Bis heute sind die Meere für den Menschen eine Welt voller Geheimnisse und Schönheit geblieben. Jenseits der Meeresoberfläche und bis in unberührte Tiefen hinein, entführt UNSERE OZEANE in eine Welt der Vielfalt und Harmonie des Lebens. Von den majestätischen Walen, über die schillernden Heringsschwärme bis hin zu den bizarr geformten Lebewesen der Tiefsee, folgt UNSERE OZEANE den Bewohnern der Weltmeere: denjenigen, die wir kennen, denjenigen, über die wir bislang nur wenig wissen und den vielen, die wir nun erst entdecken.
Nach „Unsere Erde“ kommt mit UNSERE OZEANE erneut ein einmaliges Kinoerlebnis auf die Leinwände: Eine ebenso sinnliche wie faszinierende Dokumentation, die in die geheimnisvollen und unbekannten Tiefen unserer Weltmeere entführt: eine Kino-Symphonie über die Ozeane, den Ursprung allen Lebens.
UNSERE OZEANE macht die Unterwasserwelt aus einer Perspektive erlebbar, die bislang unzugänglich war und öffnet den Blick für die großen Zusammenhänge des Lebens. Nach den Publikumserfolgen „Nomaden der Lüfte“ und „Mikrokosmos“ begeben sich die Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud mit ihrer Dokumentation auf eine Entdeckungsreise in die noch weitgehend unerforschte und faszinierende Welt der Ozeane. Vier Jahre befanden sie sich mit einem Team von Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern auf einer einzigartigen Entdeckungsreise, immer auf der Suche nach dem Unerwarteten. Dank modernster Ausrüstung und Kameratechnik sind dabei beeindruckende Bilder über das geheimnisvolle Innenleben der Ozeane entstanden, dem größten und artenreichsten Lebensraums unseres Planeten. Bilder, die noch nie so zu sehen waren und deren atemberaubende Schönheit man nicht so schnell vergessen wird.
Der bewegende Soundtrack stammt von Bruno Coulais, der bereits die Musik von u.a. „Mikrokosmos“ und „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ schrieb.
Man könnte sich auf Zahlen berufen. Darauf, dass sieben Zehntel der Erdoberfläche von den Weltmeeren bedeckt sind. Dass 70% des Sauerstoffs, den wir einatmen, von der Meeresflora produziert wird. Oder dass ein gutes Drittel der Weltmeere 4000- 5000 Meter tief ist. Informationen, die gewiss notwendig, ja unabdingbar sind, denn noch immer wissen wir zum Beispiel deutlich mehr über die dunkle Seite des Mondes als über die Tiefen unserer Weltmeere. Das Meer, schrieb einst Jules Verne, sei nicht nur „Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“ Deshalb reichen trockene Fakten vermutlich kaum aus, um die Welt der Ozeane zu begreifen, um die Meere in ihrer ganzen atemberaubenden Schönheit und ungebändigten Wildheit (neu) kennenzulernen. Vielleicht gelingt das tatsächlich erst, wenn sich Mensch wie ein Fisch im Wasser fühlt...
Meeresrauschen. Immer lauter, immer bedrohlicher. Wild schäumende See und metertiefe Wellentäler. Sturm an der Küste der Bretagne. Salzige Luft in der Nase, kalter Wind auf der Haut. Gischt sprüht, die Granitfelsen an der Grenze zwischen Ozean und Landmasse trotzen dem ewigen Angriff heranrollender Brecher. Chaos. Lärm. Gefahr. Raue Bilder wie vom Anbeginn der Zeit, als die Meere entstanden...
Dann durchbrechen wir die Oberfläche, geraten auf die andere Seite des Spiegels, tauchen hinab in eine geheimnisvolle, blaue Welt der Stille, der Wunder, des Verborgenen. Eine seltsame, urzeitliche Kreatur schwimmt gemächlich vorbei. Ein Leguan. Auf Futtersuche kann er nur begrenzte Zeit im Meer verbringen. Danach muss er sich wieder in der Sonne aufwärmen. Zurück an Land, spiegelt sich im Auge des Leguans der Feuerschweif eines Raumschiffs beim Start ins All. Der Weltraum und das Meer: In mancher Weise sind sie Brüder. Hier wie dort unendliche Weiten. Schwerelosigkeit. Dunkelheit. Milliarden Jahre alte Sterne. Die Ewigkeit in einem Wassertropfen. Quallen – wie phosphoreszierend leuchtende Wesen von einem anderen Planeten. Aliens, rätselhaft und aus kosmischer Tiefe kommend.
Plötzlich Tiere, die uns deutlich näher sind. Jagende Delfine. Sie springen aus dem Wasser, vollführen akrobatische Figuren. Es wirkt spielerisch, vertraut. Nicht so gnadenlos wie jene Vögel, die – Flügel angelegt und spitzer Schnabel voraus – Torpedos gleich aus der Luft hinabstürzen und messerscharf die Wasseroberfläche durchschneiden. Dem Rausch der Geschwindigkeit verfallend. Oder dem Blutrausch.
Und dann wieder: Stille. Die Eleganz eines Rochens bei seinem Flug durchs endlose Blau. Tintenfische, so unfassbar schön wie rote Seidentücher, die eine unsichtbare Hand durchs Wasser zieht. Fischschwärme – wundersam rotierende, unbegreiflichen Gesetzen gehorchende Turbinen aus Silber, die wie eins wirken und sich doch aus zahllosen Einzelwesen zusammensetzen. Robben am Strand, ganz entspannt beim Mittagsschlaf. Die Grazie tonnenschwerer Walfische, die zu ihrem eigenen Vergnügen ein Unterwasserballett aufführen. Eine schwarze dreieckige Flosse pflügt durchs Wasser, zieht in Ufernähe ihre Bahnen: Haie und Orcas sind hungrig und kennen kein Mitleid. Stillt hingegen ein Wal seinen Appetit, wirkt das längst nicht so furchterregend, gemahnt viel eher an einen Schaufelbagger, der sich gemütlich durch Fischschwärme ackert.
Grausamkeit und Schönheit – unter Wasser liegen sie nicht mal einen Flossenschlag auseinander. Hier unten gibt es alles: alle Formen, alle Farben, eine unübersehbare Vielfalt. Der Ozean – ein riesiger Freiraum ohne Grenzen. Doch er ist in Gefahr. In den kilometerlangen Netzen, die der Mensch herablässt, verfangen sich Schildkröten, Delfine und andere Meeressäuger. Und ertrinken jämmerlich. In dem nassen Element, das ihr angestammter Lebensraum ist. Und in dem der Leguan, wie vor Urzeiten, auch heute noch zu Hause ist. So wie hoffentlich in Jahrmillionen...