Jagen. Sammeln. Schlafen. Es muss doch mehr im Leben geben – selbst in der Steinzeit. Das denkt sich jedenfalls der großmäulige Paläolithikum-Bewohner Zed (JACK BLACK), der als Jäger eine echte Niete ist und bei seinem Schwarm Maya (JUNE RAPHAEL) ebenso wenig eine Chance hat wie der schüchterne, sensible Oh (MICHAEL CERA) bei der hübschen Eema (JUNO TEMPLE). Dann nascht Zed auch noch eine Frucht vom Baum der Erkenntnis – und wird aus dem Dorf verbannt. Eher aus Versehen schließt sich Oh an … und die beiden ungleichen Helden starten zu einer ereignisreichen, abenteuerlichen Odyssee.
Nachdem sie den Brudermord von Kain (DAVID CROSS) an Abel (PAUL RUDD) mit ansehen mussten, den biblischen Urvater Abraham (HANK AZARIA) kennengelernt haben und auch noch Zeugen der ersten historisch verbürgten Beschneidung geworden sind, landen Zed und Oh in Sodom. Hier nehmen sie an irritierenden Orgien teil und müssen feststellen, dass Maya und Eema ausgerechnet hierhin als Sklavinnen verschleppt wurden. Die beiden zögern nicht – sie müssen ihre beiden Herzdamen aus diesem Sündenpfuhl befreien. Und der Aufschneider Zed und der zurückhaltende Oh müssen sich jetzt als echte Helden erweisen …
Woher kommen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Und warum beschneidet ein Mann das Geschlechtsteil seines Sohnes? Solchen existenziellen Fragen widmet sich die Komödie YEAR ONE – ALLER ANFANG IST SCHWER, in der zwei unbedarfte Steinzeit-Genossen auf einen ganz besonderen Streifzug durch die Menschheits- und Religionsgeschichte gehen. Unter der Regie der Comedy-Legende Harold Ramis (Animal House – Ich glaub, mich tritt ein Pferd, 1978; Groundhog Day – Und täglich grüßt das Murmeltier, 1993) gehen Jack Black (Tropic Thunder – Tropic Thunder, 2008) und Michael Cera (Superbad – Superbad, 2007) auf einen abenteuerlichen und vor allem hysterisch-komischen Road-Trip, nach dem die Geschichte vom Beginn der Zeitrechnung neu geschrieben werden muss.
Neben seinen versierten Hauptdarstellern standen Ramis bei YEAR ONE – ALLER ANFANG IST SCHWER auch hinter der Kamera echte Comedy-Genies zur Seite: Für die Produktion zeichnet der Autor, Regisseur und Produzent Judd Apatow (The 40-Year-Old Virgin – Jungfrau (40), männlich, sucht…, 2005; Pineapple Express – Ananas Express, 2008) verantwortlich, das Drehbuch schrieb Ramis zusammen mit Gene Stupnitsky und Lee Eisenberg, den Masterminds hinter der US-Ausgabe der Comedy-Serie „The Office“. Zusammen schufen sie ein wahres Gag- Feuerwerk aus lakonischem Humor und handfestem Slapstick, das munter und respektlos Motive aus der Steinzeit, dem antiken Rom und der Bibelgeschichte zu einem modernen Komödienklassiker verbindet: YEAR ONE – ALLER ANFANG IST SCHWER.
