„Wir müssen verdammt schnell raus hier, Mann – diese Dinger bringen uns
um.“ - Obergefreiter Crank
Die Carter-Familie war ihr erstes Opfer. Aber längst nicht ihr letztes...
Als Teil eines Routine-Einsatzes sucht eine Gruppe von Soldaten der National
Guard nach einem Außenposten in New Mexico, um technische
Ausrüstungsgestände bei einer Gruppe von Atom-Wissenschaftlern abzuliefern.
Als sie das einsam gelegene Forschungscamp erreichen, finden sie es auf
mysteriöse Weise verlassen vor. Als sie ein Notsignal in einer entlegenen
Bergregion orten, entschließen sie sich, die verschollenen Wissenschaftler zu
suchen. Sie haben keine Ahnung, dass die vom Schicksal gestrafte Carter-
Familie einstmals in genau diese Gegend geraten war und ein Stamm
kannibalischer Mutanten dort noch immer auf der Lauer liegt.
Doch diesmal ist eine noch verheerendere Macht des Bösen am Werk, die nichts
anderes im Schilde führt, als die rigorose Vernichtung der Soldaten. Der
Schlimmste von allen, Stammes-Patriarch Papa Hades, will die Frauen als
Gebärmaschinen nutzen, um das Überleben des Mutanten-Clans zu sichern. Die
nichts ahnenden Soldaten kommen ihren Widersachern immer näher, die wild
entschlossen sind, sie zu zerstören.
Nach einem Drehbuch von Wes Craven und seinem Sohn Jonathan Craven,
inszenierte Regisseur Martin Weisz den Fox Atomic-Schocker THE HILLS HAVE
EYES 2, der von Wes Craven, Marianne Maddalena und Peter Locke produziert
wurde. In den Hauptrollen sind Michael McMillian, Jessica Stroup, Jacob Vargas,
Flex Alexander, Lee Thompson Young, Daniella Alonso, Eric Edelstein, Reshad
Strik, Ben Crowley, Michael Bailey Smith, Derek Mears und David Reynolds zu
sehen.
In der Geschichte des modernen Horrorkinos haben wenige Filme einen so
bleibenden Eindruck hinterlassen wie Wes Cravens Kult-Klassiker THE HILLS
HAVE EYES („Der Hügel der blutigen Augen“,1977). 2005 wurde die Gruselstory
von den Filmemachern Alexandre Aja und Gregory Levasseur bluttriefend neu
inszeniert und begeisterte, erschreckte und ängstigte eine ganz neue Generation
von Horrorfans. Neben dem Erfolg an den Kinokassen gab es auch Lob von
Kritikerseite. The San Francisco Chronicle schrieb: „Wenn Studios weiterhin
Remakes klassischer Horrorfilme produzieren wollen, müssen sie es genau so
machen… THE HILLS HAVE EYES ist ein Hammer!“
Unterstützt von weltweitem Publikumsinteresse entwickelte Filmlegende Wes
Craven, gemeinsam mit seinem Sohn Jonathan, eine böse, blutige und durch die
Bank hoch-spannende Story über eine Truppe unerfahrener Nationalgardisten,
deren schlimmste Albträume wahr werden, als sie in die Fänge kannibalistischer
Mutanten geraten. Martin Weisz, dessen jüngster Film ROHTENBURG
(deutscher Originaltitel) („Butterfly: A Grimm Love Story“ – Internationaler Titel)
mit seiner expliziten Kannibalismus-Darstellung sowohl Beifall wie kontroverse
Diskussionen auslöste, empfahl sich als idealer Regisseur für das Projekt THE
HILLS HAVE EYES 2. Gemeinsam schufen Wes Craven und Martin Weisz das
ultimative Horrorerlebnis, das niemand, der es gesehen hat, jemals vergessen
wird.
