The Lady — Ein geteiltes Herz

The Lady - Ein geteiltes Herz © 2012 Universum Film

Birma 1947. Suu Kyi, die kleine Tochter von General Aung San, ist zwei Jahre alt, als ihr Vater, der erfolgreich gegen die britische Kolonialmacht kämpfte, kurz vor der Wahl zu Birmas erstem frei bestimmten Präsidenten steht. Doch die unterschiedlichen Fraktionen im Land belauern einander misstrauisch — und in einer Kabinettsetzung werden Aung San und einige seiner engsten Mitstreiter von einer Militärmiliz brutal ermordet…

40 Jahre später lebt Aung San Suu Kyi (Michelle Yeoh) mit ihrem britischen Ehemann Michael Aris (David Thewlis), einem Geschichtsprofessor und Tibetologen, sowie den beiden Teenager-Söhnen Kim (Jonathan Raggett) und Alex (Jonathan Woodhouse) im beschaulichen Oxford. Als Suu Kyis Mutter im fernen Rangun einen Schlaganfall erleidet, reist sie sofort in ihre Heimat zurück, um die alte Dame zu pflegen. Ihre Ankunft fällt mit wachsenden Unruhen und blutig niedergeschlagenen Studentenprotesten gegen das Regime von General Ne Win zusammen, der das Land seit langem mit eiserner Hand regiert und die Opposition unterdrückt. Obwohl sie die Realitäten entsetzt registriert, widmet sich Suu Kyi zunächst aufopferungsvoll ihrer Mutter. Doch immer häufiger finden sich Studenten, akademisches Personal und Universitätsprofessoren in ihrem weitläufigen Elternhaus ein, das idyllisch an einem See mitten in der Hauptstadt Rangun liegt. Die Männer beschwören die politisch unbedarfte Frau, die in den vergangenen Jahrzehnten höchstens für private Stippvisiten nach Birma gereist war, das Werk ihres verstorbenen Vaters fortzusetzen und der Diktatur ein Ende zu setzen.

Aus einem spontanen Impuls heraus beschließt Suu Kyi, ihren Landsleuten zu helfen — ohne sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, welche weitreichenden Folgen dieser Entschluss für sie selbst, vor allem aber für ihre Familie haben könnte. Als sie das Erbe ihres Vaters antritt, fliegen ihr die Herzen der Menschen zu — zunächst vor allem, weil der unvergessene General Aung San im Land noch immer wie ein Heiliger verehrt wird; später, weil die Birmesen, die Suu Kyis Reden hören, fasziniert und begeistert sind von ihrem festen Willen, den Wechsel zur Demokratie gewaltlos herbeizuführen.

Zu diesem Zeitpunkt ist es Suu Kyis Mann und Söhnen noch möglich, sie in Rangun zu besuchen. Und so will es der Zufall, dass Michael, Kim und Alex zu stolzen Zeugen werden, wie Suu Kyi im Schatten der goldenen Shwedagon-Pagode, dem religiösen Zentrum Birmas, vor einer Million Menschen ihre erste öffentliche Rede hält — und damit ihr Schicksal als designierte Oppositionsführerin besiegelt. Denn die Menschen sind begeistert von den einfachen, aber unmissverständlichen Worten, die Suu Kyi findet, um der Hoffnung eines ganzen Volkes nach Frieden, Freiheit und Wohlstand Ausdruck zu verleihen.

Nach viel zu kurzer Besuchszeit nehmen Michael und seine Söhne schweren Herzens Abschied von Suu Kyi und kehren nach England zurück. Suu Kyi gründet bald darauf mit Gleichgesinnten die Nationale Liga für Demokratie und wird zur Vorsitzenden der neuen Partei gewählt. Zusammen mit ihren Mitstreitern reist sie durchs ganze Land, hält unzählige politische Versammlungen ab, überzeugt selbst die Menschen in den abgelegensten Dörfern von ihren demokratischen Absichten. Der Wahlkampf wird zwar immer wieder von Drohungen und Gewalt gestört, doch Suu Kyi lässt sich nicht beirren. Einmal steht sie bis an die Zähne bewaffneten Soldaten gegenüber, die sie vor jedem weiteren Schritt warnen. Todesmutig geht sie auf die Militärs zu — und bringt sie ohne ein lautes Wort dazu, die Waffen vor ihr zu senken.