Am Anfang herrschte gähnende Leere. Dann hatte Harold Ramis eine Idee. „Ich dachte an die beiden Dinge im Comedy-Genre, die ich am meisten liebe“, sagt der Autor, Regisseur und Produzent. „Eines ist Mel Brooks’ ,The 2000 Year Old Man‘ (1975), das andere ein Improvisationssketch, den ich vor ungefähr 35 Jahren mit John Belushi und Bill Murray inszeniert habe. Bill spielte einen Cro-Magnon-Menschen mit einer sehr zeitgemäßen, hippen Einstellung, John einen idiotischen Neandertaler. Für YEAR ONE – ALLER ANFANG IST SCHWER bestand meine Inspiration darin, jemand mit einem modernen Bewusstsein in eine sehr altertümliche Umgebung zu verfrachten.“
Und so kam ihm die zündende Idee für YEAR ONE – ALLER ANFANG IST SCHWER. Ramis beschreibt den Film in seinen eigenen Worten folgendermaßen: „Zwei unschuldige, ahnungslose Jäger und Sammler aus dem Paläolithikum, Zed und Oh, werden aus ihrem paradiesischen Garten Eden vertrieben und gehen auf die Suche nach dem, worum es im Leben geht.“
Niemand anderer als Jack Black verpflichtete sich als Erstes für diese Wanderung. „Zed lebt sein Leben als Stammeszugehöriger in seinem primitiven kleinen Dorf voller Jäger und Sammler“, sagt er. „Aber er fragt sich, ob es nicht mehr im Leben gibt als jagen, sammeln und schlafen.“
Seine Begleitung auf diesem ersten Road-Trip der Geschichte ist der von Michael Cera gespielte Oh. Während Zed sehr offensiv seine Suche nach dem Sinn des Lebens verfolgt, wird Oh eher unfreiwillig – und mit lautstarkem Widerstand – in diese Sache hineingezogen. „Wir haben diese Figur, Oh‘ genannt, weil er ständig reagieren muss – auf das Leben und all das, was für ihn eine Bedrohung darstellt. Und er leidet eine ganze Menge im Laufe des Films“, grinst der Regisseur.
Als Leiter des Projekts kam der Produzent Judd Apatow mit an Bord, der zum ersten Mal mit Ramis zusammenarbeitet. „Die Gelegenheit, mit Harold Ramis zu arbeiten, war ein Traum, der wahr geworden ist“, sagt Apatow. „Zu den Höhepunkten meiner Kindheit zählte es, mit meinen Freunden ins Kino zu gehen und Stripes (Ich glaub, mich knutscht ein Elch, 1981), Ghostbusters (Ghostbusters – Die Geisterjäger, 1984), Caddyshack (Caddyshack, 1980) und Animal House (Ich glaub, mich tritt ein Pferd, 1978) zu sehen. Er ist eine meiner größten Inspirationsquellen. Es war eine Ehre für mich, ihn so hautnah bei der Arbeit zu beobachten. Manchmal habe ich ihm zugesehen und dachte mir: ,Ach so, daher stammen also all diese witzigen Beziehungen von Comedy-Experten.‘ Seine Arbeit ist in unseren Hirnwindungen fest verankert.“
Für die Drehbucharbeit wandte sich Ramis an ein Duo, das er bereits gut kannte. Gene Stupnitsky war mal sein Praktikant gewesen und Lee Eisenberg hatte als Kellner in Ramis’ Lieblingsrestaurant auf Martha’s Vineyard gejobbt. Vor einigen Jahren hatten sich die beiden als Produktionsassistenten an einem von Ramis’ Filmen kennengelernt, angefangen, zusammen zu schreiben und danach bessere Jobs gefunden: als Autoren und Ausführende Produzenten der erfolgreichen Comedy-Serie „The Office“. „Ich wollte einfach nicht allein schreiben“, erläutert Ramis. „Wen könnte ich anheuern, der mich richtig antreibt? Die beiden haben die Herausforderung angenommen, strotzten vor Ideen und waren absolut professionell. Wir hatten eine tolle Zeit.“
Als die Charaktere auf dem Papier Gestalt annahmen, wurde dem Regisseur bewusst, dass nur die entsprechenden Schauspieler sie wirklich zum Leben erwecken könnten. In seinem Kopf nahm sein Held Zed bereits die Gestalt von Jack Black an.
„Während der ganzen Zeit dachte ich schon: ,Wow, das wäre ein perfekter Job für Jack Black!‘ Jack weiß, wie man hemmungslos albern sein kann und er geht mit seiner Comedy echte Risiken ein. Er ist sehr scharfsinnig und kann hervorragend artikulieren, was er gerade tut“, erinnert sich der Regisseur.
