Kings of Hollywood – Der Star muss sterben!

  

von Peter Osteried | 30.04.2021

Die Komödie „Kings of Hollywood“ kommt dieses Jahr in die Kinos. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Robert De Niro, Morgan Freeman und Tommy Lee Jones.

kings1Bild: Kings of Hollywood (c) Telepool GmbH

Macht man ein Remake von einem guten Film, dann stellt sich immer die Frage: Wieso? Denn bei einem Meisterwerk gibt es nur wenig Potenzial zur Verbesserung. Darum bietet es sich an, Remakes von Filmen zu machen, die sowieso nicht gut waren. Filmen wie Harry Hurwitz‘ „The Comeback Trail“ aus dem Jahr 1982, den George Gallo als „Kings of Hollywood“ neu verfilmt hat – aber viel, viel besser!

Kings of Hollywood – Zur Handlung

Max Barber (Robert De Niro) ist ein Produzent, dessen letzter Film ein Totalflop war, weswegen sein Finanzier, der Gauner Reggie Fontaine (Morgan Freeman), sein Geld zurückwill – oder aber er wird Max töten lassen. Es gäbe für Max schon einen Weg aus der Bredouille, aber das beste Drehbuch, das er je gesehen hat, will er nicht verkaufen. Stattdessen hat er eine Idee, die er Reggie vorträgt: Man produziert zum Schein einen Film und versichert den Star auf eine gigantische Unsumme. Stirbt der dann während des Drehs, macht man durch die Versicherung den großen Reibach.

Das Projekt: der Western „The Oldest Gun in the West“. Der Star: Der alte, abgehalfterte Duke Montana (Tommy Lee Jones), der sowieso höchst suizidal ist. Wie schwer kann es schon sein, ihn bei einer Stuntszene, die er immer selbst absolviert, über die Klinge springen zu lassen? Aber Duke erweist sich als außergewöhnlich widerstandsfähig …

kings3Bild: Kings of Hollywood (c) Telepool GmbH

Kings of Hollywood – Eine Kritik

Im Jahr 1982 war der Originalfilm auch der letzte, in dem Buster Crabbe, der in den 1930er Jahren Flash Gordon war, mitspielte. Er verkörperte die Rolle des ehemaligen Stars, der längst vergessen ist, vielleicht authentischer als Tommy Lee Jones heute, aber der wiederum macht seinen Duke Montana zu einer schönen Hommage an John Wayne.

„Kings of Hollywood“ lebt von seinem Blick hinter die Kulissen, vor allen den Kulissen einer kleinen B-Film-Produktion, bei der alles und nichts möglich ist. Das Werk ist eine liebevolle Verbeugung vor der Kunst des Filmemachens, ein Fanal für die Passion, die manche Menschen für das Kino empfinden. Nichts verkörpert das besser als Max Barber, ein Produzent, der zu allem bereit ist und von nichts anderem träumt, als für eines seiner Werke einen Oscar zu bekommen. Robert De Niro ist in der Rolle toll. Das übrige Ensemble fällt aber nicht zurück. Die Liebe zum Film merkt man ihnen allen an, und das gilt auch für den Autor und Regisseur George Gallo.

kings2Bild: Kings of Hollywood (c) Telepool GmbH

Gallo findet ungewöhnliche Perspektiven – etwa dann, wenn Max den Fernseher anschreit und man ihn aus der Perspektive des Geräts sieht. Er bietet aber auch Momente, die emotional wirken, und solche, die den Film, der hier gedreht wird, groß und wichtig erscheinen lassen. In seinen besten Momenten gelingt es „Kings of Hollywood“, das Ernsthafte mit dem Absurden zu kombinieren. Großartig ist die Szene, als Max mit seinem von Zach Braff gespielten Neffen in einem Altersheim nach einem passenden Star sucht und die ausrangierten Schauspieler sich wie ein Zombie-Horde über sie ergießen.

Es gibt die leisen Momente – vornehmlich hat Tommy Lee Jones sie – vor allem gibt es aber auch die absurden. Max‘ Versuche, seinen Star unter die Erde zu bringen, haben etwas Cartooniges an sich. Sie erinnern an Wile E. Coyote und den Road Runner. Der Film ist dabei schrill, schräg und sehr vergnüglich.

Mit Einsetzen des Abspanns sollte man das Kino nicht verlassen. Es gibt noch den Trailer zu dem Werk, das Max Barber überhaupt erst in Schwierigkeiten gebracht hat: „Killer Nuns“.

Fazit

„Kings of Hollywood“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einem schlechten einen guten Film machen kann. Als Remake ist er dem Original aus den frühen 1980er Jahren vollkommen überlegen, als für sich stehender Film ist er eine Hommage an das Kino selbst. Die Besetzung ist durch die Bank gut – dies sind hervorragende Altersrollen für De Niro, Freeman und Jones.

Bewertung: 4/5****

kings4Bild: Kings of Hollywood (c) Telepool GmbH