DIE KÜNSTLER HINTER DER KAMERA
In seiner mehr als drei Dekaden umspannenden Karriere konnte Wes
Craven weltweit phänomenale Anerkennung für seine künstlerische Arbeit für
Kino, Fernsehen und Literatur erwerben. 1984 erneuerte er als Autor und
Regisseur des Kult-Klassikers A NIGHTMARE ON ELM STREET („Nightmare– Mörderische Träume“, 1984) das Genre des Teeny-Horror, um es im folgenden
Jahrzehnt mit der äußerst erfolgreichen Scream-Trilogie wieder zu
dekonstruieren. Die SCREAM- und NIGHTMARE-Reihen allein haben
international fast eine Milliarde Dollar an den Kinokassen eingespielt und sind ein
eindrucksvoller Beleg für Cravens unergründliches Verständnis der oftmals
unbewussten Begierden und Ängste, die der menschlichen Psyche inne wohnen.„Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, ein unwiderstehlicher Autor
und ein ausgezeichneter Regisseur“, meint THE HILLS HAVE EYES 2-
Produzent Peter Locke, der 1977 bereits den Original-Film produziert, finanziert
und vertrieben hat. Er ist der Großmeister des Horrorgenres, der schon früh
Erfolge damit feiern konnte und sich inzwischen besser damit auskennt als
irgendwer sonst.“
Cravens Karriere als Herausforderer unbewusster Ängste begann Anfang
der siebziger Jahre mit seinem Erstling THE LAST HOUSE ON THE LEFT
(„Mondo brutale“, 1972) und erreichte bereits mit seinem zweiten Film THE
HILLS HAVE EYES meisterliche Qualität. Die nervenzerreißende Story über eine
Mutanten-Sippe, die eine erbarmungslose Jagd auf Touristen in der endlosen
Wüste New Mexicos unternimmt, erreichte aus dem Stand den Status eines
Kultfilms.
Nach dem Riesenerfolg des Remakes THE HILLS HAVE EYES im Jahr
2005, schien ein Sequel unausweichlich. Vom Studio, Fox Atomic, war zu hören,
dass sie Interesse an einer Fortsetzung hatten und ich dachte, so ein Projekt
würde Spaß machen“, erzählt Wes Craven und ergänzt, „ich sagte den Studio-
Leuten, dass mein Sohn Jonathan und ich das Drehbuch in einem Monat
schreiben könnten, und sie sagten ‚ok’ und ich sagte ‚ok’.“
Obwohl Craven die Idee, das Buch gemeinsam mit seinem Sohn zu
schreiben, gut gefiel, war er doch unsicher, wie produktiv eine solche
Zusammenarbeit unterm Strich sein würde. „Es wirkte immer so, als ob ich in
dieser Welt versunken war und darin arbeitete, während Jonathan für Magazine
und Internet-Publikationen schrieb und wir hatten selten zusammen gearbeitet.
Und plötzlich war da diese Gelegenheit ... und ich hatte keine Ahnung, wie es
gehen würde. Und wissen sie was? Es war einfach cool. Er hat diesen
ungebremsten Sinn für Humor. Es gibt diesen dunklen, dunklen Humor, der
offenbar in den Genen der Cravens steckt – wir ließen es einfach laufen... Das
Buch entwickelte sich in einer Art, die uns beide überraschte und wir schrieben
die erste Fassung in ziemlich genau einem Monat. Da waren einfach zwei Leute
in einem Raum, zwei Erwachsene, gar nicht so sehr Vater und Sohn. Es waren
einfach zwei Typen, die etwas zu Ende bringen mussten. Es war eine schöne
Erfahrung, die uns einander näher gebracht hat.“
Die Produzenten von THE HILLS HAVE EYES 2 waren begeistert, dass
die beiden Cravens zusammen arbeiteten. „Wes beschloss, das Buch zu
schreiben, gemeinsam mit Jonathan – besser konnte es nicht sein“, sagt Peter
Locke. „Ich kenne Jonathan seit seinem fünften Lebensjahr und es ist herrlich,
dass es zu dieser Zusammenarbeit kam.“
Wegen der kurzen Zeit, die ihnen für das Schreiben des Drehbuchs blieb,
mussten die beiden sich an einen sehr rigiden Zeitplan halten, um den ersten
Entwurf zu beenden. „Wir entwarfen oder schrieben jeden Tag nach unserem
ersten Treffen“, erinnert sich Jonathan Craven „wir fingen bei ihm zuhause an,
warfen uns die ersten zwei Wochen Ideen zu und schrieben die grobe Linie auf.
