Filminfo: The Rocker
 
     
 

Er hat, darauf besteht er, den besten Platz im Raum, direkt zwischen dem Gitarristen und dem Bassisten, ROCKER, den alle nur „Fish” nennen. Eigentlich heißt er Robert Fishman, ist Drummer der Band Vesuvius und steil auf dem Weg nach oben. Sprich: die ersten Büstenhalter fliegen schon und statt des lokalen US-Dünnbiers spendiert das Management geilen Import-Stoff. Goldene Zeiten, so scheint es, stehen an für „Fish“ und seine Jungs der 80er-Jahre Hair-Band...

Wäre da nicht dieser nichtsnutzige Verwandte des Chefs der Plattenfirma in spe, der auch gerne das Schlagzeug bearbeitet, dem auch der Sinn nach Groupies und gutem Hochprozentigen steht. Und so ist „Fish“ (RAINN WILSON) über Nacht draußen, fallengelassen von seinen besten Kumpels, verraten und verkauft – für einen schnöden Vertrag. Vorbei ist’s mit seinem heißersehnten Rock’n’Roll-Traum von zertrümmerten Hotelzimmern und zerwühlten Hotelbetten.

 

20 Jahre später. Vesuvius ist immer noch mega-angesagt, „Fish“ dagegen mega-out. Nicht einmal seinen Job in einem Call-Center kann er halten. Was dazu führt, dass er kein Geld für seine Miete hat und bei der Schwester im Dachboden einziehen muss. Was für eine Schande. Und dann kommt doch tatsächlich noch sein feister, Keyboard-spielender Neffe Matt (JOSH GAD) daher und bittet ihn, als Schlagzeuger ihrer Band A.D.D. beim Abschlussball „auszuhelfen“. Entrüstet lehnt „Fish“ ab... und sagt dann doch noch zu.

Und plötzlich ist das alte Rock’n’Roll-Fieber wieder da. „Fish“ setzt alle Hebel in Bewegung, um A.D.D. bekannt zu machen, er will mit Matt, dem melancholischen Gitarristen Curtis (TEDDY GEIGER) und der ernsten Bassistin Amelia (EMMA STONE) die Charts stürmen. Ein schwieriges Unterfangen. Denn wie geht man mit Teens auf Tour? Wie kommt man gegen deren strenge Eltern an? Wie erregt man das Interesse der Label-Bosse?

Nur so viel sei verraten: Ein kleiner trommelnder Nacktauftritt auf YouTube wirkt da wahre Wunder...

Mann, das war der Tag! Ich hinter meiner Batterie, rechts der Gitarrist, links der Bassist und vor mir die johlende Menge – von der Braut, die mir ihren verschwitzten Büstenhalter zugeschossen hat, träum’ ich noch heute. Und von dem geilen Gig in dem abgefahrenen Club natürlich auch. Wer ich bin? Robert Fishman, aber alle nennen mich „Fish“. Ich bin Schlagzeuger von Vesuvius. Richtig, die Jungs, die so richtig durchgestartet sind: Mega-Alben, Mega-Weiber, Mega-Tourneen, Mega-Cash...

Warum Sie mich nicht kennen? Weil ich nicht mehr hinter den Drums sitze, vielleicht... Weil ich nicht mehr dabei bin... Vor zwanzig Jahren hat mich unser Manager, dieser... dieser... , ach schade um jedes Wort... GEFEUERT! Weil so ein Arsch-Verwandter vom fetten Labelboss ans Schlagzeug, sprich, die Groupies wollte. Weg war ich. Hätt’s mir gleich denken können, dass was faul ist, als unser Manager, der Geizkragen, uns nach dem Auftritt im Club Import-Stoff spendiert hat, statt der üblichen US-Dünnplörre.

Aus war’s mit dem Rock’n’Roll-Traum. Auf gammligen Luftmatratzen hab’ ich seitdem genächtigt, auf durchgekofferten Second-Hand-Sofas statt mit Liv-Tyler-Lookalikes in Luxus-Hotelbetten. Sprich: Groupies Fehlanzeige, nicht einmal die Schlampe an der Kasse von Burger Heaven hat mich rangelassen. 20 Jahre ist das her. Und seit ich auch noch meinen Job im Call-Center verloren habe, wohn’ ich bei meiner Schwester auf dem Dachboden. Das Ende sagen Sie? Aus die Maus... Ha, da kennen Sie den alten „Fish“ aber schlecht...

Denn kürzlich ist doch mein feister, Keyboard-spielender Nerd-Neffe Matt zu mir gekommen und hat mich gebeten, ja fast angefleht, als Schlagzeuger seiner Band A.D.D. beim Abschlussball „auszuhelfen“. Na, dem hab’ ich die Meinung geblasen... und dann doch zugesagt. Man muss ja auch mal ein Herz für Loser haben. Na ja, ums kurz zu machen, das alte Rock’n’Roll-Fieber ist wieder in mir erwacht. Curtis, unser Gitarrist, hat ja ganz gute Tunes drauf, und unsere Bassistin Amelia, der Sauertopf, eine gute Slowhand... und einen recht knackigen Hintern. Natürlich nichts im Vergleich zum Arsch von Curtis’ Ma – ich sage nur Rock’n’Roll und Roll und Roll...

Apropos Arsch. Ich lauf’ mir da die Hacken wund, putz’ Türklinken, um einen Auftritt zu organisieren. Nix geht. Ich telefoniere, bitte, bettle... Da landet doch mein nackter Arsch im Internet. Ich weiß nicht wie... auf YouTube. Ja, genau, der trommelnde Hintern bin ich. Und plötzlich wollen alle A.D.D. sehen...

 
     
 
 
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