„Harold liebt Schauspieler – er ermutigt uns, unser Ding durchzuziehen, er will, dass wir spielen“, gibt Black das Lob zurück. Er betont, dass es sein Zugang zu der Rolle war, die Ramis als richtig für den Film erachtete – aber auch, dass Ramis selbst sich köstlich amüsierte. „Ich konnte ihn immer hinter den Monitoren lachen hören. Immer wenn ich Kichern und Glucksen hörte, habe ich mich darüber gefreut. Aber ich habe mir auch gedacht: ,Halt dich zurück und versuche, den Take nicht zu ruinieren.‘“
Black reizte an dem Projekt vor allem das Drehbuch und dessen Erzählweise. „Ich mag die Attitüde des Skripts – nichts ist ihm heilig. Es nimmt einfach überhaupt nichts ernst“, sagt er.
„Zed nimmt einfach an, dass er von den Göttern für eine große Mission auserwählt wurde“, fährt Black fort. „Er glaubt, dass ihm dies Sinn im Leben verschaffen wird. Er ist ein Suchender. Er will herausfinden, was zur Hölle in seiner seltsamen Welt vor sich geht.“
Zeds Begleiter auf seiner epischen Odyssee ist sein Kumpel Oh, der von Michael Cera verkörpert wird. „Das größte Vergnügen bei diesem Film war es, Jack Black und Michael Cera bei der Arbeit zuzuschauen“, sagt Judd Apatow. „Einzeln zählen die beiden schon zu meinen Lieblings- Schauspielern im Comedy-Genre. Aber sie dabei zu beobachten, wie sich diese unglaubliche Chemie zwischen ihnen entwickelt hat … das war etwas ganz Besonderes.“
„Ich habe gesehen, dass Michael bei ,Arrested Development‘ einen liebenswert-unschuldigen Kerl spielt“, sagt Ramis. „Dann sah ich Superbad (Superbad, 2007) und er war immer noch süß und unschuldig – aber in der gottlosesten Umgebung, die man sich vorstellen kann. Er kombiniert eine wunderbare Intelligenz mit verblüffenden komödiantischen Leckerbissen. Ich finde es fantastisch, dass er dies auch in seinen Part einbringt.“
Michael Cera selbst hätte sich die Gelegenheit niemals entgehen lassen, mit Harold Ramis zu drehen. „Ich liebe Harolds Arbeit“, sagt er. „Schon der Gedanke, mit ihm zu arbeiten, war total aufregend. Er hatte schon immer einen gewaltigen Einfluss auf mein Leben.“
„Oh wird von Zed auf diese lange Reise mitgenommen“, fährt Cera fort. „Er glaubt absolut nicht an das, was Zed ihm sagt und nimmt eher gezwungenermaßen Zeds Theorien über das Leben an. Und all das führt zu jeder Menge Ärger für Oh.“
„Harold ist ein sehr entspannter Regisseur, er ist sehr offen für Vorschläge und Ideen aber auch sehr sicher darin, was er will“, sagt Cera. „Du hast alle Freiheiten, die du dir wünschst. Es macht Spaß, du bringst Leute zum Lachen - das ist ein tolles Gefühl. Und wenn du mal nicht so witzig bist, rät er dir, einfach weiterzumachen.“
Zusammen gehen Zed und Oh aus ihrem Dorf ins Exil und starten ein irres Abenteuer. Auf ihre eigene Art reisen Oh und Zed durch die Geschichte und begegnen einigen der berühmtesten Vertreter der Historie: Kain und Abel, Abraham und Isaak – und den Bewohnern der verlorenen Stadt Sodom.
Wie üblich hielt das Studio eine Leseprobe ab, bevor man das Drehbuch als drehfertig freigab und mit dem eigentlichen Casting begann. Aus Respekt vor ihrem Freund Ramis und aus Bewunderung für den Stoff gleichermaßen nahmen viele Comedy-Schauspieler daran teil. Es war ein voller Erfolg – und zwar ein so großer, dass „unsere Leseprobe am grünen Tisch unglaublich gut ausfiel“, erinnert sich Ramis. „Wir konnten direkt anfangen, unseren Film zu machen. Und wir engagierten einfach jeden, der mit am Tisch saß.“