Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz © 2012 Concorde Filmverleih

London — Ende des 19. Jahrhunderts. Der junge Rechtsanwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) bricht zu einer Dienstreise auf, die für ihn mehr als nur ein schlichter Geschäftstrip ist. Vor drei Jahren starb seine Frau (Sophie Stucky) bei der Geburt des gemeinsamen Kindes — seither entgleitet ihm sein Leben. Zu seinem Sohn Edward (Mischa Handley) vermag er keine rechte Beziehung aufzubauen. Sein Arbeitgeber Mr. Bentley (Roger Allam) ist langsam dabei, die Geduld zu verlieren: „Eine Kanzlei ist keine Wohltätigkeitsorganisation.“

Der neue Auftrag ist Kipps’ letzte Chance, sich zu beweisen. In dem entlegenen Örtchen Crythin Gifford soll er den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow auflösen und anhand der Papiere, die sich in ihrer alten Villa Eel Marsh House befinden, ihren letzten Willen bestimmen. Vor seinem Aufbruch verabschiedet er sich von seinem Sohn und dessen Kindermädchen, die beide am Wochenende für einen kleinen Urlaub auf dem Land zu ihm stoßen sollen. Sein Sohn gibt ihm eine Reihe von Zeichnungen mit, die ihn an das baldige Wiedersehen erinnern.

Auf der Reise hängt Arthur traurigen Erinnerungen an seine Frau nach. Unmittelbar vor seinem Eintreffen in Crythin Gifford macht er immerhin eine angenehme Bekanntschaft — Sam Daily (Ciarán Hinds), ein Gutsbesitzer, der ihn für den nächsten Abend zum Essen einlädt. In seinem Oldtimer bringt er Arthur zu dessen Unterkunft im Wirtshaus des Ortes. Doch der mürrische Wirt Fisher (Shaun Dooley) will nichts von einer Buchung wissen und verweigert Kipps ein Zimmer, obwohl es draußen in Strömen regnet. Erst auf Drängen seiner Frau (Mary Stockley) willigt er ein, den Rechtsanwalt für eine Nacht unterzubringen.

Am nächsten Morgen macht Arthur dem örtlichen Ansprechpartner seiner Firma, Rechtsanwalt Jerome (Tim McMullan), seine Aufwartung. Doch der wimmelt ihn ab und meint, weitere Recherchen im Eel Marsh House seien nicht notwendig. Der Kutscher Keckwick (Daniel Cerqueira) soll ihn zum nächsten Zug nach London bringen, aber gegen eine entsprechende Summe fährt er Arthur zur Villa.

Das verwunschene Haus samt einem kleinen Friedhof befindet sich auf einer Anhöhe im Watt, mit dem Festland nur durch einen Dammweg verbunden, der bei Flut unter Wasser liegt. Am Wegesrand sieht Arthur ein einsames Kreuz, dessen Bedeutung ihm klar wird, als er die Papiere in dem unheimlichen Gebäude durchstöbert: er findet dort die Sterbeurkunde des siebenjährigen Nathaniel (Ashley Foster), der im Watt versank — seine Leiche wurde nie geborgen.

Auf einmal hört Arthur Geräusche aus dem oberen Stockwerk. Er beginnt, die Räume zu durchsuchen bis er sich vor einem Fenster wiederfindet. Als er nach draußen blickt, sieht er auf dem Friedhof für einen Moment eine Frau in Schwarz (Liz White). Er läuft nach draußen, beginnt sie zu suchen, doch im aufkommenden Nebel kann er nichts mehr erkennen. Urplötzlich taucht Keckwick auf — der vereinbarte Zeitpunkt für die Rückfahrt ist gekommen.

In der örtlichen Polizeistation meldet Arthur, dass er jemand auf dem Anwesen gesehen hätte — da kommen drei Kinder herein: Zwei Jungen stützen die todbleiche Victoria (Alexia Osborne), die, wie sich herausstellt, Beize getrunken hat. Verzweifelt ruft Arthur nach Hilfe, doch Sekunden später verstirbt die Kleine.

Im Gasthof mahnt Mrs. Fisher Arthur, er solle nach London zu seinem Sohn zurückkehren und sich um ihn kümmern. Doch gezwungenermaßen muss der Rechtsanwalt bleiben. Er findet nun bei Sam Daily Unterschlupf, der ihn zum Abendessen empfängt. Der Grundbesitzer und seine Frau (Janet McTeer) haben vor vielen Jahren selbst ihren Sohn Nicholas (Sidney Johnston) verloren. Mrs. Daily ist darüber nie hinweg gekommen und verwöhnt jetzt zwei kleine Hündchen als wären es ihre Kinder.

Beim Dinner gerät sie außer sich und behauptet, Nicholas würde noch leben. Wie von einem fremden Geist besessen ritzt sie mit dem Messer etwas in die Tischplatte, bevor ihr Gatte sie mit einem Beruhigungsmittel betäubt. Im Gespräch mit Arthur wendet sich Daily gegen den „Aberglauben“ seiner Frau: „Das ist so, als würdest du Schatten jagen.“ Doch nachts sucht der junge Gast nach den Zeichnungen seines Sohnes, wie um sich eines glücklichen Familienlebens zu versichern. Dabei kommt er zufälligerweise ins Esszimmer und sieht die grobe Ritzzeichnung von Mrs. Daily: eine Gestalt, die sich erhängt hat.