Dann arbeiteten wir die nächsten vier Wochen in einem Hotelzimmer, um nicht
alle fünf Minuten durch Anrufe oder ähnliches unterbrochen zu werden. Wir
schrieben sieben Tage die Woche von morgens 9 Uhr bis 9 Uhr am Abend, bis
wir nach etwa einem Monat eine erste Fassung fertig hatten. Wir arbeiteten
getrennt und gemeinsam an zwei Schreibtischen in zwei aneinander grenzenden
Räumen – nahe genug, um Blickkontakt zu haben und uns unterhalten zu
können ohne zu brüllen – aber dennoch mit ausreichender Eigenständigkeit.
Jeder arbeitete für sich an den Szenen und danach tauschten wir sie aus.“
Wes Craven erklärt, wie die Storyline für den Film entstand: „Kurz
nachdem das Remake in den Kinos war, hatte ich die Idee, einen weiteren Teil
zu machen, in dem Brenda Carter, die von Emilie de Ravin gespielte Tochter der
Familie, bei der National Guard anheuert, um ihre Ängste zu verarbeiten und
schließlich zurück in die Wüste New Mexikos geschickt wird. Das klappte nicht,
weil Emilie für einen anderen Film vor der Kamera stand und keine Zeit hatte.“ Ohne die Schauspielerin der Brenda Carter zur Verfügung zu haben, um
die man eine Geschichte hätte bauen können, mussten die Cravens sich einen
anderen Aufhänger für die Fortsetzung ausdenken – einen, der den Grusel des
Vorgängers noch übertreffen sollte.
Die Beiden beschlossen, sich an den gruseligen Schlagzeilen der
Nachrichtenmedien zu orientieren. „Was im Moment passiert ist, historisch
gesehen, so wichtig – der Krieg im Irak und der Kampf gegen den Terrorismus“,
erklärt Wes Craven. „Der Widerstreit der Kulturen! Vor dem Hintergrund dieser
schrecklichen Realität, fand ich es interessant, eine Geschichte zu entwickeln, in
der amerikanische Jugendliche in Uniform gegen einen Feind kämpfen, der
vollkommen unerklärlich ist. Sie werden auf ein bestimmtes Feindbild hin
trainiert, aber dann mit etwas gänzlich Unbegreiflichem konfrontiert.“ Auch Jonathan Craven fand die Idee mit den Soldaten faszinierend. „Ich
musste diese Geschichten und Bilder von Teenagern, die in so grässliche
Situationen in Irak und Afghanistan geschickt werden, in der Fantasie
durchspielen... Der Horror, mit dem sie konfrontiert werden ist 1000-mal
schlimmer als das, was man in Horrorfilmen zeigen könnte. Und doch glaube ich,
dass ein wenig davon bereits in der HILLS-Mythologie verwurzelt ist. Das
Original spielt auf einer Militärbasis und wir dachten, das Militär sollte eine
größere Bedeutung bekommen.“
Um das Mutanten-Gemetzel der Cravens in Szene zu setzen, suchten die
Produzenten nach einem visuell wirklich innovativen Regisseur. Sie begannen
nach jemandem mit einem eigenen und originellen Sinn für Geschichten und Stil
Ausschau zu halten, einem der Gänsehaut-Suspense mit künstlerischer
Sensibilität verbinden könnte. Die Suche nach dem richtigen Kandidaten
erforderte extremen Einsatz.
„Wir suchten mit Hochdruck nach unserem THE HILLS HAVE EYES 2-
Regisseur“, erzählt Ko-Produzent Cody Zwieg. „Das Problem bestand darin,
jemanden zu finden, der Spannung und Angst aufbauen konnte, ohne die
Figuren des Films aus den Augen zu verlieren. Innerhalb von sechs Wochen
interviewten wir an die zwanzig Regisseure und nahmen schließlich drei in die
engere Auswahl.“ Nach einem intensiven und anstrengenden Auswahlprozess
fiel die Wahl auf den Deutschen Martin Weisz.
