Sky Sharks – Nazis auf Haien!

  

von Peter Osteried | 02.03.2021

Die deutsche Produktion „Sky Sharks“ hätte im Dezember starten sollen, wurde auf März verschoben und wird kommen, wenn die Kinos wieder öffnen.

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Was bekommt man, wenn man IRON SKY mit DER WEISSE HAI und DIE SCHRECKENSMACHT DER ZOMBIES kreuzt? Einen wilden Ritt, der sich selbst nicht ernst nimmt und gleich mit einer ordentlichen Splatter-Granate an den Start geht. 

Der Reiz des Films ist natürlich seine Absurdität. Sozusagen die Steigerung dessen, was Asylum mit SHARKNADO getan hat. Aber noch größer, noch schriller, noch blutiger. Bei dem Gekröse gibt es natürlich auch CGI-Einsatz, aber vieles - sehr vieles - ist handgemacht, und das übrigens unter der Supervision von Splatter-Guru Tom Savini. Das lässt die Herzen der Splatterfans höherschlagen. Bei den CGI gibt es mal bessere, mal schlechtere. Die Haie sehen durch die Bank gut aus, wenn ihre Reiter im Flug auf das Flugzeug springen, muss man aber Abstriche machen. Doch egal: Das hier ist Trash in Reinkultur - und noch dazu aus deutscher Hand!

Sky Sharks – Zur Handlung

In der Arktis findet ein Geologen-Team ein Kriegsschiff der Nazis. Der Stahlkoloss ist voll mit Zerstörungsmaschinerie. Die Nazi-Wissenschaftler forschten an streng geheimen Kampfmitteln und erschufen die Reichsflughaie – raketenbetriebene Monster mit mutierten Piloten.

Der Urvater dieses Experiments muss die todbringende Armee nun stoppen, um die Erde vor dem Untergang zu bewahren. Dazu schickt er seine Töchter Angelique und Diabla los.

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Sky Sharks – Eine Kritik

Der Film ist herrlich rotzig. Er nimmt nichts und niemanden ernst. Allein das macht ihn sympathisch. Die Geschichte ist freilich hanebüchen, aber im Kontext eines Titels wie SKY SHARKS voll in Ordnung. Ein wenig straffen hätte man das Ganze aber schon können. Vor allem die langen Rückblicke sind Showstopper und kommen mit zu viel Exposition daher. Da hilft dann ein ordentliches Maß an Action auch nicht.

Natürlich hat der Film seine Schwächen, aber auch seine Stärken. Fans von Eva Habermann werden sich an die wunderbare Duschsequenz aus dem ersten LEXX-Film erinnern, als sie hier in einer ähnlichen Szene zu sehen ist.

Horrorfans können sich an den zahlreichen Cameos erfreuen. Mit dabei sind Tony Todd (CANDYMAN), Lynn Lowry (THE CRAZIES), Lar Park-Lincoln (FREITAG DER 13. TEIL VII), Mick Garris (Regisseur von THE STAND) und Nick Principe (LAVALANTULA) haben kleine Parts. Ebenso Amanda Bearse (Marcy in EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE) und Cary-Hiroyuki Tagawa (THE MAN IN THE CASTLE). An deutschen bekannten Namen finden sich u.a. Michaela Schaffrath, Ralf Richter und Micaela Schäfer - natürlich als nackte Amazone. Was sonst?

Apropos Amazone: Nicht vor dem Abspann das Kino verlassen. Erst gibt es noch eine Szene, die ein Sequel vorbereitet und ganz zum Schluss einen Trailer für SPACE FROGS, der ganz und gar Micaela Schäfer gehört.

Fazit

Alles in allem ist SKY SHARKS ein Projekt, dem man die Passion und den Enthusiasmus der Macher anmerkt. Davon lässt man sich gerne mitreißen, denn aller Schwächen zum Trotz hat der Film auch einige Stärken, vor allem aber zeigt er, dass man hierzulande eben auch anders kann, als nur Komödien und Vergangenheitsbewältigung. Obwohl: Im weiteren Sinne wird das hier auch geboten. Flughaie, Nazi-Zombies, viel nackte Haut und Splatter - das ist eben Exploitation pur. Und das ist auch echt gut so!              

Bewertung: 4/5****

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Bilder: (c) MFA+ Filmdistribution