Am nächsten Tag bringt ihn sein Gastgeber zu Anwalt Jerome, von dem sich Arthur immer noch Hilfe bei seinen Nachlass-Recherchen erhofft. Doch der ist nicht anwesend. Beide hören merkwürdige Geräusche und folgen ihnen in den Keller des Hauses. Hinter einer abgesperrten Tür sehen sie ein kleines Mädchen in seiner Kammer: Jeromes Tochter Lucy (Aoife Doherty). Entsetzt ruft sie den beiden zu, sie sollten weggehen.

Daily will Arthur nun zum Eel Marsh House bringen, aber der Weg wird von aufgebrachten Dörflern blockiert. Sie rufen Arthur zu, er hätte schon vorher abreisen sollen. Jetzt habe er die Frau in Schwarz in dem Haus gesehen und die kleine Victoria sei deshalb gestorben. „Abergläubischer Unsinn“, poltert der Landbesitzer. — „War es abergläubischer Unsinn, der deinen Sohn getötet hat?“, kontern die Männer. Doch mit einem Trick gelingt es Daily an ihnen vorbeizukommen. „Die leben noch im Mittelalter“, meint er verächtlich.

Arthur verbringt die ganze Nacht in Eel Marsh House, um so die Flut an Papieren bewältigen zu können. Doch die düsteren Geheimnisse des Anwesens üben eine viel größere Anziehungskraft aus. Er entdeckt neue Schriftstücke, die Details einer grauenhaften Tragödie enthüllen: Die Besitzerin der Villa ließ ihre Schwester Jennet für unzurechnungsfähig erklären, um ihren Sohn zu adoptieren — den Jungen, der im Watt umkam, während seine leibliche Mutter vom Fenster aus hilflos zusehen musste. „Sein Blut klebt an euren Händen. Ich werde euch nie vergeben.“ — So schrieb sie in ihren Briefen von damals, bis sie sich selbst im Haus erhängte.

Trotz Dailys Mahnung „keine Schatten zu jagen“, findet sich Arthur nun in einem Sog mysteriöser Erscheinungen und Ereignisse gefangen — geisterhafte Handabdrücke, unerklärliche Geräusche, ein Schaukelstuhl, der sich bewegt, als würde jemand auf ihm sitzen, die toten Kinder von Crythin Gifford und... die Frau in Schwarz. Schließlich gelangt er in das frühere Kinderzimmer des kleinen Nathaniel, dessen bislang versperrte Tür auf einmal offen steht. Nach einem Blick aus dem Fenster sieht er, wie neben dem Kreuz eine dunkle Gestalt aus dem Watt steigt und sich dem Haus nähert... Doch eine endgültige Auflösung dieser Vorkommnisse hat diese alptraumhafte Nacht nicht zu bieten. Am frühen Morgen, als Daily ihn abholt, hat der Spuk ein Ende.

Die Erleichterung hält nicht lange an. Im Ort kommen die beiden an Jeromes Haus vorbei, dessen Keller mit dem Mädchenzimmer in Flammen steht. Arthur versucht Lucy zu retten, doch da erscheint von neuem die Frau in Schwarz und die Kleine findet den Tod in den Flammen.

Zurück auf Dailys Anwesen trifft Arthur dessen Frau am Grabmal ihres Sohnes, die erzählt, unter welch mysteriösen Umständen Nicholas starb. Sie erklärt Arthur, dass auf die Erscheinung der Frau in Schwarz jedes Mal der gewaltsame Tod eines Kindes folgte. Auf einmal scheint Mrs. Daily wieder den Verstand zu verlieren — so wie beim Abendessen. Mit kindlich-verzerrter Stimme verkündet sie: „Man nahm ihr den Jungen weg, jetzt nimmt sie uns. Sie hat dich gesehen, sie kommt.“ Mit einem Kohlestift kritzelt sie etwas auf die Mauer — und Arthur erkennt darin eine Variation der Zeichnung seines Sohnes. Jetzt ist ihm klar, dass Edward in Lebensgefahr schwebt. Er muss verhindern, dass der Junge und das Kindermädchen nach Crythin Grifford aufbrechen, doch deren Abfahrt steht schon unmittelbar bevor.

Daily, der seine rationalen Einwände aufgegeben hat, bringt ihn zur Telegrafenstation, doch diese ist bereits geschlossen. In seiner Not kennt Arthur nur noch eine aberwitzige, letzte Lösung: „Wenn wir die Frau in Schwarz mit ihrem Sohn vereinen, dann kann sie Frieden finden.“ Er will die Leiche des kleinen Nathaniel mit Hilfe von Dailys Auto bergen. Ein aufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt und es folgt eine Konfrontation, die die Grenzen des menschlich Fassbaren sprengt...

Szene Fotos und Trailer


Details zu Die Frau in Schwarz

Titel:Die Frau in Schwarz
The Woman in Black (Großbritannien, Kanada 2012)
FSK:12
Verleih:Concorde
Genre:Thriller
Regie:James Watkins
Darsteller:Daniel Radcliffe, Ciarán Hinds, Janet McTeer
Spielzeit:95 Minuten
Filmstart:29. März 2012
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Kommentare und Bewertungen zu Die Frau in Schwarz

1
Nick
Bewertung: 5 / 5
schrieb am 01.04.2012 13:59
Dieser Film ist toll
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