Last Night in Soho – Ein delirierend schöner Film (Filmkritik)

  

von Peter Osteried | 03.11.2021

Der Thriller „Last Night in Soho“ startet am 11. November im Kino. Hier ist unsere Kritik zum Film mit Anya Taylor-Joy.

last night in soho Filmszene 004Bild: Szene aus dem Horrorfilm "Last Night in Soho" (c) Universal Pictures

Vier Jahre ist es her, dass Edgar Wrights letzter Film in die Kinos kam. So lange hat es gedauert, weil er eigentlich schon letztes Jahr hätte starten sollen. Doch die im Jahr 2019 gedrehte Produktion wurde wegen Corona auf 2021 verschoben. Der Film stellt damit auch den letzten Auftritt von Diana Rigg dar. Edgar Wright hat sie wie so viele andere in seinen Filmen besetzt, weil es ihm diebische Freude macht, Stars der James-Bond-Filme in seinen eigenen Produktionen unterzubringen.

Last Night in Soho – Zur Handlung

Sowohl Eloise (Thomasin McKenzie) als auch Sandy (Anya Taylor-Joy) suchen ihr Glück in London. Die eine will Modedesignerin werden, die andere Sängerin. Was sie trennt, sind Jahrzehnte, denn Eloise lebt im Jahr 2019, Sandy in den Swinging Sixties. Aber als Eloise in das Zimmer einzieht, das einst Sandy bewohnte, teilen sie eine merkwürdige Verbindung. Fortan erlebt Eloise mit, wie Sandys Leben verlaufen ist.

Bis hin zu einem tragischen Moment, der auch Eloise aus der Bahn wirft.

last night in soho Filmszene 003Bild: Szene aus dem Horrorfilm "Last Night in Soho" (c) Universal Pictures

Last Night in Soho – Eine Kritik

Der Plot des Films ist von eigenartiger Schönheit. Er ist die Basis eines faszinierenden Trips in das London der 1960er, das mit reichlich Zeit- und Lokalkolorit aufwartet. Edgar Wright hat hier wirklich einen Hang zur Perfektion gezeigt. Inspiriert wurde er von Filmen wie „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ und „Ekel“. Wie diese ist auch sein Werk eine Art Horrorfilm, der mit alptraumhaften Sequenzen die Protagonistin herausfordert. Dabei ist „Last Night in Soho“ anfangs alles andere als Horror, aber er wird es.

Mit Anya Taylor-Joy ist der Film exzellent besetzt. Der ehemalige Doctor Who Matt Smith sieht aus, als wäre er für die 1960er Jahre geboren worden. Thomasin McKenzie trägt den Film. In einer kleinen Rolle ist auch Terence Stamp dabei. Denn Wright wollte nicht nur Rigg, sondern auch andere Mimen, die aus dem britischen Kino der 1960er Jahre nicht wegzudenken sind.

„Last Night in Soho“ ist ein betörender Film, der technisch atemberaubend ist. Die erste Sequenz, in der Eloise im Körper von Sandy in den Club des Paris eintritt, ist imposant. Sandy tanzt mit Matt Smith Figur, und in der Bewegung wechselt man immer zwischen Taylor-Joy und McKenzie. So wie für die Protagonistin Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschwimmen, geschieht dies auch für den Zuschauer. Der findet sich alsbald in einer Geschichte, die nicht nur das Drama eines psychischen Zusammenbruchs, sondern übernatürlich aufgeladen sein könnte. Erst am Ende enthüllt Edgar Wright, wie es um seinen Film bestellt ist.

Fazit

Die Kameraarbeit, die Farben, der Lokalkolorit – hier stimmt einfach alles. „Last Night in Soho“ sieht perfekt aus, zieht aber auch mit seiner einnehmenden Geschichte in den Bann. Edgar Wright ist hier sein bester Film gelungen – und das will bei seinem Oeuvre schon etwas heißen.

Bewertung: 5/5*****

Tipp: Die Kinospielzeiten zu "Last Night in Soho" findest du natürlich bei uns. Alle Kinos und alle Filme - hier im Kinoprogramm.

last night in soho Poster KInostartBild: Das offizielle Filmplakat zu "Last Night in Soho" (c) Universal Pictures