Wrong Turn – Ein erstaunlich guter Reboot

  

von Peter Osteried | 23.02.2021

Das Remake des Horrrofilms „Wrong Turn“ wird im Lauf des Jahres von Constantin in die Kinos gebracht.

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Als 2003 der Backwoods-Horrorfilm WRONG TURN in die Kinos kam und inzestuöse Mutanten beim Meucheln und Schlitzen unbedarfter Touristen zeigte, begann eine Reihe, die immer irgendwie wie der schäbige kleine Bruder von TEXAS CHAINSAW MASSACRE wirkte. Nach dem ersten versumpfte die Reihe in den folgenden elf Jahren in Direkt-auf-DVD-Sequels, die inhaltlich mager, effekttechnisch meist mau waren. Nun will man es nochmal wissen – 18 Jahre nach dem Original gibt es das Remake, das erstaunlich viel richtig macht.

Wrong Turn – Zur Handlung

Eine Gruppe von Freunden will in den Appalachen wandern, verwirft aber die Warnungen der Einheimischen, nur ja nicht vom Weg abzukommen. Denn als sie das tun, gerät auch ihr Leben aus der Bahn. Einer von ihnen stirbt, der Rest läuft davon und verirrt sich mitten im Wald. Noch einer aus der Gruppe verschwindet. Als er wieder auftaucht, gefesselt und von zwei Männern in martialischer Kleidung getragen, ist allen klar, dass es hier ums nackte Überleben geht.

Sie haben sich in eine Welt vorgewagt, die nicht die ihre ist – und die von deren Bewohnern auf rabiate Art und Weise verteidigt wird.

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Wrong Turn – Eine Kritik

Alan B. McElroy hat schon den allerersten Film geschrieben und sich nun daran gemacht, mit dem Reboot die Geschichte neu zu erfinden. Das macht er auch, weil er zwar das Grundmuster der Geschichte beibehält, aber auf die inzestuösen Mutanten verzichtet. Stattdessen entwickelt er rund um diese eine falsche Abzweigung, die man im Leben nimmt, eine Geschichte, in der es um Moral, aber auch um Missverständnisse und Vorurteile geht.

Das macht WRONG TURN nicht unbedingt zum cleveren Hinterwäldler-Film, hebt ihn aber zumindest wohltuend vom üblichen Genre-Einerlei ab, weil er den Spieß umdreht und darauf verzichtet, eine klare Schwarzweißzeichnung zu nutzen. Niemand ist nur schlecht, niemand nur gut, es sind oftmals die Umstände, die das bestimmen.

Das macht den Reiz dieses Films aus, der weniger als seine Vorgänger auf drastische Effekte setzt und vieles eher andeutet, als zeigt. Die Besetzung der jungen Leute ist gut, im Gegensatz zum Original aber eher unbekannt. Das einzig bekannte Gesicht ist das von Matthew Modine (Ältere kennen ihn als Joker in FULL METAL JACKET, Jüngere als Martin Brenner in STRANGER THINGS), der einen Vater spielt, der nach dem Verschwinden seiner Tochter nicht lockerlässt und ihre Spur in die Appalachen zurückverfolgt.

Das Einzige, das dem Film wirklich schadet: Eine Laufzeit von 110 Minuten ist zu viel, mit 20 Minuten weniger hätte sich der durchaus vorhandene Leerlauf minimieren lassen.

Fazit

Das Remake von WRONG TURN erfindet das Rad des Hinterwäldler-Horrors nicht unbedingt neu, hebt sich aber zumindest wohltuend vom Original und dessen zahlreichen Sequels ab, da ein paar eigene Ideen vorgestellt werden, die auch dazu führen, dass man Gut und Böse hier etwas differenzierter sehen muss. Kein großer Wurf, aber ein netter, kleiner Horrorfilm!

Bewertung: 3/5***

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Bidlmaterial (c) Constantin Film