Filmkritik: Shadow in the Cloud

  

Filmkritik von Peter Osteried | 25.01.2021

Der Horror-Kriegsfilm „Shadow in the Cloud“ sollte in den USA in die Kinos kommen, COVID-19 hat das verhindert. Ein deutscher Kino- oder Streaming-Termin steht noch aus, dürfte aber in Kürze erfolgen.

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In der Krise befand sich SHADOW IN THE CLOUD schon vor Drehbeginn, denn Autor Max Landis hatte seinen eigenen #metoo-Skandal, weswegen er von dem Projekt entfernt wurde und Regisseurin Roseanne Liang das Skript selbst stark umschrieb. Die Frage ist nun: Wurde das aufgrund dieses Umschreibens ein schlechter Film oder wäre das auf jeden Fall so gewesen?

Shadow in the Cloud – Zur Handlung

Maude (Chloe Moretz) schleicht sich mit einem Geheimbefehl und einer Tasche an Bord eines Bombers. Die Crew will ihr nicht so recht glauben und nötigt sie, in der Geschützkanzel Platz zu nehmen, womit sie isoliert ist. Während des Flugs sieht Maude nicht nur feindliche Flieger, was man ihr nicht glauben will, sondern auch noch eine Kreatur, die sich an den Tragflächen und anderen Teilen des Flugzeugs zu schaffen macht. Aber natürlich will ihr keiner glauben.

Als sie einen Schuss abgibt, da die Kreatur versucht, in die Geschützkanzel einzudringen, halten die Männer an Bord des Bombers sie endgültig für verrückt.

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Shadow in the Cloud – Eine Kritik

Die Inspiration für diese Geschichte hatte Max Landis wohl einerseits bei einer Geschichte aus der von Steven Spielberg produzierten Serie AMAZING STORIES aus den 1980er Jahren, in der ein Soldat in einer Geschützkanzel gefangen ist und sterben wird, wenn das Flugzeug aufsetzt, da es eine Bruchlandung wird. Andererseits fühlt man sich auch an die B-17-Geschichte aus dem Zeichentrickfilm HEAVY METAL erinnert. Müßig zu erwähnen, dass beide besser sind als SHADOW IN THE CLOUD.

Der Film ist lange uneins, was er sein will. Den Horroraspekt bringt er erst spät ein, zuvor gestaltet sich das Ganze eher noch als eine Art Drama. Aber ein sehr minimalistisches, da Moretz den Großteil des Films in der Kanzel verbringt. Entsprechend ist der Film visuell nicht besonders aufregend, da man nicht wirklich viele Möglichkeiten hat, einen Menschen in einer solch engen Kanzel mit sehr viel Abwechslung zu zeigen. Nach etwa einer Stunde war es das dann auch, aber dann begibt sich der Film in die Welt des Absurden. Denn Moretz‘ Figur verlässt die Kanzel und klettert den Flugzeugrumpf entlang zu einer offenen Klappe. In tausenden von Metern Höhe. Bei starkem Wind. Und ohne dass an dem Flugzeug wirklich etwas wäre, an dem man sich auch nur halbwegs festhalten könnte.

Zwar mag man sagen, dass der Realitätsanspruch angesichts des Monsters ohnehin ausgehebelt ist, Filme wie dieser müssen aber einer eigenen Logik verpflichtet sein – oder sie havarieren. Was Liang dem Zuschauer hier zum großen Finale zumutet, ist schlichtweg peinlich. Dazu passend kommt dann auch noch hinzu, dass das Monster in der letzten Szene alles andere als gut getrickst ist.

Fazit

Die Idee des Films ist an sich nicht schlecht, die Umsetzung kann zumindest zum Anfang überzeugen, auch wenn das Ganze visuell nicht gerade packend ist. Aber dann entgleist der Film in voller Fahrt und wird zu jener Art von Projekt, die nur noch nervig ist.

Bewertung: 2/5**

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Bildmaterial: (c) Four Knights Film / Rhea Film