Weisz kommt aus der Werbe- und Music Video-Szene und hat Clips mit
Künstlern wie Puff Daddy, Brandy, Meatloaf und LL Cool J in Szene gesetzt.
Nach großen Erfolgen in diesem Bereich erhielt Weisz immer häufiger Angebote,
Spielfilme zu inszenieren. „Ich glaube, die Leute identifizierten mich wegen
meines Music Video-Backgrounds immer wieder mit dem Horror-Genre“, sagt
Weisz. „Ich liebe Suspense und Horror. Es ist ein wunderbares Genre, aber
leider gerät es immer mehr in die Popcorn-Ecke, um es kommerzieller zu
machen.“
Das Produktionsteam wurde auf ihn aufmerksam, als sie von seinem
provokativen und kontrovers diskutierten Film ROHTENBURG hörten. Der
psychologische Horrorthriller basiert auf der wahren Geschichte zweier Männer,
die sich im Internet kennenlernen und schließlich ein kannibalistisches Ritual
vollziehen. Erste Vorführungen des Films machten Schlagzeilen, nachdem
manchem Zuschauer einige der recht naturalistischen Szenen des Films schlecht
bekommen waren. In Deutschland wurde die Aufführung des Films verboten,
nachdem der wegen Mordes verurteilte Überlebende des Kannibalismus, auf
Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte geklagt hatte. Von der Kritik sehr
kontrovers diskutiert, gewann ROHTENBURG 2006 den Großen Preis des
Internationalen Film Festivals Luxemburg und Weisz wurde beim
prestigeträchtigen Internationalen Katalanischen Film Festival in Sitges, Spanien
als Bester Regisseur ausgezeichnet. Es scheint wie eine Ironie des Schicksals,
dass Wes Craven 30 Jahre zuvor ebenfalls in Sitges als Bester Regisseur und
THE HILLS HAVE EYES als Bester Film ausgezeichnet wurde. Kein Wunder
also, dass sich Weisz als Regisseur für Wes Cravens neuestes Werk empfahl.„Weisz ist ein Filmemacher der sicherlich keine Angst vor Kontroversen
hat“, meint Craven. „ROHTENBURG handelt von menschlichem Kannibalismus
aus sexuellen Motiven und hat allen Nervenkitzel, der Menschen den Schweiß aus den Poren treibt. Das zeigte mir, dass er keine Berührungsängste mit
heiklem Material hat. Außerdem zeichnet ihn ein großer Enthusiasmus und eine
grenzenlose Energie aus. Er ist ein sehr erfahrener Filmemacher im Bereich der
Werbe- und Musicclips. Das ist ein hartes Geschäft und verlangt ein großes Maß an visueller Fantasie.“
Das Angebot, THE HILLS HAVE EYES 2 zu inszenieren, war für Weisz
eine ziemliche Überraschung. „Ich steckte gerade in der Vorbereitung zu einem
anderen Film, als mein Agent anrief und fragte, ob ich Lust hätte das Drehbuch
zu lesen“, erinnert sich Weisz. „Ich las es dann am Wochenende. Es war wirklich
das Script, das mich für den Film begeisterte. Es war wirklich gut geschrieben
und ganz anders, als ich erwartet hatte. Ich fühlte mich sofort an einen meiner
absoluten Filmfavoriten ALIENS („Aliens – Die Rückkehr“, 1986) erinnert.
Soldaten, Höhlen, Minen, Mutanten! Ich war sofort begeistert!“ Um das Buch drehfertig zu bekommen, verbrachte Weisz viel Zeit mit dem
Produktionsteam und ging jeden Aspekt mit den Kollegen durch. „Ich sagte
Marianne, Wes, Peter und Jonathan was ich von dem Script hielt, dann trafen wir
uns alle bei der Fox und legten alle Gedanken und Einwände auf einen Haufen“,
erzählt der Regisseur. „90 Prozent davon zielten in die gleiche Richtung und so
war es nicht schwer, zu einem einheitlichen Ergebnis zu gelangen.“ |