Filminfo: Tödlicher Anruf
 
 

Deutscher Kinostart: 20. März 2008

„Wie hört sich das an, wenn du stirbst?“ In dem gespenstischen Thriller „Tödlicher Anruf“ erhalten mehrere Studenten Anrufe, die ihren Tod ankündigen. Die Handy-Nachrichten lassen sich zwar löschen, aber dennoch sterben die Opfer. Beth Raymond (Shannyn Sossamon) ist völlig verstört, als sie innerhalb weniger Tage das grausige Sterben zweier Freunde miterleben muss. Sie weiß, dass beide schockierende Handy-Nachrichten erhalten hatten – entsetzliche Aufnahmen der letzten Sekunden ihres Lebens. Unbegreiflicherweise erhielten sie diese Aufnahmen schon Tage vor ihrem Tod, aber sie starben dann exakt so, wie die Anrufe es angekündigt hatten.

Die Polizei hält Beths Vermutungen für Wahnvorstellungen – mit Ausnahme von Detective Jack Andrews (Ed Burns). Seine Schwester ist bei einem merkwürdigen Unfall ums Leben gekommen, der auffällige Parallelen zum Tod von Beths Freunden aufweist. Fieberhaft versuchen Jack und Beth nun, das Geheimnis der unheimlichen Anrufe zu enträtseln. Doch als sie der Wahrheit auf die Spur kommen, beginnt auch Beths Handy die grässliche Melodie zu spielen, und auf dem Display steht zu lesen: „Unbeantworteter Anruf“…

 

Der harmlose Begriff „Unbeantworteter Anruf“ ist heute weit verbreitet, seit Handys zu unserem Alltag gehören. Wenn die beiden Worte auf dem Display erscheinen, reagiert man neugierig oder frustriert – doch für Beth Raymond und ihre Freunde bedeuten die Worte nichts als blankes Entsetzen. „Welches Grauen könnte ein böser Geist entfesseln, wenn er sich über Handy-Signale bemerkbar machen würde?“, fragt sich Regisseur Eric Valette. „Das Konzept ist einfach, aber was mich an diesem Projekt fasziniert, ist das tiefgründige, zeitlose Thema der Story.“

„One Missed Call“ (Tödlicher Anruf) beruft sich auf den Roman „Chakushin Ari“ des berühmten japanischen Autors Yasushi Akimoto. Schon 2003 wurde das Buch vom renommierten japanischen Regisseur Takashi Miike verfilmt.

Zum Remake des erfolgreichen japanischen Thrillers für das weltweite Publikum sagt Produzentin Jennie Lew Tugend: „Gespenstergeschichten sind überall auf der Welt beliebt. Dass jemand unschuldig sterben muss und sein Geist keine Ruhe findet, ist in allen Kulturen nachvollziehbar. Und die Vorstellung, dass uns das Gespenst Angst einjagt und uns umbringen will, verunsichert uns nachhaltig.“ „Auch ohne Gewaltszenen ist dieser Film zum Fürchten“, sagt Produzent Andrew A. Kosove. „Gruselig wird er durch unerwartete Ereignisse, die uns psychisch schockieren.“

„Indem wir ein ruheloses Gespenst mit der Handy-Technik kombinieren, variieren wir das klassische Geistergenre auf zeitgemäße Art“, sagt Produzentin Lauren C. Weissman. „Das Konzept eines ,Todesanrufs‘, einer Handy-Nachricht, die den Tod des Opfers in drei Tagen ankündigt, ist gruselig, macht aber auch Spaß.“ Dazu meint Produzent Broderick Johnson: „Bei diesem Anruf erklingt nicht der übliche Klingelton, und wenn man die Nachricht abruft, stellt man entsetzt fest, dass man den eigenen Tod mitanhört.“

Bei der amerikanischen Aufbereitung des japanischen Vorbilds zu „One Missed Call“ verließen sich die Filmemacher auf das Talent des Romanschriftstellers und Drehbuchautors Andrew Klavan – er ist ein Fan des japanischen Horrorgenres („J-Horror“). Klavan erinnert sich: „Produzent Scott Kroopf schickte mir die DVD mit dem Originalfilm. Ich war damals gerade auf Reisen und schaute mir die DVD auf meinem Laptop im Hotelzimmer an. Am Ende war ich derart verängstigt, dass ich mir die Hand vor Augen hielt und zwischen meinen Fingern weiter zusah. Ich wollte vorspulen, aber es gelang mir nicht – ich war einfach fasziniert.“

