Filminfo: Whatever works  
 

Kinostart: 3. Dezember 2009

Das von chronischem Pessimismus geprägte Weltbild des gescheiterten Physik-Professors Boris Yellnikoff (LARRY DAVID) wird noch schwerer erschüttert, als ihm vor seiner New Yorker Wohnung die junge Ausreißerin Melody (EVAN RACHEL WOOD) in die Arme fällt. Mit naiver Selbstverständlichkeit quartiert sich die Schönheit aus Mississippi bei dem paranoiden Besserwisser ein und verliebt sich in ihn, was in eine ungleiche, aber erstaunlich erfüllte Ehe mündet. Doch die Ankunft von Melodys sittenstrengen Eltern (PATRICIA CLARKSON und ED BEGLEY JR.) stört die vermeintliche Idylle und führt zu einer chaotischen Kette von romantischen Verwicklungen, an deren Ende die Erkenntnis steht: Keine Konstellation ist zu absurd, wenn sie nur glücklich macht.

Nach mitreißenden Liebesgeschichten in London („Match Point“) und Barcelona („Vicky Cristina Barcelona“) siedelt der dreifache Oscar®-Gewinner Woody Allen seine neue romantische Komödie in seiner Heimatstadt an: WHATEVER WORKS ist eine Liebeserklärung an New York, seine exzentrischen Bewohner und die glückliche Macht des Zufalls. Im Mittelpunkt steht der Misanthrop Boris Yellnikoff, in seiner schrulligen Einsamkeit und seinem brillanten Weltschmerz ein klassischer Allen-Charakter. Vor allen Dingen ist WHATEVER WORKS aber ein Plädoyer für Gelassenheit, Toleranz, Authentizität und Sex: Egal wie – Hauptsache, es funktioniert.

Neben Comedy-Star Larry David („Lass es, Larry! – Curb Your Enthusiasm“) als Boris Yellnikoff spielen die mehrfach ausgezeichneten Darstellerinnen Evan Rachel Wood („The Wrestler“, „Dreizehn“) und Patricia Clarkson („Vicky Cristina Barcelona“, „Pieces of April“) in Woody Allens 40. Film als Regisseur, der das diesjährige Tribeca Film Festival in New York eröffnete.

Seine Karriere ist gescheitert, seine Ehe zerbrochen, auch einen Selbstmordversuch hat Boris Yellnikoff bereits hinter sich. Nach dieser Serie von Fehlschlägen verbringt der exzentrische Eigenbrötler seine Zeit vor allem mit nörglerischen Tiraden gegen seine Umwelt und das Leben im Allgemeinen. Sein Geld verdient er mit Schachstunden für Kinder, die er genauso regelmäßig beleidigt wie seine immer noch loyalen Freunde. Vor Jahren war Boris Professor für Quantenmechanik an der Columbia University und hatte ernsthafte Aussichten auf den Physik-Nobelpreis.

Geblieben ist ihm die Überzeugung, ein verkanntes Genie zu sein und als einziger die Sinnlosigkeit allen menschlichen Strebens zu verstehen – zusammen mit dem tiefschwarzen Chaos des Universums. Was man ihm nicht absprechen kann, ist mangelnde Selbsterkenntnis: „Ich bin kein Wohlfühl-Mensch“, sagt Boris über sich selbst.

selbst. Vor nicht allzu langer Zeit führte Boris mit seiner schönen, intelligenten Ehefrau Jessica ein Bilderbuchleben inklusive noblem Uptown-Apartment. Seine beruflichen und privaten Privilegien änderten jedoch nichts an seinem chronischen Weltschmerz. Eines Nachts, mitten in einem Streit mit Jessica, stürzt er sich aus dem Fenster. Zu seiner großen Enttäuschung landet er auf einem Vordach und überlebt. Anschließend lässt er sich von Jessica scheiden und zieht nach Downtown. Eines Nachts begegnet er vor seiner Haustür der jungen Ausreißerin Melody St. Ann Celestine, die ihn bekniet, sie für ein paar Tage bei sich aufzunehmen. In einem untypischen Anflug von Mitgefühl willigt Boris zögernd ein. Melody entpuppt sich als naiver Unschuldsengel aus Mississippi, der Boris' sarkastische Kommentare beim Wort nimmt. Boris macht ihr klar, dass sie in ihrer gutgläubigen Einfalt keinen Monat in New York überleben wird – dennoch könne sie ein paar Nächte bei ihm unterkommen.

Die Zeit vergeht, Melody fühlt sich wie zu Hause, hat Boris zu ihrem Mentor erkoren, strengt sich an, seine Ansichten zu übernehmen und macht vor allem keine Anstalten auszuziehen. Zudem bewährt sie sich als Pflegerin: Bei seinen regelmäßigen Panikattacken beruhigt sie Boris und verordnet ihm Filme von Fred Astaire. Die unfreiwillige Wohngemeinschaft gipfelt in Melodys Geständnis, sie habe sich in Boris verliebt, was den vergrämten Eigenbrötler hilflos erwidern lässt, sie solle sich einen Freund in ihrem Alter suchen. Ein entsprechender Verehrer lässt nicht lange auf sich warten: In ihrem Job als Hundesitterin trifft Melody Perry. Obwohl Melody das Gespräch mit wirren Zitaten aus Boris' Weltuntergangsphilosophie bereichert, ist er hingerissen und erhält ein Date. Inzwischen merkt Boris, dass er einerseits hofft, durch Perry von Melody „erlöst“ zu werden, andererseits gesteht er seinen Freunden Joe und Leo, dass er das Mädchen inzwischen „leidlich attraktiv“ finde.