Es dauert nicht lang, bis Suu Kyi zum ersten Mal unter Hausarrest gestellt wird. Studenten, die gemeinsam mit ihr kämpfen, werden zu Dutzenden verhaftet und ohne Prozess ins Gefängnis geworfen. Einen wochenlangen, zuletzt lebensbedrohlichen Hungerstreik beendet Suu Kyi erst in dem Moment, als die Militärs ihr versichern, dass ihren inhaftierten Mitstreitern eine humanere Behandlung zuteil wird. In Oxford wächst unterdessen Michaels Sorge um seine Frau. Doch auf sein Flehen, sie möge zu ihrer Familie zurückkehren, geht sie nicht ein. Schließlich erkennt er, dass ihr wahrer Platz tatsächlich in Rangun ist, bei ihrem Volk, das so viel von ihr erwartet, und von diesem Moment an lässt er nichts unversucht, seine Frau im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten aus der Ferne zu unterstützen — und zu beschützen.

Nach den ersten freien Wahlen seit Menschengedenken, die Suu Kyis Partei mit gewaltigem Vorsprung gewinnt, denken die Militärs trotzdem nicht eine Sekunde lang daran, die Macht aus ihren Händen zu geben. Gleichzeitig wollen sie verhindern, dass Suu Kyis zur Märtyrerin stilisiert wird, und verzichten auf offensichtlich brutale Methoden, um sie kaltzustellen: Stattdessen verurteilen sie sie zu Hausarrest, verbieten ihr jeden Kontakt zur Außenwelt, streichen Telefon, Zeitungen oder Fernsehen, und auch die Besuche von Mann und Kindern werden drastisch beschränkt. Je länger sie stumm in ihrem goldenen Käfig sitzt, so die Hoffnung der Junta, desto sicherer wird sie in Vergessenheit geraten. Doch das weiß Michael Aris zu verhindern. Er lässt sie beim Friedensnobelpreiskomitee für die hohe Auszeichnung nominieren — und womit er selbst am wenigsten gerechnet hatte, trifft tatsächlich ein: 1991 wird der birmesischen Dissidentin der Friedensnobelpreis zuerkannt. Zur Preisverleihung reist Suu Kyi jedoch nicht an, weil sie befürchtet, dass man sie danach nicht mehr ins Land einreisen lässt.

Die glanzvolle Zeremonie in Oslo, bei der ihr älterer Sohn eine bewegende Rede hält, sorgt dafür, dass die Weltöffentlichkeit erstmals so richtig auf das Schicksal von Aung San Suu Kyi aufmerksam wird. Trotzdem spitzen sich die Konflikte in Rangun zu. Für Aung San Suu Kyi, die inzwischen seit nahezu 15 Jahren unter Hausarrest steht, geht es letztlich um nichts weniger als um Leben und Tod. Für Michael Aris daheim in Oxford auch. Denn ein Arzt stellt bei ihm eine Krebserkrankung fest und gibt ihm nur noch wenige Monate zu leben. Suu Kyi ist vor eine schier unmögliche Entscheidung gestellt: Reist sie nach England, um ihren Mann ein letztes Mal zu sehen oder opfert sie diesen Abschied dem jahrelangen Kampf um die Freiheit Birmas…

Szene Fotos und Trailer


Details zu The Lady - Ein geteiltes Herz

Titel:The Lady - Ein geteiltes Herz
Dans la lumière (Frankreich, Großbritanien 2011)
FSK:12
Verleih:Universum
Genre:Biografie
Regie:Luc Besson
Darsteller:Michelle Yeoh, David Thewlis, Jonathan Raggett
Spielzeit:127 Minuten
Filmstart:5. April 2012
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