„City on a Hill“, Staffel 2: Kritik zur Krimiserie mit Kevin Bacon

  

von Heiner Gumprecht | 29.04.2021

Am 18. Mai 2021 startet auf der Streaming-Plattform Sky die zweite Staffel von City on a Hill, mit Kevin Bacon und Aldis Hodge in den Hauptrollen. Die Mischung aus Drama und Krimi basiert auf den Berichten über die Zeit, als die Initiative Boston Miracle in den 1990er versucht hat, die Verhältnisse in der von Gewalt zerrissenen Stadt Boston positiv zu verändern. Die Show setzt dabei weitgehend dort an, wo Staffel 1 zu einem Ende gefunden hat und verfolgt erneut mehrere Schicksale auf einmal.


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Bild: City on a Hill, Staffel 2 (c) Showtime

City on a Hill, Staffel 2: Zur Handlung

Eine Sache muss ich gleiche vorweg nehmen: Solltet ihr die erste Staffel von „City on a Hill“ noch nicht gesehen haben, kann ich euch nur dringend empfehlen, dies nachzuholen. Es ist zwar grundlegend möglich, Staffel 2 auch ohne Vorkenntnisse zu gucken, dann wird es aber mit ziemlicher Sicherheit kompliziert und von euch wird verlangt, Schlüsse zu ziehen, die ihr bestenfalls erraten könnt. Außerdem ist die erste Staffel sowieso deutlich stärker als die Zweite, daher ist es durchaus logisch, sich erst einmal anstecken zu lassen.

Nachdem sowohl die Karriere des korrupten FBI-Agenten Jackie Rohr (Kevin Bacon) als auch die des enthusiastischen Staatsanwalts Decourcy Ward (Aldis Hodge) unter dem Ausgang des Falls aus Staffel 1 gelitten hat, versuchen beide, ihren Ruf und ihren beruflichen Werdegang zu retten. Die Kampfarena der beiden, die schon bald einen regelrechten Krieg untereinander austragen, ist dieses Mal ein Wohnprojekt im Bezirk Roxbury in Boston, eine Nachbarschaft, die von Drogen, Gewalt und dem Missbrauch durch die Polizei gezeichnet wurde.

City on a Hill, Staffel 2: Eine kurze Kritik

Das Prinzip die Geschichte zu präsentieren unterscheidet sich in der zweiten Staffel nicht allzu sehr von der Vorgehensweise in der Ersten. Wieder folgen wir dem Schicksal von mehreren Figuren, die allesamt mehr oder weniger wichtig für den Fall sind und wieder erleben wir sowohl Ward als auch Rohr in unterschiedlichen Situationen und lernen weitere Facetten ihrer Persönlichkeit kennen. Wo man in den ersten zehn Folgen noch weitgehend eine Ahnung aufgebaut hat, kommt nun so allmählich Gewissheit dazu.

COAH-S02-szeneBild: City on a Hill, Staffel 2 © 2021 Showtime

Und gerade wenn es um die beiden Hauptfiguren geht, braucht sich auch die Fortsetzung von „City on a Hill“ nicht zu verstecken, kommt sie doch in dieser Hinsicht immer wieder an die Qualität der Vorgängerstaffel heran. Gerade Kevin Bacon brilliert in einigen Szenen und schafft es immer wieder, dass die Hassliebe, die man als Zuschauer leicht gegenüber seinen Charakter aufbauen kann, stetig wächst und gedeiht. Die Performance von Aldis Hodge sticht nicht so auffällig hervor, ist aber durchgehend grundsolide und erreicht nicht selten angenehme Höhen.

Die anderen Darsteller*innen müssen sich für ihre Arbeit ebenfalls nicht schämen, spielen sie ihre Figuren doch allesamt überzeugend und detailverliebt. Schade ist lediglich, dass die Serie sich in Staffel 2 noch deutlich schwerer als bereits zuvor dabei tut, relativ normale Menschen darzustellen. Beinahe jeder Charakter ist auf seine Art sehr speziell und wird dementsprechend auch präsentiert. Manchmal scheint die ganze Persönlichkeit dieser Dargestellten auf einer einzigen Charaktereigenschaft zu beruhen, die massiv breitgetreten wird.

Hinzu kommt, dass die Charaktere zwar sehr realistisch wirken, die Ereignisse, in denen sie verstrickt sind, jedoch nicht. Ich würde es nicht wirklich Logikfehler nennen, sondern viel mehr ein Fehlen von gut erkennbaren Hinweisen, wie solche Situationen überhaupt entstehen konnten. In Kombination mit manch einer schwer nachvollziehbaren Reaktion einer Figur, entsteht dadurch nicht selten der Eindruck, dass die Geschichten von Staffel 2 teilweise von sehr weit weg an den Haaren herbeigezogen wurden.

Mit dem relativ hohen Niveau der ersten Staffel kann Staffel 2 von „City on a Hill“ daher nicht mithalten, doch dank der guten Performance von fast jedem einzelnen Darsteller und besonders dank der hervorragenden Leistung eines Kevin Bacon, dessen Figur auch deutlich ausgereifter und interessanter gestaltet wurde als die meisten anderen, ist die Fortsetzung noch immer eine gute Serie, die in erster Linie jedem empfohlen werden kann, der oder die keinerlei negative Kritik für Staffel 1 finden konnte.

Fazit

Die zweite Staffel von „City on a Hill“ ist nicht mehr ganz so gut wie die Erste, was in erster Linie einigen Details der Nebengeschichten geschuldet ist, ihrer Glaubwürdigkeit und vor allen Dingen auch der Art und Weise, wie die einzelnen Handlungen zusammenlaufen. Wer Staffel 1 geliebt hat, kommt jedoch um die neuen Folgen sowieso nicht drumherum und wer die Performance von Hodge und Bacon mochte, wird definitiv auf seine/ihre Kosten kommen. Und unterm Strich ist „City on a Hill“ auch in Staffel 2 noch immer eine sehr interessante Serie.


Bewertung: 3/5***