Das Date verläuft anders als geplant: Melody findet nichts an Perry und seinen langweiligen Freunden – zumal niemand das Geringste über Quantentheorie wusste! Als sie Boris von der Pleite erzählt, trifft ihn eine Art Glücksschlag: Plötzlich will er den Zufallsfaktor akzeptieren, der ihm so jemand Ungleichen wie Melody zuführte. Boris und Melody heiraten und beginnen ein für beide Seiten überraschend erfüllendes Leben. Ihre Fröhlichkeit tut ihm gut, und sie ist stolz, Frau eines „Genies“ zu sein. Ein Jahr später stört das plötzliche Auftauchen von Melodys Mutter Marietta die eheliche Harmonie jedoch empfindlich. Die bigotte, sittenstrenge Südstaatlerin ist gleichzeitig auf der Suche nach ihrer Tochter und auf der Flucht vor ihrem untreuen Ehemann, der sie mit ihrer besten Freundin betrog. Als sie Melodys neue Lebensumstände aufspürt, inklusive des um Jahrzehnte älteren und vergrämten Ehemanns, fällt sie zunächst in Ohnmacht.

Doch sie bleibt und findet allmählich Gefallen an New York, insbesondere Boris' Freund Leo und einem jungen Mann namens Randy Lee James, den sie unbedingt als Ersatzschwiegersohn gewinnen will. Während eines Rendezvous mit dem hingerissenen Leo Brockman zeigt Marietta dem Philosophie-Professor ein paar Fotos aus ihrem Portemonnaie. Dieser erkennt sofort die Handschrift einer begabten Künstlerin – und Mariettas Qualitäten auf einem anderen Gebiet. In kürzester Zeit entwickelt sich die einstige Moralistin zu einer Cutting-Edge-Fotografin und zum leidenschaftlichen Mitglied einer offenen ménage à trois mit Leo Brockman und ihrem Galeristen Al Morgenstern. Nebenher arrangiert Marietta ein „Zufallstreffen“ zwischen Randy Lee James und Melody.

Als ihr der junge Schauspieler seine Verliebtheit gesteht, gibt ihm Melody zunächst keine Chance, verändert aber ihr Verhalten gegenüber Boris. Als dieser wieder einmal über den Zustand der Welt herzieht, bezeichnet sie das als infantiles Verhalten und provoziert den depressiven Gatten mit ersten Versuchen einer eigenen Meinung. Währenddessen inszeniert die unermüdliche Marietta eine zweite Begegnung zwischen Melody und Randy, diesmal mit romantischen Folgen auf Randys Hausboot. Um die Konstellation noch komplizierter zu machen, trifft Melodys Vater John bei Melody und Boris ein, wild entschlossen, seine Frau und Tochter nach Hause zu bringen.

Trotz Melodys und Boris’ Warnungen, dass Marietta sich entscheidend weiterentwickelt habe, will John sie treffen. Schauplatz des bizarren Wiedersehens wird ihre Vernissage, auf der John einsehen muss, dass sie tatsächlich nicht mehr die Gleiche ist. Desillusioniert gesteht er sich seine Niederlage ein. Melody überwindet sich schließlich, Boris mitzuteilen, dass sie sich in einen jüngeren Mann verliebt habe: Obwohl das Leben manchmal grausam sein kann, vermisse sie es, daran teilzunehmen. Boris' Reaktion ist eisig, ein letztes Mal zweifelt er an ihrer Zurechnungsfähigkeit und überhaupt: Wenn das Universum ohnehin zusammenbreche, warum dann ihre Beziehung nicht gleich mit?

In der gleichen Nacht ertränkt John seinen Liebeskummer in einer Bar und beginnt ein Gespräch mit einem anderen traurigen Mann, Howard Cummings. Die Wellenlänge stimmt, und je mehr Alkohol fließt, desto mehr erkennt John, dass seine Frau nie wirklich attraktiv für ihn war, eher ein Mitglied seines Football-Teams. Worauf Cummings die nächste Runde bestellt... Ohne Melody und seines letzten Rests Lebensfreude beraubt, bleibt Boris erneut nur der Weg durch eine Fensterscheibe. Doch wieder verhindert eine Laune des Schicksals das Schlimmste: Boris landet auf einer Frau, die seinen Sturz abfängt. Als er Helena im Krankenhaus besucht, erfährt er, dass sie Dummheit gegenüber ebenso intolerant ist wie er.

Und noch besser: Sie ist Hellseherin. „Warum hast du dann nicht vorhergesehen, dass ich auf dich fallen würde?“, fragt er. Sie antwortet: „Vielleicht habe ich es ja.“ Je mehr ungewöhnliche Kombinationen sich bilden, verändern und neu zusammenstellen und je mehr die Protagonisten feststellen, was ihre Sehnsüchte wirklich erfüllt, desto mehr wird klar: Romantik kennt keine Regeln. Echte Beziehungen müssen flexibel und realistisch sein. Auch wenn Dinge manchmal merkwürdig scheinen: Was auch immer sich bewährt, wird uns durchs Leben bringen.

 
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