, sagt der
erfahrene Schauspieler. „Ich sehe es als Aufgabe des Schauspielers an, selbst
Vorschläge zu machen und so das Skript zu verbessern. Aus meiner Sicht muss sich der
Autor um alle Figuren kümmern, während ich mich voll auf die eine konzentrieren
kann. Ich spiele gern irre, schockierende, schillernde Typen. Sprechen wir’s doch aus:
Hoyt ist ein sexuell perverser, manischer Killer. Wie soll man so etwas nochübertreiben? Bei Hoyt sind mir keine Grenzen gesetzt. Ich würde Sheriff Hoyt als die
hinterhältigste Figur einstufen, die ich je gespielt habe.“
Dazu Jonathan Liebesman: „Hoyt lockt Thomas aus seinem Schneckenhaus
heraus: Er glaubt an ihn und ermöglicht ihm, Leatherface zu werden.“ Es war also eminent wichtig, dass Ermey wieder zum Team stieß – genau wie
Marietta Marich als Luda Mae und Terrence Evans als Old Monty sowie Kathy Lamkin
als die Tea Lady, aber ebenso entscheidend war die erneute Mitwirkung von Andrew
Bryniarski als Leatherface: Er hat mit seinem Auftritt als maskierter Mörder eine ganz
persönliche Fangemeinde um sich geschart.„Diese Schauspieler haben sich voll und ganz in ihre Figuren eingelebt“, sagt
Liebesman. „Sie waren voller Ideen, weil sie vor drei Jahren manches gar nicht umsetzen konnten, und wir gaben ihnen Zeit, diese Optionen auszuloten. Heraus kamen
tolle, oft bizarre Dinge, manche konnten wir nicht mal im Film unterbringen. Aber weil
Regisseur Marcus Nispel 2003 den ersten Film sehr gut durchstrukturiert und
atmosphärisch gestaltet hat – der Film lebt vom Wechselspiel der Schauspieler und ihrer
Umgebung – und weil sie improvisieren durften, hatte jeder von ihnen bereits klare
Vorstellungen von ihrem eigenen Beitrag.“
„Marietta steht zum Beispiel schon etwa 50 Jahre vor der Kamera“, fährt
Liebesman fort. „Wer so lange im Geschäft ist, bringt immer richtig gute Ideen ein:
Inmitten der Folterqualen singt sie für Bailey, was eine der gruseligsten Szenen des
Films ergibt, und beim Vorbereiten des Essens spielt sie mit der Zunge – abgedrehte,
verrückte Ideen, die uns nie eingefallen wären und die uns bei einer Frau ihres Alters
echt überrascht haben.“
Die scheinbar harmlose Luda Mae nimmt in der Hierarchie der Hewitt-Familie
eine wichtige Position ein. „Sie ist die Einzige, die Hoyt im Zaum halten kann“, erklärt
Liebesman. „Als Egomane glaubt er die ganze Welt zu beherrschen, aber wenn er
durchdreht, erinnert Luda Mae ihn daran, dass er zwar Menschen umbringen und essen
kann, aber gefälligst auf seine Tischmanieren zu achten hat.“„Luda Mae ist die Matriarchin der ,Killerbrut‘, wie ich sie nenne“, sagt Marich,
die beim Casting einen alten Mantel ihres Mannes anzog, mit ungekämmten Haaren
auftrat und so tat, als ob sie Tabak kaute, indem sie sich Schokolade übers Kinn laufen
ließ.
„Ich lege mir immer eine Vorgeschichte für meine Rolle zurecht – ich stelle mir
also vor, Luda Mae wäre einst eine junge Obdachlose gewesen, die sich in der
Wirtschaftskrise allein durchschlagen musste“, erzählt Marich. „Als sie Thomas findet,
nimmt sie ihn mit nach Hause, obwohl er entstellt und schrecklich hässlich ist, und
beschützt ihn nach Kräften vor den grausamen Mitmenschen und der Welt da draußen.
Das ist ihr Lebensziel, und nur deshalb bleibt Luda Mae dort, wo sie ist.“ Im Gegensatz zu Luda Mae kann man dem zurückhaltenden Monty keinerlei
verborgenes Selbstbewusstsein oder leidenschaftliche Überzeugungen nachsagen. Laut
Liebesman ist Monty „der Lakai der Familie. Er sorgt dafür, dass der Schrottplatz mit
rostigem Krimskrams gefüllt wird. Er fungiert als Hausmädchen, er ist der Bruder, der
nie von zu Hause weggekommen ist, der nichts auf die Reihe bekommt, aber er dient
Leatherface auch als Versuchskaninchen bei dessen Sägeexperimenten an Fleisch und
Knochen.“
Schauspieler Terrence Evans verteidigt seine Figur: „Monty ist letztlich ein
weitgehend unschuldiger Typ – mit Hoyt und Thomas nicht zu vergleichen. Ich sehe
Monty als Nebenfigur, weil Hoyt die Szenen dominiert, in meiner Rolle reagiere ich
eher. Niemand fragt Monty nach seiner Meinung, nicht einmal Luda Mae, als sie
Thomas mit nach Hause bringt. Er passt sich also an und erträgt alles, was auf ihn
zukommt.“„Wahrscheinlich hätte sich Thomas’ Leben durchaus anders entwickeln können“,
fährt Evans fort. „Aber weil er unter dem Spott leiden musste, jähzornig ist und Hoyt
wie ein Hund hinterherläuft, gerät er total unter Hoyts Einfluss. Hoyt ist der Ersatzvater,
und ich übernehme meine Rolle als Onkel.“
In „The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ ist Leatherface eine durchaus
differenzierte Figur – eine überraschend engagierte Rolle, die sehr schwer darzustellen
ist, weil Thomas nicht sprechen kann, um seine Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche
auszudrücken. Er ist dabei völlig auf die Körpersprache und seine Augen angewiesen.„Natürlich ist es schwieriger für den Schauspieler, wenn er nicht sprechen darf“,
bestätigt Produzent Andrew Form. „Gesten und Bewegungen wirken leicht übertrieben,
der Darsteller bewegt sich also auf schmalem Grat, weil er eine Menge ausdrücken
muss. Diesen Mittelweg beschreitet Andrew Bryniarski besonders gut, weil er seine
Rolle bestens kennt. Er ist Leatherface und nimmt den Part äußerst ernst.“„Der Mann ist ein Sozialkrüppel, da gibt es keine zwei Meinungen“, sagt
Bryniarski. „Er leidet unter schweren Phobien, weil man ihm sein ganzes Leben langübel mitgespielt hat, was ihn sehr verändert, und als er das lange genug ertragen hat,
verwandelt er sich in die Person, die das Kettensägenmassaker verantwortet.“ Weil jedermann Bryniarski mit Leatherface identifiziert, muss er sich hier umso
mehr anstrengen, einen sympathischen Typen darzustellen, um das Image des
Serienkillers herunterzuspielen. „Ich habe im Lauf der Jahre jede Menge von Irrenüberzeugend gespielt, bin es also gewohnt, dass die Menschen auf Distanz zu mir
gehen“, sagt er. „Aber ich musste diese Rolle einfach spielen. Michael Bay drückt das
gern so aus: ,Die Maske wurde dir in die Wiege gelegt.‘“ |