Klavan musste nun das Kunststück fertigbringen, den Stoff strukturell dem westlichen Sehverständnis anzupassen, ohne die Essenz des Originals zu verwässern: „Das Konzept von ,One Missed Call‘ spricht zwar das Publikum in allen Ländern und Kulturen an, aber der Originalfilm setzt voraus, dass die Zuschauer moderne japanische Legenden und andere kulturell spezifische Traditionen des Übernatürlichen kennen, die Ausländern kaum geläufig sind. Das brachte mich auf die Idee, diese Elemente durch Bilder und Ideen zu ersetzen, die amerikanische Zuschauer wiedererkennen – und die ihnen Angst und Schrecken einjagen.“

Dazu Kroopf: „Wir haben uns an das ursprüngliche Konzept gehalten, aber die Story überarbeitet. Denn wir erkannten, dass sich japanische Zuschauer manchmal gruseln, wo westliche Zuschauer eher unbeeindruckt bleiben. Meist differieren amerikanische und japanische Filme im Tempo – wir benötigten daher auf jeden Fall einen Regisseur, der mit diesen Unterschieden umzugehen weiß.“

Tugend fügt hinzu: „Bei unserer Suche nach einem Regisseur stießen wir auf Eric Valettes französischen Thriller ,Maléfique‘ (Maléfique – Psalm 666). Der Film handelt von einer Gruppe von Häftlingen in einer Gemeinschaftszelle. Sie finden ein Buch mit Zaubersprüchen und versuchen diese für die Flucht zu benutzen, aber das läuft nicht wie geplant. Wir staunten über Erics meisterliche Erzählstruktur, die sich auf diesen kleinen Raum beschränkt – während des Films krallten wir uns gebannt an unseren Sitzen fest.“

Dazu sagt Kosove: „In dem Film gelang es Eric, die intensive, geheimnisvolle Spannung mit einem Minimum an Aufwand zu erzeugen. Sein Regiestil ist von hervorragendem Handwerk geprägt, das von soliden, mitreißenden Schauspielerleistungen ergänzt wird. Deshalb waren wir sehr zuversichtlich, dass Eric auch diesen neuen Stoff ganz unverwechselbar gestalten würde.“„Schon bei unseren ersten Konferenzen gab Eric die Richtung vor, um ein Konzept für den Film zu erstellen“, erinnert sich Johnson. „Er formulierte umfangreiche Anmerkungen, die er uns allen zukommen ließ. Außerdem zeichnete er Storyboards und stellte Anschauungsmaterial zusammen, um uns seine Vision des Films zu präsentieren.“ Kroopf fügt hinzu: „Eric wusste ganz präzise, wie er mit den Figuren umgehen muss, wie sie interagieren, um die in der Story angelegte Atmosphäre der Bedrohung, des Entsetzens zu maximieren. Er ging sehr entschieden vor und wusste genau, was er wollte.“

„Das Publikum eines solchen Films bringt eine gewisse Erwartungshaltung mit“, berichtet Weissman. „Es mag Horrorfilme, aber unterm Strich ist dies zusätzlich eine Geistergeschichte. Eric hat das begriffen und schuf ein Filmereignis, das die Spannung im Lauf der Handlung ständig steigert.“ Über sein amerikanisches Regiedebüt sagt der französische Regisseur: „Für mich hat ,One Missed Call‘ (Tödlicher Anruf) die Atmosphäre der Horrorfilme der 1970er-Jahre, die ich ganz besonders schätze. Im Mittelpunkt stehen die Figuren, und das Ende kann man überhaupt nicht vorhersehen. Gleichzeitig ist die Story sehr modern – sie spielt in der Gegenwart, in der praktisch jeder ein Handy besitzt. Doch wir in unserer Welt sind offenbar nicht die Einzigen, die mit dieser Technik umgehen können.“

 
     
 
 
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